Kauf von Staatsanleihen: US-Notenbank erzielt Rekordgewinn

Satter Überschuss dank der lockeren Geldpolitik - die US-Notenbank Fed hat im vergangenen Jahr ein rekordverdächtiges Plus von 88,4 Milliarden Dollar verbucht. Grund ist der Kauf von Staatsanleihen und deren Kursplus.

Zentrale der US-Notenbank in Washington: Rekordgewinn dank Anleihekäufen Zur Großansicht
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Zentrale der US-Notenbank in Washington: Rekordgewinn dank Anleihekäufen

Washington - Die US-Steuerzahler bekommen von der Notenbank dank der lockeren Geldpolitik einen Rekordgewinn überwiesen. Für 2012 wies der am Freitag vorgelegte testierte Jahresabschluss der Federal Reserve einen Überschuss von 88,4 Milliarden Dollar aus.

Hintergrund sind die massiven Staatsanleihenkäufe zur Ankurbelung der Konjunktur: Allein 80,5 Milliarden Dollar stammen aus Zinsen auf Bonds - die freilich wiederum aus dem US-Haushalt und damit vom Steuerzahler bezahlt wurden - und andere Wertpapiere. Die Kurse von US-Staatsanleihen waren im vergangenen Jahr auf Rekordstände geklettert.

Um die Wirtschaft in Schwung zu bringen, hat die Fed die Geldschleusen geöffnet und Wertpapiere über insgesamt 2,5 Billionen Dollar gekauft. Das hat die Bilanz der Notenbank mächtig aufgebläht. Ende 2012 summierte sie sich auf 2,9 Billionen Dollar.

Ihren Gewinn reicht die Fed ans Finanzministerium weiter. Aus Überschüssen können in den kommenden Jahren aber Verluste werden, wenn die Fed Wertpapiere wieder verkauft und deren Kurse gesunken sind. Die Deutsche Bundesbank überwies Finanzminister Wolfgang Schäuble für das vergangene Jahr wegen hoher Rückstellungen im Zuge der Euro-Schuldenkrise nur 664 Millionen Euro. Das war deutlich weniger als von Schäuble eingeplant.

suc/Reuters

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insgesamt 14 Beiträge
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1. Schönrechnen: Eins!
hsiebold 15.03.2013
Beruhigend zu sehen, dass auch die USA spitze im chönrechnen von Zahlen und Risiken sind, Denn wie gesagt, der Schuss geht dann nach hinten los, wenn diese Papiere wieder auf den Markt kommen...
2. Manipulation und nicht mehr!!!
vadm99 15.03.2013
Staatsanleihen steigen , weil die Fed sie aufkauft.Natuerlich wird die fed sie nicht wieder verkaufen , denn es gibt keinen plan B , man kann aus dem kauf von staatsanleihen nicht mehr aussteigen , da ansonsten die preise fallen und zinsen steigen wuerden , was den amerikanischen staat in die pleite treiben koennte.Irgendwann wird es alles vorbei sein , aber mit einem richtigen historischen knall!!!
3. Zahlen sprechen -- Schönrederei hilft nicht
dunnhaupt 15.03.2013
Achtundachtzig Milliarden Gewinn der Fed sind auf jeden Fall über hundert mal mehr als der winzige Gewinn der Bundesbank.
4. In der Tat
Silversurfer2000 15.03.2013
Zitat von dunnhauptAchtundachtzig Milliarden Gewinn der Fed sind auf jeden Fall über hundert mal mehr als der winzige Gewinn der Bundesbank.
Natürlich sind die Gewinne der Fed etwas fishy, da sie erst Geld druckt und dann hierauf Zinsen vom amerikanischen Staat bekommt. Und klar, die Kursgewinne der von der Fed gehaltenen Anleihen sind ein Witz, da nicht realisierbar. Aber immer noch besser als die Bundesbank, die über die EZB gezwungen ist, Risiken in Südeuropa einzugehen - und dann über Risikovorsorge den Gewinn auf Null (vielleicht später stark ins Minus) runterfahren muss.
5. die Zentralbank
diefans 15.03.2013
Die Zentralbank kauft keine Bonds, wenn sie "Bonds kauft". Sie bestiehlt die Besitzer von Zahlungsmitteln um die Produkte, die sie dann der Regierung zu Verfügung stellt.
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US-Bonität: Die wichtigsten Fakten zur US-Schuldenkrise

Fläche: 9.632.000 km²

Bevölkerung: 310,384 Mio.

Hauptstadt: Washington, D.C.

Staats- und Regierungschef: Barack Obama

Vizepräsident: Joseph R. Biden

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Die wichtigsten Eckpunkte zum US-Schuldenkompromiss
Wochenlang haben Demokraten und Republikaner in Amerika um einen Kompromiss für den Staatshaushalt gerungen. Jetzt ist die Einigung da. Die wichtigsten Eckpunkte in der Übersicht.
Wie viele Schulden darf Amerika künftig machen?
Die US-Schuldengrenze wird nach Angaben des Weißen Hauses schrittweise um mindestens 2,1 Billionen Dollar angehoben - zunächst um fast eine Billion Dollar bis Ende dieses Jahres, der Rest folgt dann bis Ende 2012. Sie steigt damit von derzeit 14,3 Billionen auf mindestens 16,4 Billionen Dollar.
Wie viel Geld will Amerika sparen?
Insgesamt rund 2,4 Billionen Dollar will die amerikanische Regierung in den kommenden zehn Jahren sparen. Das Sparprogramm soll in zwei Etappen realisiert werden. Kurzfristig sollen die Ausgaben um 917 Milliarden Dollar gekürzt werden. Bis Ende 2011 sollen zusätzliche Einsparungen von 1,5 Billionen Dollar beschlossen werden.
Was wird in der ersten Etappe eingespart?
Insgesamt geht es um 917 Milliarden Dollar. 350 Milliarden Dollar der rasch fälligen Einsparungen entfallen auf die Militärausgaben. Hinzu kommen Einsparungen im Regierungsapparat. Renten und Sozialbezüge werden fürs Erste nicht gekappt. Steuererhöhungen stehen zunächst ebenfalls nicht zur Debatte.
Wer legt die Einsparungen der ersten Etappe fest?
Den kleineren Teil des Sparprogramms müssen Repräsentantenhaus und Senat bis Dienstag absegnen. Die Abstimmungen dürften knapp ausfallen: Linke Demokraten und rechte Republikaner sind mit vielen Details des Abkommens unglücklich.
Was wird in der zweiten Etappe eingespart?
Hier geht es um 1,5 Billionen Dollar innerhalb der kommenden zehn Jahre. Die Maßnahmen können alles umfassen. Allein im Bereich Militär sind Kürzungen von mindestens 500 Milliarden Dollar geplant. Hinzu kommen Kürzungen bei Renten, Sozialausgaben (wie das Arbeitslosengeld und Lebensmittelmarken) und der Krankenversicherung für Senioren (Medicare) und Arme (Medicaid). Auch Steuererhöhungen dürften diskutiert werden.
Wer legt die Einsparungen der zweiten Etappe fest?
Bis Ende November soll ein sogenannter Super-Kongress alle weiteren Sparmaßnahmen beschließen. Es handelt sich dabei um einen Sonderausschuss aus sechs Demokraten und sechs Republikanern.

Sollte sich der Super-Kongress auf keine konkreten Maßnahmen einigen können oder der Kongress diese nicht bis Weihnachten 2011 absegnen, treten automatische Kürzungen in Kraft. Diese würden auf jeden Fall Kürzungen bei Sozial- und Verteidigungsausgaben umfassen. Renten-und Sozialschecks würden in diesem Fall kategorisch ausgespart.