Konjunktursorgen US-Aktienkurse fallen ungewöhnlich stark

Die Furcht vor einer Rezession und einer Eskalation des Handelsstreits mit China belasten die US-Börsen. Der Leitindex Dow Jones rauscht an einem einzigen Tag fast 800 Punkte in die Tiefe.

Börse in New York
REUTERS

Börse in New York


An der Wall Street hat am Dienstag Ausverkaufsstimmung geherrscht. Konjunktursorgen und Zweifel an der Nachhaltigkeit des jüngsten Handelsdeals mit China haben die wichtigsten Aktienindizes tief ins Minus gedrückt.

Der Leitindex Dow Jones Chart zeigen sackte insgesamt um 3,1 Prozent auf 25.027 Punkte ab. Es war der größte Kursrutsch seit dem 10. Oktober. Der breiter aufgestellte S&P 500 sank um 3,24 Prozent auf 2700 Punkte, der Technologieindex Nasdaq Chart zeigen gar um 3,78 Prozent auf 6795 Punkte. Technologieaktien gelten als besonders anfällig gegenüber wirtschaftlichen Schwankungen.

Die Nervosität in den USA belastete in der Folge auch Asiens Börsen. Der japanische Leitindex Nikkei Chart zeigen notierte knapp ein Prozent schwächer. Der chinesische Hang-Seng-Index Chart zeigen verlor rund 1,5 Prozent an Wert.

US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatspräsident Xi Jinping hatten sich am Wochenende geeinigt, den Handelskonflikt zwischen den beiden Nationen vorerst nicht weiter eskalieren zu lassen. Anleger sind jedoch skeptisch, ob dies gelingt.

Bündel an Sorgen

"Eigentlich müssten sich die beiden Seiten nur auf die Parameter für einen künftigen Deal einigen und die Aufhebung der Zölle voranzutreiben", schrieb Analyst Craig Erlam vom Währungsbroker Oanda. Aktuell jedoch, so sieht es sein Kollege Stephen Innes, herrsche Verwirrung, nachdem Trumps Berater Larry Kudlow Schwierigkeiten hatte, klar zu formulieren, wann genau China die Zölle auf US-Autos zurücknehmen wolle.

Ferner schlugen den Anlegern schlechte Nachrichten aus London aufs Gemüt: Nur wenige Stunden vor Beginn der fünftägigen Debatte über das Brexit-Abkommen monierte das britische Parlament, die Regierung missachte beim Brexit die Rechte der Abgeordneten. Premierministerin Theresa May werden ohnehin nur geringe Chancen zugestanden, eine Mehrheit für ihr Brexit-Abkommen bei der geplanten Abstimmung am 11. Dezember im Parlament zu erreichen.

Die Anleger blickten zudem nervös auf den Anleihenmarkt. Erstmals seit rund elf Jahren lagen dort die Renditen von zwei- und dreijährigen US-Anleihen höher als die Renditen im fünfjährigen Laufzeitbereich. Höhere Kurzfrist- als Langfristzinsen gelten als Rezessionssignal.

ssu/AFP/dpa/Reuters

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insgesamt 40 Beiträge
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soisses1 05.12.2018
1. Wäre
ja nicht das erste Mal in den letzten 25 Jahren. Kühlen Kopf bewahren und dann Qualitätswerte einkaufen, wenn z.B. in USA die Zinsen wieder fallen und/oder die Zentralbanken wieder massiv Anleihenkäufe tätigen.
cyberpommez 05.12.2018
2. Aktien als Altersversorgung?
Da kann man nur hoffen, dass die Kurse noch deutlich weiter sinken, damit der deutsche Michel merkt was für eine tolle und sichere Idee eine Altersversorgung durch Aktien ist. Das Geld wird lediglich in andere Hände wandern und genau dafür wird Merz jetzt von Blackrock ins Rennen geschickt, man möchte möglichst auch das Geld von allen Kleinsparern haben, kann ja nicht sein, dass es noch Menschen mit eigenem Kapital gibt. Ich habe bisher noch jeden ausgelacht, der Geld durch Aktien verloren hat ( Infineon ), weil der Traum vom leistungslosen Geld verdienen geplatzt ist.
Leser_01 05.12.2018
3.
Immer wenn es an der Börse zu "ungewöhnlich" starke Schwankungen kommt, gibt es dafür mehrere Erklärungen: Statistischer Ausreißer, saisontypische Schwankungen oder Manipulation. Letzteres kann im computergestützten Handel leicht zu einer Kettenreaktion führen. Bevor man etwas von Furcht vor Rezession erzählt, sollte man erst mal analysieren, was genau geschehen ist. Vielleicht wollen viele Leute einfach nur kurz vor Weihnachten etwas Bargeld auf dem Konto haben, um Geschenke kaufen zu können.
Ralf1234 05.12.2018
4.
Gestern rauf (alles toll); heute runter (alles mies) . Eigentlich reicht es wenn nur am Freitag der Schlusstand in den Medien verkündet wird.
dasfred 05.12.2018
5. Nicht immer so negativ sehen
Ein Friedrich Merz würde uns nun erklären, dass die Kurse sich gerade auf ein optimales Einstiegsniveau einpendeln und wir nun den richtigen Zeitpunkt zum Aktienkauf haben.
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