US-Rechtsstreit um Iran-Geschäfte: Barclays zahlt 300 Millionen Dollar

Mit der Zahlung von fast 300 Millionen Dollar hat Barclays ein Verfahren in den Vereinigten Staaten beigelegt: Der britischen Großbank waren Verstöße gegen Handelssanktionen vorgeworfen worden. Ein Richter genehmigte nun den Vergleich mit dem US-Justizministerium - trotz Bedenken.

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dpa

Britische Großbank Barclays: Vergleich mit dem US-Justizministerium genehmigt

Washington - Gegen Zahlung von 298 Millionen Dollar hat die britische Großbank Barclays ein Gerichtsverfahren wegen möglicher Verstöße gegen Handelssanktionen in den USA abgewendet. Ein Bezirksgericht billigte am Mittwoch eine entsprechende Einigung zwischen dem Institut und dem US-Justizministerium.

Barclays wurde vorgeworfen, jahrelang Transaktionen mit Banken im Iran und Sudan sowie in Kuba, Libyen und Birma getätigt und verschleiert zu haben. Gerichtsunterlagen zufolge geht es um Zahlungen von 500 Millionen Dollar in den Jahren 1996 bis 2006.

Der Vergleich sieht vor, dass die Vorwürfen gegen die in London ansässige Bank verschoben und letztlich fallengelassen werden, wenn diese sich künftig an sämtliche Gesetze in den USA hält.

Richter Emmet Sullivan stimmte dem Abkommen trotz Bedenken zu, dass Barclays damit zu billig davonkomme. Er übte harsche Kritik an der später von ihm selbst genehmigten Einigung: Barclays bekenne sich nicht schuldig bekenne, Einzelpersonen würden strafrechtlich nicht verfolgt und letztlich müssten Aktionäre die Vergleichssumme aufbringen - und nicht die Manager.

wit/apn/Reuters

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