Umstrittene Steuerpraktiken: US-Staatsanwalt ermittelt gegen Romneys Ex-Firma
Der New Yorker Generalstaatsanwalt ermittelt offenbar gegen US-Beteiligungsgesellschaften wegen umstrittener Steuerpraktiken. Dem US-Fiskus sollen mehrere hundert Millionen Dollar entgangen sein. Im Visier steht auch die einst vom Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney geführte Bain Capital.
New York - Es könnte ein empfindlicher Schlag gegen einige der größten US-Investmentfirmen sein - und den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney in Bedrängnis bringen. Der Generalstaatsanwalt von New York hat offenbar mindestens zwölf US-Beteiligungsgesellschaften wegen umstrittener Steuerpraktiken ins Visier genommen. Die Finanzinvestoren hätten möglicherweise so getrickst, dass dem Fiskus mehrere hundert Millionen Dollar an Steuereinnahmen verlorengegangen seien, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person.
Mehr als ein Dutzend Vorladungen seien im Juli bereits verschickt worden. Zu den betroffenen Firmen zählten demnach Kohlberg Kravis Roberts, TPG Capital, Apollo Global Management, und die einst vom republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney geführte Bain Capital. Die Untersuchung kommt mitten in der heißen Wahlkampfphase in den USA. Die Präsidentenwahl findet am 6. November statt. Nach Ansicht von Experten könnte die mögliche Steuerhinterziehung in der Branche den Demokraten unter Präsident Barack Obama in die Hände spielen.
Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen dem Bericht zufolge Gebühren, die die Unternehmen für die Vermögensverwaltung erheben. Geprüft wird offenbar, ob diese Aufwendungen so umdeklariert wurden, dass sie für Investitionen standen, die Kapitalgewinne abwarfen und somit deutlich niedriger besteuert wurden. Das Büro von Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman lehnte eine Stellungnahme zu dem Vorgang, ab, über den zuerst die "New York Times" berichtet hatte.
Manager der betroffenen Firmen fürchteten Schneiderman, schreibt die "NYT", denn der Generalstaatsanwalt sei ein Parteimitglied der Demokraten mit guten Verbindungen zur Regierung von US-Präsident Obama. Grund der Ermittlungen seien demnach die Verbindungen Romneys zu Bain Capital.
Die Steuerpraktiken kamen vergangenen Monat ans Licht, als Hunderte Seiten interner Dokumente von Bain Capital im Internet veröffentlicht wurden. Ob die Methoden tatsächlich illegal sind, ist umstritten.
nck/Reuters
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