Iran-Sanktionen: US-Behörden ermitteln gegen HypoVereinsbank

Es geht um mögliche Verstöße gegen die Iran-Sanktionen. Die Münchner HypoVereinsbank ist ins Visier von US-Ermittlern geraten. Das Institut erklärte, man kooperiere mit den Behörden.

HVB-Zentrale in München: Geldgeschäfte mit Iran? Zur Großansicht
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HVB-Zentrale in München: Geldgeschäfte mit Iran?

München/New York - Wegen möglicher Verstöße gegen Iran-Sanktionen ermitteln US-Behörden gegen die Münchner HypoVereinsbank. Die Bank bestätigte am Sonntag, sie kooperiere mit Behörden in den USA "im Hinblick auf Personen und Unternehmen, die mit US-Sanktionen belegt sind". Nach Informationen der "Financial Times" wurden die Ermittlungen bereits in einem Börsenprospekt und mehreren Geschäfts- und Zwischenberichten erwähnt, die der Mutterkonzern Unicredit Chart zeigen vor längerer Zeit veröffentlicht hatte. Das Detail hatte aber zunächst keine Beachtung in den Medien gefunden.

Die Untersuchungen sollen Iran-Geschäfte der Bank betreffen, wie die "FT" unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person weiter schreibt. Die HypoVereinsbank teilte am Sonntag auf Anfrage mit, mit Blick auf die andauernden Ermittlungen gebe das Unternehmen keine weiteren Kommentare ab. Das Institut erklärte lediglich, es überprüfe die Einhaltung von den USA verhängten Wirtschaftssanktionen breit angelegt und auf eigene Initiative.

Die US-Behörden prüfen schon seit Jahren, ob internationale Geldkonzerne für Geschäfte mit Ländern wie Iran, dem Sudan, Myanmar, Nordkorea und Kuba gegen Sanktionen verstoßen haben. Wegen Iran-Geschäften sind bereits mehrere Institute von US-Behörden durchleuchtet worden. Prominentester Fall in jüngster Zeit ist die britische Bank Standard Chartered Chart zeigen, die sich vor wenigen Tagen gegen die Zahlung von 340 Millionen Dollar verglichen hat. In der Vergangenheit haben bereits andere Banken ähnliche Summen gezahlt.

Deutsche Banken im Visier der US-Behörden

Auch gegen die Deutsche Bank Chart zeigen ermitteln einem vor einer Woche erschienenen Bericht der "New York Times" zufolge US-Behörden. Ein Sprecher der Deutschen Bank hatte dies nicht kommentieren wollen, aber betont, die Bank habe bereits 2007 die Entscheidung getroffen, keine neuen Geschäftsbeziehungen mit Iran, dem Sudan, Syrien oder Nordkorea aufzunehmen und bestehende Geschäftsbeziehungen im Rahmen des rechtlich Möglichen zu kündigen.

Die Commerzbank zählt ebenfalls zu den untersuchten Banken. Das Institut weist bereits in Börsenprospekten auf finanzielle Risiken aus möglichen Verstößen gegen die US-Sanktionen hin. Daraus könne aber nicht abgeleitet werden, dass diese Risiken auch tatsächlich eintreten werden, hatte die Commerzbank kürzlich erklärt.

mik/dpa

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insgesamt 47 Beiträge
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1. Frechheit...
mediator_ch 26.08.2012
...das muss ein IRRTUM sein, DEUTSCHE Banken tun so etwas ganz bestimmt nicht.
2.
KaraMer 26.08.2012
Zitat von sysopDPAEs geht um mögliche Verstöße gegen die Iran-Sanktionen. Die Münchner HypoVereinsbank ist ins Visier von US-Ermittlern geraten. Das Institut erklärte, man kooperiere mit den Behörden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,852178,00.html
Seit diese Bank von Unicredit gekauft wurde, gab es immer öfter Berichterstattung über unseriöse Geschäfte. Die Servicequalität nahm eindeutig ab, die Angestellten waren verunsichert. Ich tippe auf schlechtes Management. Hat Libyen noch diese hohe Beteiligung an Unicredit?
3. Haben diese Länder...
eurorentner 26.08.2012
...Glück, dass sie künftig nichts mit westlichen Banken zu tun haben. Ein Ergebnis ist an Griechenland zu erkennen.
4. Wegsperren und gut is.
speedy 26.08.2012
Wir sollten alle Finanzinstitute in Europa verstaatlichen das Eingenkapital der Banken massiv erhöhen und dann das Verhältnis Schulden zu Guthaben neu Bewerten.Die Finanzverbrecher vor Gericht und ab ins Kittchen.Die Amis machen sich doch lächerlich selbst ihre Banker sind doch genauso Kriminell wie alle anderen aber dort werden auch nicht die richtigen Konsequenzen gezogen.Räumt den Misthaufen in der Finanzmafia und an den Börsen endlich auf und sperrt sie alle weg.
5. Lizenzentzug
Liberalitärer 26.08.2012
Natürlich muss man den Ausgang der Ermittlungen abwarten und eine Vorverurteilung verbietet sich. Aber, wenn sich das bestätigt, dann ist die Bank zu schließen und die Banklizenz zu entziehen. Für die Kunden müsste eine Regelung gefunden werden.
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