Rohstoff-Boom: USA errechnen gigantische Schieferöl-Reserven

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Ölförderung in Kalifornien: Umstrittene Technik

Die US-Regierung treibt die Förderung von Schieferöl voran: Erstmals hat die Energiebehörde nun die weltweiten Vorkommen beziffert, die sich mit dem umstrittenen Fracking-Verfahren fördern lassen. Die größten Reserven liegen demnach in Russland.

Washington - Bislang hatte die US-Regierung nur die Reserven an Schiefergas und -öl im eigenen Land berechnet. Nun liefert die amerikanische Energiebehörde erstmals eine Schätzung, wie groß die förderbaren Vorkommen weltweit sein könnten. Der Studie zufolge ließen sich die globalen Energiereserven um elf Prozent steigern. Die Voraussetzung: Alle 41 untersuchten Länder müssten das umstrittene Fracking-Verfahren anwenden. Bislang tun dies nur die USA und Kanada im großen Stil.

Die weltweit förderbaren Reserven an Schieferöl schätzen die US-Experten auf 345 Milliarden Barrel. Die Zahlen für das eigene Land hoben sie gegenüber früheren Schätzungen von 32 Milliarden auf 58 Milliarden Barrel an. Noch größere Vorkommen gebe es in Russland mit 75 Milliarden Barrel. Auf Platz drei liegt China, dahinter folgen Argentinien und Libyen.

Auch die Schiefergasvorkommen schätzt die US-Regierung größer ein als bislang. Im Falle einer Förderung könnten sie die globalen Gasreserven um 47 Prozent steigern. Die Energiebehörde weist jedoch selbst darauf hin, nur die förderbaren Ressourcen berechnet zu haben - ohne zu berücksichtigen, ob eine Förderung überhaupt profitabel ist. Die Schätzungen seien "in hohem Maße unsicher".

US-Präsident Barack Obama will die Vereinigten Staaten zum größten Energieproduzenten der Welt und zum Nettoexporteur von Gas zu machen. Dafür genehmigte er vor wenigen Wochen ein milliardenschweres Infrastrukturprojekt. Obamas Ziel: Er will das geopolitische Gewicht der von China attackierten Supermacht weiter steigern.

In Deutschland ist die Fördertechnik hoch umstritten: Beim Fracking wird Erdgas mit Hochdruck aus verstreuten unterirdischen Quellen herausgepresst. Die Technologie verbraucht unter anderem viel Wasser, es wurden teils giftige Chemikalien im Boden verpresst, zudem befürchten US-Behörden Luft- und Grundwasserverschmutzungen und eine Verschlechterung der Lebensqualität für Anwohner.

cte

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insgesamt 148 Beiträge
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1.
masseltov 11.06.2013
Zitat von sysopDie US-Regierung treibt die Förderung von Schieferöl voran: Erstmals hat die Energiebehörde nun die weltweiten Vorkommen beziffert, die sich mit dem umstrittenen Fracking-Verfahren fördern lassen. Die größten Reserven liegen demnach in Russland. USA errechnen gigantische Schieferöl-Vorkommen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/usa-errechnen-gigantische-schieferoel-vorkommen-a-904939.html)
errechnen.....na,schön. errechnen kann man viel. aber ob's auch stimmt?
2. Wieviel...
riskreversal 11.06.2013
...der journalistischen Arbeit erledigt eigentlich die Financial Times fuer Sie? Der Artikel ist ja nun sauber zusammengefasst.
3.
EchoRomeo 11.06.2013
nicht das, was der Autor krampfhaft in seinen Text heineindichten will. Förderbar bedeutet: nach dem Stand heutiger Technik zum Preis heutiger Förderung oder billiger. Alles Teurer und "noch nicht förderbar" sind im Kontext "Ressourcen". PS: Ist aber kein Wunder daß alle Besorgten aufheulen. Die sind allerdings eher besorgt, daß ihnen niemand mehr die Märchen von Peak-Oil/Gas abnimmt.
4. Die größten Reserven liegen demnach in Russland!
flüchtig 11.06.2013
Auweija....dann zieht Euch warm an liebe Russen! Somit stehen ja schon die Kriegsgebiete der nächsten 200 Jahre fest! :-((
5. der mensch macht doch immer....
pantokrator 11.06.2013
wieder dieselben Fehler. Immer an die Profite die kurzfristig zu realisieren sind unter Nichtbeachtung der Folgeschäden für Umwelt und Mensch.
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Fotostrecke
Fotostrecke zu Fracking: Angst und Hype in den USA

Unkonventionelle Gasförderung
In Deutschland gibt es einen Run auf neue Erdgasquellen. Durch spezielle Bohrmethoden lässt sich der wertvolle Rohstoff selbst dann bergen, wenn er in kleinen, abgeschotteten Zwischenräumen verstreut ist. SPIEGEL ONLINE zeigt Chancen und Risiken des Booms im Überblick.
Weltweite Vorräte
Die Internationale Energieagentur schätzt, dass weltweit rund 921 Billionen Kubikmeter unkonventionellen Gases im Erdreich verborgen sind - fünfmal so viel wie in konventionellen Vorkommen. Andere Expertern gehen von noch größeren Mengen aus. Bislang gibt es für viele Länder aber nur Schätzungen über prinzipiell vorhandene Mengen (in-situ Mengen). Wie viel davon tatsächlich technisch (Ressourcen) und wirtschaftlich (Reserven) gefördert werden kann, ist noch nicht bekannt.
Die Reservoirs
Im Gegensatz zu konventionellen Vorkommen befindet sich unkonventionelle nicht in durchlässigen Gesteinsschichten, sondern in kleinsten Poren und Bruchzonen im Gestein. Die größten Vorkommen sind in Schiefergestein eingeschlossen. Aber auch in Tonschichten und Tundraböden finden sich Vorräte.
Die Fördermethode
Steuerbare Bohrer dringen nicht nur tief ins Erdreich vor, sondern wühlen sich auch horizontal ins Gestein. So kann die gashaltige Gesteinsschicht über eine Strecke von mehreren Kilometern durchbohrt werden. Damit das Gas entweichen kann, wird das Gestein durch eine Mischung aus Wasser, Chemikalien und Quarzkügelchen in Tausende Stückchen gesprengt. Die Sprengungen bezeichnet man als "hydraulic fracturing" oder "fracing" (sprich: "Fräcking"). Fracing wird sehr selten auch bei konventionellen Bohrungen eingesetzt - bei unkonventionellen ist es Standard.
Die Chemikalien
Der Anteil der eingesetzten Chemikalien an der Gesamtflüssigkeit beträgt nach Angaben der Industrie gut ein Prozent. Angesichts der Tatsache, dass beim Fracing einer Bohrung teils mehrere Millionen Liter Wasser eingesetzt werden, ist das allerdings immer noch eine Menge. Über die genaue Zusammensetzung der Chemikalien gibt die Industrie nur sehr zögernd Auskunft.
Folgen der Technologie
In den USA hat der Abbau von unkonventionellem Erdgas bereits in großem Stil begonnen und den Energiemarkt so umgekrempelt, dass der Rohstoffexperte und Pulitzerpreis-Gewinner Daniel Yergin von einer "American Gas Revolution" spricht.
Folgen für die Umwelt
In den USA gibt es Beschwerden von Anwohnern, die sagen, ihre Lebensbedingungen hätten sich verschlechtert - unmittelbar, nachdem in Nähe ihrer Wohnungen Fracing-Bohrungen vorgenommen wurden. US-Behörden haben zudem Luft- und Grundwasserverschmutzungen nachgewiesen. Inwieweit es sich um Einzelfälle handelt oder um ein flächendeckendes Problem - und inwieweit all die aufgetretenen Umweltschäden tatsächlich mit der unkonventionellen Gasförderung zusammenhängen, ist kaum untersucht. Die US-Regierung hat es bislang versäumt, die Umweltrisiken genau zu untersuchen.ssu
Grafik: Wie unkonventionelles Gas gefördert wird Zur Großansicht
BNK Petroleum

Grafik: Wie unkonventionelles Gas gefördert wird