Unerlaubte Absprachen Pensionsfonds wirft Deutscher Bank Manipulationen vor

Der Deutschen Bank steht in den USA neuer Ärger ins Haus. Ein Pensionsfonds wirft dem Geldhaus vor, gemeinsam mit anderen Instituten einen wichtigen Referenzwert für Derivate manipuliert zu haben.

Deutsche-Bank-Chefs Fitschen, Jain: Verstärkung für den Vorstand
REUTERS

Deutsche-Bank-Chefs Fitschen, Jain: Verstärkung für den Vorstand


New York - Ein Pensionsfonds hat in Manhattan gegen die Deutsche Bank und zwölf weitere Investmentbanken Klage wegen möglicher Manipulationen einer wichtigen Kennzahl in der Finanzwelt eingereicht. Der Alaska Electrical Pensions Fund wirft den Wall-Street-Häusern vor, sich über Jahre bei der Festlegung des Derivate-Referenzwertes Isdafix abgesprochen zu haben und ihn so künstlich niedrig gehalten zu haben.

Der Isdafix ist eine Referenzkennzahl für Zinssätze im Interbankenhandel auf Basis von künftigen Zahlungsströmen (Swaps). Daran orientieren sich Finanzprodukte im Wert von geschätzt 370 Billionen US-Dollar, mit denen sich etwa Pensionskassen gegen Risiken absichern. Weltweit laufen seit fast zwei Jahren auch behördliche Untersuchungen, ob Banken bei der Ermittlung der Derivate-Kurse ähnlich wie im Libor-Skandal bei Referenzzinssätzen manipuliert haben. Ähnliche Ermittlungen gibt es auch bei anderen wichtigen Kennziffern - etwa Devisenkursen sowie den Preisen von Gold und Silber.

Der Pensionsfonds will weitere Investmentgesellschaften, die zwischen 2006 und Anfang dieses Jahres Geschäfte auf Basis des Isdafix abgeschlossen haben, für seine Klage gewinnen. Die rechtlichen Schritte richten sich neben der Deutschen Bank auch gegen Barclays Chart zeigen, Bank of America Chart zeigen, Citigroup Chart zeigen, BNP Paribas Chart zeigen, HSBC Holdings Chart zeigen, Royal Bank of Scotland Chart zeigen, Credit Suisse, UBS Chart zeigen, Goldman Sachs Chart zeigen, Nomura Holdings Chart zeigen, Wells Fargo Chart zeigenund JPMorgan Chase Chart zeigen. Die Konzerne wollten sich dazu nicht äußern.

Wichtigste Grundlage für den Isdafix waren bislang die vom Brokerhaus Icap auf der Basis von ausgeführten Geschäften sowie Angebot und Nachfrage ermittelten Daten. In einem zweiten Schritt mussten Banken die Icap-Daten bestätigen oder abweichende Werte eingeben. Dass Banken unterschiedliche Angaben machten, soll kaum vorgekommen sein und ist nun die Basis für die Klage des Fonds. Und noch ein Indiz deutet darauf hin, dass der Verdacht des Alaska Electrical Pensions Fund berechtigt ist: Nach Informationen aus Finanzkreisen soll das Phänomen, dass die Banken praktisch immer dieselben Werte angaben, Ende 2012 nicht mehr zu beobachten gewesen sein. Damals hat die Finanzaufsichtsbehörde CFTC erste Informationsgesuche an die Institute geschickt.

mik/dpa-AFX

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insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
robert.c.jesse 05.09.2014
1. Die BANK hat nie schuld, aber viele Schuldner ...
Ach sowas. Die schrecken vor nichts zurück. Die Gier füllt die Taschen aber trocknet das Herz aus. Glückliche Menschen handeln anders und man sieht es Ihnen auch an. Hier hat man das unangenehme Gefühl es mit Zombies zu tun. Hungrig nach Frischgeld...
BettyB. 05.09.2014
2. Schau da...
Es gibt immer wieder neue Ecken, in denen Banker betrogen haben sollen. Da sollten doch wohl nicht die Firmen, sondern die Banker selbst auf die Anklagebank und zahlen, bis ihnen gegebenenfalls eben nur der Sozialhilfesatz bleibt...
walter_e._kurtz 05.09.2014
3. Die Geister, die sie riefen...
...werden sie nun nicht mehr los. Reagan & Thatcher wollten eine starke Finanzbranche, im Anschluß haben viele mitgemacht, und nun wird man ihrer nicht mehr Herr. Wo wir gerade dabei sind: Draghi hat vprgestern angekündigt, ABS-Papiere wieder zuzulassen - jene Brandbeschleuniger, die die letzte Finanzkrise mitverursachten. Offensichtlich wollen einige die angesprochenen Geister auch nicht mehr in die Flasche zurückstopfen...
raber 05.09.2014
4. Banken bei allen Finanzmanipulationen gross dabei
Bei diesen ganzen Manipulationen, Absprachen und Betrügereien der Banken sollten endlich mal auch die Banker als Personen bestraft werden und nicht nur die Banken als Firmen. Ohne Banker funktionieren die Banken nicht. Ebenso fängt auch kein Gebäude einen Betrug an sondern der Banker der da drinnen sitzt macht es. Die ganzen Compliance Mánneken die diese Banken haben gehören als Komplizen der Verheimlichung auch rausgeschmissen.
may.karl 05.09.2014
5. Kann nicht sein
Egal, welche Schweinerei angeblich passiert ist, die Deutsche Bank wird beschuldigt. Wenn da was dran wäre, hätte die Bundeskanzlerin nie und nimmer zu Ehren von Herrn Ackermann und auf Kosten des Steuerzahlers ein Riesenfest im Kanzleramt (!) veranstaltet.
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