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US-Notenbank: Fed schreibt US-Banken dickere Kapitalpolster vor

Fed-Chefin Yellen (am 16. Juli in Washington): "Kapital vorhalten oder schrumpfen" Zur Großansicht
AFP

Fed-Chefin Yellen (am 16. Juli in Washington): "Kapital vorhalten oder schrumpfen"

Die US-Notenbank Fed fordert, dass sich die acht größten Institute der Vereinigten Staaten besser gegen Krisen rüsten - und ihre Kapitalquoten erhöhen. Fast alle erfüllen die Vorschriften schon, nur bei JPMorgan klafft ein Milliardenloch.

Die acht größten US-Banken müssen sich mit höheren Kapitalpuffern gegen künftige Krisen wappnen. Die US-Notenbank (Federal Reserve Bank, kurz: Fed) verabschiedete entsprechende Regelungen. Um in Zukunft besser für Krisen gerüstet zu sein und den Rest der Finanzwelt nicht zu gefährden, müssen die Institute ihre Kapitalquoten bis 2019 um ein bis 4,5 Prozent erhöhen.

Betroffen sind Geldhäuser, die als "systemisch relevant" eingestuft werden, deren Pleite also die gesamte Wirtschaft in Schieflage bringen könnte. Dazu zählen wegen ihrer großen Bilanzsummen die Bank of America , Bank of New York Mellon, Citigroup , Goldman Sachs, JPMorgan sowie Morgan Stanley, State Street und Wells Fargo.

Die Banken "müssen entweder deutlich mehr Kapital vorhalten, was die Wahrscheinlichkeit ihres Zusammenbrechens reduziert, oder sie müssen schrumpfen", erklärte Fed-Chefin Janet Yellen. Sieben der acht Institute seien bereits ausreichend mit Eigenkapital ausgestattet. Nur der Nummer eins auf dem US-Bankenmarkt, JPMorgan, fehlten noch 12,5 Milliarden Dollar, sagten Fed-Vertreter.

Die US-Institute müssen damit in Zukunft strengere Vorgaben erfüllen als in der internationalen Richtlinie Basel III vorgesehen. Nach den schlechten Erfahrungen der letzten großen Finanzkrise, die 2008 im Kollaps der Wall-Street-Firma Lehman Brothers eskaliert war, wurde die Regulierung in den USA deutlich verschärft.

bos/dpa/Reuters

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insgesamt 6 Beiträge
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1. Augenwischerei
TS_Alien 21.07.2015
Bei Bilanzsummen von mehreren Billionen, wobei ein beträchtlicher Teil davon in riskanten Geschäften steckt, ist eine Eigenkapitalquote selbst von 20 % viel zu wenig, um einen Crash abfangen zu können. Und die neuen Regeln schreiben weitaus weniger Eigenkapital vor, auch nach der Erhöhung um bis zu 4,5 %. Mit den neuen Regeln werden die Banken nicht wirklich stabiler, vermutlich noch nicht einmal risikoscheuer. Man sollte ganz einfach bestimmte Geschäfte verbieten oder diese Geschäfte mit einer Eigenkapitalquote von 100 % unterlegen (bei Hebelgeschäften sogar mit mehr als 100 %).
2. Zinserhöhung?
H.Yalcin 21.07.2015
Nach fast 10 Jahren ohne Zinserhöhung und 7 Jahren einer 0% QE Maßnahme, sollte sie sich mal die Frage gefallen lassen, warum die Wirtschaft nicht auf die Beine kommt. Aus diesem Grund werden die Zinsen nicht erhöht. Sobald die Zinsen steigen geht die Krise los. Glaubt keiner? Die Geschichte lehrt die Menschen das die Geschichte nichts lehrt! Wir befinden uns jetzt in den späten 1920er und jeder weiß was 1930 los war!!
3. 100% bei Derivate geht garnicht - leider
ofelas 21.07.2015
Zitat von TS_AlienBei Bilanzsummen von mehreren Billionen, wobei ein beträchtlicher Teil davon in riskanten Geschäften steckt, ist eine Eigenkapitalquote selbst von 20 % viel zu wenig, um einen Crash abfangen zu können. Und die neuen Regeln schreiben weitaus weniger Eigenkapital vor, auch nach der Erhöhung um bis zu 4,5 %. Mit den neuen Regeln werden die Banken nicht wirklich stabiler, vermutlich noch nicht einmal risikoscheuer. Man sollte ganz einfach bestimmte Geschäfte verbieten oder diese Geschäfte mit einer Eigenkapitalquote von 100 % unterlegen (bei Hebelgeschäften sogar mit mehr als 100 %).
Genau, deshalb haben die G20 im November 2014 beschlossen einen bail-in zu organisieren. Banken die technisch insolvent sind koennen dann die Einlagen der Sparer konfizieren, das gilt fuer cash und pensionseinlagen! Bei ueber 700 000 Milliarden an Derivate nur eine Frage der Zeit.
4. So versteht man den Artikel nicht
hedele 21.07.2015
Man muss dazu sagen, dass Basel III eine Eigenkapitalquote von 2,5% vorschreibt, wobei die Gewichtung von Derivaten in Europa und USA weiterhin anders gehandhabt wird. Für 130 "systemrelevante Banken" in Europa hat Draghi im Oktober 2013 ein zusätzliches Polster von 4,5% verlangt, um sicher zu gehen. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/bankenaufsicht-ezb-fordert-mehr-eigenkapital-von-grossbanken-12616415.html Die FED zieht also nun für 8 systemrelevante Banken mit der gleichen Erhöhung nach. Allein die Differenz in der Zahl der betroffenen Institute zeigt schon, dass die FED viel risikofreudiger ist als die EZB.
5. Solange
SPONU 21.07.2015
die Anreizsysteme den Erfolg exorbitant belohnen und den Misserfolg hingegen kaum bis überhaupt nicht, ist es irrelevant welche potemkinschen Dörfer im Bereich Compliance oder EK Deckung konstruiert werden.
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