Houston - Eine höhere Nachfrage, steigende Energiepreise und bessere Raffineriemargen haben
ExxonMobil
ein glänzendes Jahr 2010 beschert. Der Gewinn des US-Ölkonzerns stieg auf 30,5 Milliarden Dollar - oder 83,56 Millionen Dollar pro Tag. Im vierten Quartal sei der Gewinn zum Vorjahr sogar um 53 Prozent auf 9,25 Milliarden Dollar gestiegen, teilte der Weltmarktführer am Montag mit.
Den Umsatz im Schlussquartal bezifferte das weltweit größte börsennotierte Unternehmen auf 105,2 Milliarden Dollar nach 89,8 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Im Gesamtjahr stieg der Umsatz des Konzerns auf gut 383 Milliarden Dollar (plus 23 Prozent).
ExxonMobil habe sowohl aus der Förderung von Öl und Gas als auch aus der Weiterverarbeitung in seinen Raffinerien mehr Profit schlagen können, sagte Verwaltungsratschef Rex Tillerson. Der Konzern übertraf mit seinem Abschneiden sogar die bereits hochgesteckten Erwartungen der Analysten. Der Kurs stieg vorbörslich um gut ein Prozent.
Mit dem Anspringen der Wirtschaft war auch die Nachfrage nach Öl und Gas gestiegen. Das wiederum treibt die Preise. So konnten Konkurrenten wie Chevron
und ConocoPhillips
jüngst ebenfalls positive Quartalsberichte vorlegen. Dabei kam den Konzernen auch zugute, dass sie in der Wirtschaftskrise ihre Kosten gesenkt hatten.
Ölpreis bei fast hundert Dollar
Auch in den kommenden Monaten dürften die Ölriesen gute Geschäfte machen - denn der Ölpreis steigt und steigt. Bis zur 100-Dollar-Marke fehlen inzwischen nur noch wenige Cent. Am Montag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im März 99,55 US-Dollar. Das waren 13 Cent mehr als am Freitag. Nordsee-Öl kostet damit soviel wie seit 28 Monaten nicht mehr. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 19 Cent auf 89,53 Dollar.
Als Hauptfaktor am Ölmarkt nannten Händler die anhaltenden Unruhen in Ägypten. Das nordafrikanische Land ist zwar kein großer Ölproduzent, befürchtet wird aber, dass die Unruhen auf andere Länder in Afrika oder im Nahen Osten übergreifen könnten. Marktbeobachter sprachen von einer Gefahr für die Stabilität der gesamten Region, in der zahlreiche wichtige Ölproduzenten ansässig sind.
yes/Reuters/dpa
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