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US-Notenbank: US-Senat bestätigt Janet Yellen als neue Fed-Chefin

Jetzt ist es offiziell: Janet Yellen wird am 1. Februar Chefin der US-Notenbank. Der Senat hat einem entsprechenden Vorschlag von Präsident Obama zugestimmt. Yellen ist die erste Frau an der Spitze der Fed. Und sie steht vor schweren Aufgaben.

Washington - Der US-Senat hat Janet Yellen als neue Chefin der Zentralbank bestätigt. Die 67-Jährige wurde am Montagabend von der Mehrheit der Senatsmitglieder zur Nachfolgerin von Ben Bernanke bestimmt. Yellen soll zum 1. Februar 2014 ihr Amt antreten.

In der 100-jährigen Geschichte der Federal Reserve Banks (Fed) ist Yellen die erste Frau an der Spitze der weltweit mächtigsten Zentralbank. Die promovierte Ökonomin steht für eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik, mit der die Fed seit Ende 2008 gegen die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise kämpft.

Allerdings liegen enorme Herausforderungen vor Yellen: Angesichts der verbesserten Lage auf dem Arbeitsmarkt muss sie die milliardenschweren Konjunkturspritzen weiter herunterfahren - und zwar ohne die Finanzmärkte zu verunsichern.

US-Präsident Barack Obama hatte Yellen bereits im Oktober für den Posten nominiert. Die bisherige Vizechefin der Fed galt als Favoritin, nachdem der ehemalige US-Finanzminister Larry Summers seine Kandidatur Mitte September zurückgezogen hatte.

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Janet Yellen: Die mächtigste Frau der Weltwirtschaft
Yellen wurde am 13. August 1946 im New Yorker Stadtteil Brooklyn geboren. Ihren Uni-Abschluss machte sie mit dem Spitzenprädikat summa cum laude, heißt es in ihrer Biografie auf der Internetseite der Fed. 1971 erhielt Yellen ihren Doktortitel von der renommierten Yale University.

Ihren ersten Job hatte Yellen als Assistenzprofessorin für Ökonomie an der Eliteuniversität Harvard. 1977 wechselte sie zum ersten Mal zur Fed. In den neunziger Jahren diente sie dann unter dem damaligen Präsidenten Bill Clinton als Wirtschaftsberaterin im Weißen Haus. Mehr als ein Jahrzehnt verbrachte sie auf verschiedenen Posten bei der Fed, 2010 wurde sie von Obama zur Vizechefin der Notenbank ernannt.

aar/dpa/AFP

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1.
pepe_sargnagel 07.01.2014
Da ich SPON gestern kritisiert habe, dass Frau Yellen zumeist nur auf ihr Geschlecht reduziert wird und die Qualifikationen zumeist vergessen werden (http://forum.spiegel.de/f22/migrationsdebatte-wer-betruegt-wird-gewaehlt-109984-5.html#post14574711 - Kommentar #45), muss ich nun auch diesen Artikel loben. Hier werden wenigstens ein paar biografische Daten und mögliche Qualifikationen genannt. Dennoch muss sich der Leser immer noch viel aus den Fingern saugen oder dazu denken, denn die Forschungsgebiete stehen nicht da - ich sehe das aber genau als die journalistische Eigenleistung an! Insofern ist noch ein kleiner Schritt zu gehen, aber bitte sehen Sie das als Ermunterung an. Hier kann man sich ein Bild über ihre Veröffentlichungen und ihre Forschungsfelder verschaffen: http://ideas.repec.org/e/pye21.html
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Staats- und Regierungschef: Barack Obama

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Die Aufgaben der Fed und der EZB
EZB
Der Auftrag der Europäischen Zentralbank (EZB) ist im EU-Vertrag festgelegt. Dort heißt es: "Das vorrangige Ziel der EZB ist es, die Preisstabilität zu gewährleisten." Zugleich soll die Notenbank die allgemeine Wirtschaftspolitik des Währungsraums unterstützen - allerdings nur soweit, falls hierdurch nicht das Ziel stabiler Preise beeinträchtigt wird. Durch diese Formulierung wird dem Ziel stabiler Preise Vorrang gegenüber weiteren Zielen eingeräumt.
Die EZB ist laut EU-Vertrag aber auch für die Stabilität des Finanzsystems mitverantwortlich. Eine Aufgabe, die gerade in Zeiten starker Turbulenzen an den Finanzmärkten besonders wichtig ist.
Fed
Die US-Notenbank Federal Reserve Banks ("Fed") sieht sich im Gegensatz zur EZB mehreren Aufgaben gegenübergestellt. Der "Federal Reserve Act" schreibt drei allgemeine Ziele vor: Demnach soll die Fed mit ihrer Geldpolitik sowohl eine "maximale Beschäftigung" als auch stabile Preise und langfristig moderate Zinsen gewährleisten. Ungeachtet der Tatsache, dass das Wachstumsziel in der Aufzählungsreihenfolge vor dem Ziel der Sicherung stabiler Preise rangiert, können sich aus diesem Zielkatalog Probleme ergeben. Wenn das Preisniveau in den USA anzieht und sich zugleich das Wirtschaftswachstum der Vereinigten Staaten abschwächt, kommt es zum Dilemma: Zur Sicherung der Preisstabilität müsste die Notenbank eigentlich die Leitzinsen anheben, angesichts der Wachstumsschwäche wären hingegen Zinssenkungen angebracht.
In der Vergangenheit hat die Fed im Zweifel dem Wachstumsziel eine höhere Bedeutung beigemessen als dem Ziel stabiler Preise.

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