USA: Börsenaufsicht verklagt Apple-Geheimnisverräter

Sie sollen geheime Informationen von Apple und anderen Technologiekonzernen an Investoren verkauft haben - jetzt hat die US-Börsenaufsicht fünf Männer und eine Frau verklagt. Die Insider haben demnach unveröffentlichte Finanzergebnisse und Verkaufszahlen verraten.

Steve Jobs: Wussten bestimmte Investoren bereits vor dessen Vorstellung vom iPad? Zur Großansicht
REUTERS

Steve Jobs: Wussten bestimmte Investoren bereits vor dessen Vorstellung vom iPad?

Washington - Für die mutmaßlichen Geheimnisverräter in namhaften Technologiekonzernen wird es Ernst: Die US-Börsenaufsicht SEC hat sich eingeschaltet und am Donnerstag sechs Beteiligte eines sogenannten Experten-Netzwerks verklagt. Die fünf Männer und eine Frau sollen Anleger gegen Bares mit Insiderinformationen unter anderem von Apple Chart zeigen , Dell Chart zeigen und Advanced Micro Devices (AMD) Chart zeigen versorgt haben.

Der Fall war im Dezember ins Rollen gekommen. Das FBI hatte mehrere Verdächtige verhaftet, die New Yorker Staatsanwaltschaft erhob Anklage. Nun ist die SEC aktiv geworden. Die Mitglieder des Experten-Netzwerks hätten geheime Firmeninformationen an Hedgefonds und andere Investoren verkauft, erklärte Chefermittler Robert Khuzami. Neben Geldstrafen fordert er auch ein Berufsverbot für einige der Beteiligten.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen die beiden Berater James Fleishman und Winifred Jiau. Nach den Erkenntnissen der Ermittler haben sie die Mitarbeiter der Technologiekonzerne mit den Investoren zusammengebracht.

Profit von fast sechs Millionen Dollar

In Telefonaten sollen die Insider dann über Neuentwicklungen, Verkaufszahlen oder die noch unveröffentlichten Finanzergebnisse geplaudert haben. Nach Erkenntnissen der SEC schlugen die Investoren aus ihrem Wissensvorsprung einen Profit von fast sechs Millionen Dollar.

Im Falle von Apple soll ein "Kunde" des Experten-Netzwerks so schon Monate vor dem Erscheinen gewusst haben, dass das neue iPhone 4 eine zweite Kamera für Videotelefonate besitzt und dass Apple zudem eine Art Lesegerät entwickelt - was sich später als der Tablet-Computer iPad herausstellen sollte.

Wie wertvoll derartige Informationen sein können, lässt sich am Apple-Kurs ablesen: Im Oktober 2009, zum Zeitpunkt des Telefonats, kostete die Aktie etwa 180 Dollar. Heute sind es mehr als 340 Dollar.

böl/dpa-AFX

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