Deutsche Bank betroffen Pensionsfonds verklagt zehn Großbanken

Zehn weltweit führende Banken und zwei Handelsplattformen sollen sich abgesprochen und damit ihre Kunden übervorteilt haben. Ein Pensionsfonds aus Chicago hat in den USA deshalb jetzt Klage eingereicht - es geht um Milliarden.

Spiegelung der Deutsche-Bank-Zentrale: Nächste Klage gegen Großbanken
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Spiegelung der Deutsche-Bank-Zentrale: Nächste Klage gegen Großbanken


Den großen Banken droht erneut juristischer Ärger: Zehn weltweit führende Geldhäuser und zwei Handelsplattformen sollen mit Absprachen den Wettbewerb auf dem 320 Billionen Dollar schweren Markt für sogenannte Zinsswaps behindert haben. Eine entsprechende Klage wurde am Mittwoch bei einem Gericht im New Yorker Finanzdistrikt Manhattan eingereicht.

Die Klage richtet sich unter anderem gegen die Deutsche Bank, aber auch gegen große US-Banken wie JP Morgan, Goldman Sachs, Bank of America und die Citigroup. Auch die Schweizer UBS und die Credit Suisse wurden verklagt, ebenso wie britische Barclays und die Royal Bank of Scotland.

Eingereicht wurde die Klage von einem Pensionsfonds aus Chicago, der nach eigener Darstellung wegen des eingeengten Wettbewerbs zu viel bezahlen musste, um solche Derivate-Angebote der Banken in Anspruch zu nehmen. Die Institute verhinderten einen stärkeren Handel von Zinsswaps auf elektronischen Plattformen. Das habe ihnen über die Jahr Milliarden zusätzlich eingebracht, so die Anklage. Viele Marktteilnehmer nutzen Swaps, um sich gegen Zinsänderungsrisiken abzusichern.

Zahlreiche Banken rund um den Globus müssen sich bereits wegen der Manipulation des Devisenmarktes und von Referenzzinssätzen wie dem Libor verantworten.

Im Libor-Skandal war im Sommer der erste Banker verurteilt worden. Ein früherer Star-Händler der Schweizer Großbank UBS muss für 14 Jahre ins Gefängnis. Der Manipulationsskandal war im Jahr 2012 bekannt geworden. Zahlreiche Banken hatten empfindliche Strafzahlungen an Behörden in London, Washington und Brüssel zahlen müssen - darunter die Deutsche Bank, die Schweizer UBS und die US-amerikanische Citigroup.

nck/Reuters

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insgesamt 16 Beiträge
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goethestrasse 26.11.2015
1. ..um auch zu klagen
..bin ich zu klein und unwissend. Aber veräppelt fühle ich mich von meinen Versicherungen auch. Schon typisch, dass die Deutsche Bank nur ganz wenige Investment Bankster entlässt. Die sorgen ja für den riskantesten und gewinnbringenden Umsatz. Das Schaltergeschäft ist nur was für die Volksbanken und Sparkassen auf dem Dorf und die Doofen.
abocado 26.11.2015
2. Lizenzentzug
... scheint bei betrügerisch agierenden Banken kein Thema zu sein. Jeder kleine Gewerbetreibende gälte längst als unzuverlässig und würde mit Ordnungsgeldern oder gar Entzug der Gewerbeerlaubnis bestraft. Mit dieser Logik hätte man diese einer kriminellen Vereinigung ähnliche Bank längst vom Platz jagen müssen. Und den Schaden müssen die Aktionäre aushalten. Schließlich hatten sie auch den Nutzen davon.
MarkusH. 26.11.2015
3. warum darf die USA alle verklagen?
wer bekommt das Geld dann überhaupt? betrug ist Betrug aber das ist schon echt seltsam. am besten keine Amerikaner transportieren und denen nix verkaufen. kostet Milliarden und 1000de Arbeitsplätze
eckawol 26.11.2015
4. Eingeengter Wettbewerb?
Der Derivate-Markt ist über die Jahre zu einem hochkompetitiven Markt mit einer Vielzahl von Marktteilnehmern gewachsen. Mit wachsender Teilnehmerzahl reduzierten oder glätteten sich die Arbitragemöglichkeiten aus und somit auch die Preisdifferenzen. Wenn die Treasurer des Pensionsfonds diese Tatsache nicht erkannt oder nicht gewußt haben wollen, so waren die falschen Leute am Treasurer-Platz.
hwdtrier 26.11.2015
5. Ganz einfach
Wer in den USA arbeitet muss sich an US Gesetze halten und kann entsprechend bestraft werden. Da stet man meist auf Seite der Verbraucher. Das ist bei uns leider nicht so.
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