Besuch von Autobossen USA fordern Verlagerung  von Auto-Produktion nach Amerika

Kurz vor dem Besuch der Spitzen von VW, Daimler und BMW werden die Forderungen aus Washington konkreter. Handelsminister Ross sagt, ein großer Teil der künftigen Elektroautoproduktion müsse in den USA stattfinden.

US-Handelsminister Wilbur Ross
AFP

US-Handelsminister Wilbur Ross


Vor einem Spitzentreffen im Weißen Haus hat US-Handelsminister Wilbur Ross die deutschen Autobauer zu mehr Produktion in den USA aufgefordert. Ziel sei es, das US-Handelsdefizit mit Deutschland bei Autos und Autoteilen zu senken, sagte Ross dem Finanzsender CNBC. Das gehe "hoffentlich mit erhöhter Produktion in den Vereinigten Staaten" einher. Wichtig sei es, einen großen Teil der künftigen Elektroautoproduktion in die Staaten zu bekommen.

Am späten Vormittag (Ortszeit) wurden Daimler-Chef Dieter Zetsche und der VW-Vorstandsvorsitzende Herbert Diess zu einem Treffen mit Ross und dem Handelsbeauftragten Robert Lighthizer im Weißen Haus erwartet. BMW wird von Finanzchef Nicolas Peter vertreten, Vorstandschef Harald Krüger kommt nicht. Trump selbst wird an dem Gespräch nach bisherigem Stand nicht teilnehmen.

Die US-Regierung macht die Einführung von Importzöllen auf Autos vom Verlauf von Verhandlungen abhängig. "Wenn wir das Auto- und Autoteile-Handelsdefizit und das chinesische Handelsdefizit nicht beheben, werden wir es nicht schaffen", sagte Ross.

Die Manager hoffen, dass die angedrohten Sonderzölle noch verhindert werden können. Formal haben sie dafür kein Verhandlungsmandat - konkrete Verabredungen über Handelsfragen müssten von der EU-Kommission getroffen werden. Die Konzerne setzen daher darauf, die Stimmung zwischen ihnen und der US-Regierung durch direkte Kontakte zu verbessern.

Bröckelt der Burgfrieden mit China schon wieder?

Die Einladung an die Autobosse ist eine für Trump typische Machtdemonstration, bei der er sich bis zuletzt alle Optionen offenhält. Ähnlich geht der Präsident im Streit mit China vor. Am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires hatte er mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping einen Burgfrieden vereinbart, um den von ihm angezettelten Handelsstreit beizulegen. Demnach wollen die USA für 90 Tage auf weitere Strafzölle gegen das Land verzichten.

Am Dienstag deutet Trump auf Twitter nun einerseits an, diese Frist könnte verlängert werden. Zugleich warnte er aber vor einem möglichen Scheitern der Verhandlungen mit Xi. In diese Fall gelte: "Ich bin ein Mann der Zölle" ("I am a Tariff Man").

dab/dpa/Reuters

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