Französische Großbank Crédit Agricole muss 800 Millionen Dollar Strafe zahlen

Die Großbank Crédit Agricole hat Sanktionen missachtet und illegale Geschäfte in Krisenstaaten abgewickelt. Die Konsequenzen sind für das französische Geldhaus schmerzhaft: Fast 800 Millionen Dollar Strafe sind fällig.

Crédit-Agricole-Filiale in Paris: Strafe in den USA
REUTERS

Crédit-Agricole-Filiale in Paris: Strafe in den USA


Die US-Regierung zieht die französische Großbank Crédit Agricole wegen Sanktionsverstößen durch illegale Geschäfte in Ländern wie Iran und Sudan zur Rechenschaft. Das Geldinstitut habe einen Vergleich über insgesamt 787 Millionen Dollar (693 Mio Euro) akzeptiert, teilte das US-Finanzministerium am Dienstag mit.

Die Bank soll zwischen 2003 und 2008 verbotene Transaktionen für Klienten in Iran und Sudan sowie in Kuba und Burma abgewickelt haben. Das könne nicht toleriert werden, sagte der zuständige Direktor beim Finanzministerium: "Wir werden die Wirtschaftssanktionen der Vereinigten Staaten aggressiv durchsetzen."

2014 hatte das US-Justizministerium der BNP Paribas eine Rekordstrafe von fast neun Milliarden Dollar wegen Sanktionsverstößen aufgebrummt. Die Commerzbank zahlte wegen ähnlicher Vorwürfe im März eine Milliardenstrafe. Gegen andere Institute, darunter die Deutsche Bank und die Société Générale, ermitteln die US-Behörden noch.

Seit einiger Zeit werden Banken in den USA immer wieder hohe Strafzahlungen auferlegt. Wegen Zinsmanipulationen wurden zuletzt im Juni fünf internationale Großbanken zu Strafen über insgesamt rund 5,7 Milliarden Dollar verurteilt. Betroffen waren JP Morgan, Barclays, Royal Bank of Scotland (RBS) und Citigroup sowie die Schweizer Großbank UBS.

mxw/dpa



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yilmaz10 21.10.2015
1. Wohin fließen die Strafzahlungen?
Geht das alles in die amerikanischen Kassen?
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