US-Steuerreform Firmen kündigen milliardenschwere Aktienrückkäufe an

Die Steuerreform von US-Präsident Trump animiert Firmen zu umfangreichen Aktienrückkäufen. Genau davor hatten Kritiker gewarnt.

Händler an der New Yorker Wall Street
AP

Händler an der New Yorker Wall Street


Mit seiner Steuerreform will US-Präsident Donald Trump heimische Unternehmen zu Investitionen anregen und so die Wirtschaft weiter anheizen. Doch Zahlen deuten darauf hin, dass die Firmen nicht so handeln, wie Trump sich das vorgestellt hat. US-Unternehmen wollen nach der radikalen Steuerreform so viele eigene Aktien zurückkaufen wie noch nie. Im Februar summierten sich die Ankündigungen der Firmen auf 153,7 Milliarden Dollar, teilte das auf solche Transaktionen spezialisierte Analysehaus TrimTabs mit. Im Januar waren es demnach knapp 60 Milliarden.

"Wenn dieses Tempo beibehalten wird, wird das Volumen in diesem Jahr die Summen aus allen anderen Jahren übertrumpfen", sagte TrimTabs-Analyst Winston Chua. Der bisherige Rekord in einem Monat lag bei 133 Milliarden Dollar im April 2015.

Kritiker werfen Trump vor, von der Steuerreform profitierten vor allem Reiche und Konzerne. Unternehmen würden zusätzliche Gelder nicht für Investitionen nutzen, sondern Dividenden erhöhen und verstärkt Aktienrückkäufe tätigen.

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Der Kongress hatte im Dezember grünes Licht für die größte US-Steuerreform seit 30 Jahren gegeben, die unter anderem deutliche Steuersenkungen für Unternehmen vorsieht. Trump hat das Ziel ausgegeben, das Wachstum in den nächsten Jahren nachhaltig auf drei Prozent zu treiben.

Einige Ökonomen kritisieren, die sowieso schon boomende US-Wirtschaft werde zu sehr angeheizt. Die Staatsschulden der USA würden durch die Steuerreform unnötig aufgebläht. Dadurch ergebe sich dann weniger Handlungsspielraum für wirtschaftlich schlechtere Zeiten.

mmq/Reuters



insgesamt 78 Beiträge
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observerlbg 01.03.2018
1. Patriotismus ist nun nicht gerade erste Unternehmenspflicht
Wie naiv waren da einige in den US.-Parlamenten? Nun gut, die Mehrheit der Reichen und die Lobbyisten der Superreichen in den Parlamenten haben ihr Ziel erreicht: der Bundeshaushalt ist auf Jahre prikär. Nach Ende der Amtszeit Trumps wäre der Handlungsspielraum für eine demokratische Regierung extrem eingegrenzt. Ja Kinder, die Superreichen denken in laaaangen Zeiträumen.
rkinfo 01.03.2018
2. Aktienrückkäufe schützen vor Börsencrash
Die Börsen haben Höchststände erreicht und mittelfristig wird da eher Stagnation entstehen. Gleichzeitig steigen die Zinsen und die Inflation an. Die Stabilisierung der Börse macht den Wechsel zum Anleihenmarkt stabiler. Mittelfristig werden die USA ihre alten Staatsschulden per FED aufkaufen lassen und per Inflation abbauen. Das klappte bereits in den frühen 30er Jahren ;-)
dbrown 01.03.2018
3. Sowas kommt dabei heraus,
wenn ein Amateur die Zügel in der Hand hält und ein Land noch schneller in den Ruin treibt als seine Vorgänger zusammen.
thequickeningishappening 01.03.2018
4. Interessant
Eigentlich sind Aktienrückkäufe ja was Positives, im momentanen Umfeld allerdings genau Die verkehrte Medizin für Die eh schon aufgeblähten Maerkte! Das wird Der letzte große Schluck aus Der Pulle bevor Der Wind dreht! Vier angekündigte Zinserhöhungen in diesem Jahr - nur Der Zeitpunkt Der Marktumkehr ist Die große Unbekannte - Die Nervosität wird zunehmen!
der_rookie 01.03.2018
5. Hm
Der Artikel ist nicht vollständig. Nicht jedes US Unternehmen ist an der Börse gelistet und kann somit Aktien zuückkaufen. Allerdings sind dies dennoch gigantische Beträge die nun von der Realwirtschaft in die Finanzwirtschaft fliessen. Da ist schon die Frage wieso Trump nicht mehr Fokus auf die von ihm angekündigten Infrastrukturinvestitionen legt: Da hat er als Käufer mit dem Buy-America Act viel mehr Kontrolle darüber, dass die Summen wirklich bei Amerikanischen Arbeitsplätzen landen - egal ob er lieber Schulen, Krankenhäuser, Gefängnisse oder Autobahnen bauen - bzw. sanieren lässt. Persönlich glaube ich ja, dass Amtrak dringend Bedacht werden müsste - aber vermutlich entspricht dies nicht seiner Ideologie
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