Washington - Die US-Notenbank Federal Reserve hält an ihrem geldpolitischen Kurs fest. Wie die Fed am Mittwoch nach einer zweitägigen Sitzung ihres für die Geldpolitik entscheidenden Offenmarktausschusses (FOMC) in Washington mitteilte, bleibt der Leitzins erwartungsgemäß bei null bis 0,25 Prozent.
Er soll laut Fed so lange so niedrig bleiben, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent gefallen ist. Auch die Aufkäufe von Staats- und Immobilienanleihen, die die Fed im Dezember auf eine monatliche Summe von 85 Milliarden Dollar erhöht hatte, werden ebenfalls fortgesetzt, bis sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt substantiell gebessert hat.
Der Beschluss wurde im FOMC mit einer Gegenstimme gefällt. Fed-Chef Ben Bernanke erläuterte am Mittwochabend die Entscheidung für die weiter lockere Geldpolitik. Er räumte ein, dass der geldpolitische Ausschuss auch die Risiken der Anleihenkäufe zur Ankurbelung der Konjunktur diskutiert habe.
Zypern-Krise kaum Auswirkungen auf USA
Wie von Beobachtern erwartet, ging Bernanke auch auf die Krise in Zypern ein. Der Zentralbankchef hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dass er in der Euro-Schuldenkrise eines der größten weltwirtschaftlichen Risiken sieht, mit möglichen gravierenden Folgen auch für die USA. Doch für sein Land befürchtet Bernanke keine "enormen Auswirkungen" durch die Zypern-Krise. Die Marktdaten hätten sich verbessert, auch nachdem das Parlament in Nikosia gegen das Hilfspaket gestimmt habe.
Gewarnt hat Bernanke hingegen vor den Folgen der massiven Haushaltskürzungen in den USA. Diese würden die Konjunktur und den Arbeitsmarkt "in den kommenden Monaten" schwächen, sagte er in einer Pressekonferenz.
Die Notenbank korrigierte ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr leicht nach unten. Die größte Volkswirtschaft der Welt wird demnach in diesem Jahr um 2,3 bis 2,8 Prozent zulegen. Bislang hatte die Fed mit einem Wachstum von bis zu drei Prozent gerechnet. Für das kommende Jahr prognostiziert die Zentralbank ein Wachstum von 2,9 bis 3,4 Prozent.
Trotz Hoffnungszeichen - auch Bernanke erkannte eine Verbesserung der Lage in den vergangenen fünf Monaten - wird sich der US-Arbeitsmarkt nach Ansicht der Fed nur schleppend erholen. Die Zentralbank rechnet nach der am Mittwoch vorgelegten Projektion erst für 2015 mit einem Absinken der Arbeitslosenquote auf 6,0 bis zu 6,5 Prozent. Damit käme das Ziel Vollbeschäftigung erst in zwei Jahren in greifbare Nähe. Den angemessenen Zeitpunkt für eine Zinserhöhung sehen wie bereits im Dezember insgesamt 13 Notenbanker erst im Jahr 2015.
cte/sun/Reuters/dpa
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