Wertpapiere US-Regierung verklagt Bank of America wegen Hypothekenbetrugs

Noch mehr Ärger wegen Geschäften aus der Zeit der Finanzkrise: Die Bank of America muss sich einer Klage von Justizministerium und Börsenaufsicht stellen. Die Bank hat lange prächtig daran verdient, Anlegern minderwertige Hypotheken unterzujubeln.

Bank of America in New York: Die US-Regierung verklagt das Geldinstitut
REUTERS

Bank of America in New York: Die US-Regierung verklagt das Geldinstitut


New York - Die US-Regierung hat die Bank of America Chart zeigenwegen ihrer Hypothekengeschäfte vor 2007 verklagt. Sowohl das Justizministerium als auch die Börsenaufsicht SEC reichten die Klagen am Dienstag ein, wie aus Gerichtsunterlagen eines Bundesgerichts in Charlotte hervorging.

Die US-Regierung wirft dem Geldhaus vor, Investoren beim Verkauf von Hypothekenpapieren im Wert von 850 Millionen Dollar (640 Mio Euro) betrogen zu haben. Die Bank habe verschwiegen, wie schlecht die Qualität der enthaltenen Eigenheimkredite gewesen sei.

Viele Anleger kritisieren die Bank, weil sie minderwertige Hypotheken - teilweise in hochkomplexe Wertpapiere gebündelt - verkauft haben soll. Während das Institut daran jahrelang prächtig verdiente, blieben die Käufer auf den Verlusten sitzen, als der US-Immobilienmarkt 2007 zusammenbrach.

In einer Stellungnahme der Bank of America hieß es: "Es handelte sich um erstklassige Hypotheken, die an erfahrene Investoren verkauft wurden, die ausreichend Zugang zu den zugrundeliegenden Daten hatten, und wir werden das beweisen."

Mit der Klage holen die Bank of America abermals ihre Altlasten aus der Finanzkrise ein, die vor allem im Hypothekengeschäft liegen und bereits zu einer Reihe kostspieliger Vergleiche geführt haben. Das Unternehmen hatte mit am stärksten auf den heimischen Hypothekenmarkt gewettet.

Zuletzt hatte sich der harte Sparkurs der Bank ausgezahlt. Im abgelaufenen Quartal lag der Nettogewinn der Bank of America bei 3,57 Milliarden Dollar. Das waren 70 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Umsätze legten um rund drei Prozent auf knapp 23 Milliarden Dollar zu.

Im Tagesgeschäft tut sich das Geldhaus immer noch schwer. Der Hypothekenbereich bleibt in den roten Zahlen. Dafür florierte zuletzt der Aktienhandel, auch die Vermögensverwaltung liefert verlässliche Gewinne.

mia/Reuters/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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hefe21 07.08.2013
1. Komplex(ler)
Es ist wirklich ein Kreuz mit der zeitgenössischen Wirtschaftspresse. Jeder Unsinn wird ungefiltert über die Schornsteine rausgeblasen. Was soll daran komplex sein, wenn kriminelle Pantscher Scheisse in Staniolpapier wickeln und es naschhaften "Anlegern" als Schokolade verkaufen? Geschehen ist dies unter anderem deshalb, um einen grotesk überdimensionierten Finanzapparat durchzufüttern. Eine volkswirtschaftlich großteils als parasitär zu bezeichnende Gruppe hat sich unter Duldung unfähiger Politiker einen unglaublichen Anteil an der volkswirtschaftlichen Leistung unter den Nagel gerissen. Die Wirtschaftspresse hat sich auf dem Niveau von Schlachtenbummlern dem Geschehen genähert. An den unsinnigen Vokabeln aus den Börsenberichten kann man jeden Tag erkennen, dass viele nicht in der Lage sind, die Realität zu analysieren.
nixkapital 07.08.2013
2. ...
Zitat von sysopREUTERSNoch mehr Ärger wegen Geschäften aus der Zeit der Finanzkrise: Die Bank of America muss sich einer Klage von Justizministerium und Börsenaufsicht stellen. Die Bank hat lange prächtig daran verdient, Anlegern minderwertige Hypotheken unterzujubeln. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/us-regierung-verklagt-bank-of-america-wegen-hypothekengeschaeften-a-915196.html
...das wäre doch ein Wahlkampfthema für Steinbrück & Co. nach der Wahl die Deutsche Bank verklagen. Aber darauf kommt er nicht mehr.
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