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Apache-Helikopter und Patriot-Raketen: USA rüsten Katars Luftwaffe auf

Die USA besiegeln ihren bislang größten Waffen-Deal des Jahres: Katar erhält Kampfhubschrauber und Raketen im Wert von elf Milliarden Dollar. Das Emirat gilt als enger Verbündeter der Amerikaner - obwohl es teils islamistische Rebellengruppen stützt.

"Patriot"-Luftabwehr (Archivbild): Großer Waffen-Deal zwischen USA und Katar Zur Großansicht
REUTERS

"Patriot"-Luftabwehr (Archivbild): Großer Waffen-Deal zwischen USA und Katar

Washington - Die USA verkaufen dem Golfstaat Katar Kampfhubschrauber und Luftabwehrsysteme im Wert von elf Milliarden Dollar. Einen entsprechenden Vertrag hätten die Verteidigungsminister Chuck Hagel und Hamad Bin Ali al-Attijah in Washington unterzeichnet, teilte das US-Verteidigungsministerium mit.

Geliefert werden sollen 34 Abschussvorrichtungen für "Patriot"-Raketen mit zehn Radaranlagen und 247 "Patriot"-Raketen sowie 24 "Apache"-Kampfhubschrauber und 500 Panzerabwehrraketen vom Typ "Javelin", berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Das Rüstungsgeschäft sei das bislang größte der USA in diesem Jahr.

Katar gilt als enger Verbündeter der USA, auch wenn sich der Golfstaat und die US-Regierung zuletzt in einigen Punkten uneins waren. So unterstützt Katar im Irak und in Syrien sunnitische Rebellengruppen, die aus Sicht der USA zu radikal sind. Zudem steht das Emirat in Ägypten zur islamistischen Muslimbruderschaft, die seit Dezember offiziell als Terrororganisation verboten ist.

Laut Angaben aus dem US-Verteidigungsministerium will das autoritär regierte Emirat Katar seine Abwehr gegenüber Iran verstärken, der in den vergangenen Jahren sein Raketenarsenal ausgebaut hat. Hagel hatte Katars Hauptstadt Doha bereits vergangenen Herbst besucht, wo er und Attijah das Verteidigungsabkommen beider Länder erneuerten.

Die USA seien bemüht, weiter der bevorzugte Rüstungslieferant für Katar und andere Golfstaaten zu bleiben, sagten Ministeriumsvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Die Einigung stärke auch die Position der USA im Rennen um einen Großauftrag Katars für Kampfflugzeuge, um den sich auch Unternehmen aus Großbritannien und Frankreich bewerben.

Der "Apache"-Kampfhubschrauber wird vom Airbus-Konkurrenten Boeing hergestellt. Der Waffenhersteller Raytheon produziert das Flugabwehrraketensystem "Patriot".

ssu/AFP/dpa-AFX/Reuters

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insgesamt 69 Beiträge
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1. Waffen an Islamisten
sigma 15.07.2014
Prima, da bekommen die Islamisten neue Waffen. Damit kann man dann später neue Überwachungsgesetze begründen. Eine Win-Win-Situation: die Rüstungsindustrie boomt, und die Grundlage für neue Kriege, mehr Angst und mehr Kontrolle wird gelegt.
2. Ist doch ok so,
ermanerich 15.07.2014
Zitat von sysopREUTERSDie USA besiegeln ihren bislang größten Waffen-Deal des Jahres: Katar erhält Kampfhubschrauber und Raketen im Wert von elf Milliarden Dollar. Das Emirat gilt als enger Verbündeter der Amerikaner - obwohl es teils islamistische Rebellengruppen stützt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/usa-ruesten-katars-luftwaffe-mit-patriot-und-apache-auf-a-981046.html
beide Systeme haben nicht den neuesren technischen Stand, sondern haben schon paar Jahre auf dem Buckel. Da der Despot von Katar DAS alles nur zur Verteidugung kauft - keine Gefahr. Sollte der Feudalherrscher das Material an seine Freunde von ISIS oder al-Quaida weitergeben, wie manch anderes, auch kein Problem. Die Sicherheit der Staaten ist nicht bedroht. Dass den europäischen Verbündeten die Flüchtlinge der nah- und mittelöstlichen Krisenherde auf die Füße fallen, ist nicht das Problem der USA. So sieht Pragmatismus aus - im Namen des Geschäfts. Ist durchaus nachamens wert.
3. Die gute Autokratie
hobbyleser 15.07.2014
Ja, es gibt gute (Katar) und schlechte (Assad) Autokratien, gute (Syrien) und schlechte (Ukraine) Separatisten, gute (Mexiko) und schlechte (Bolivien) Demokratien. Man muss eben nur den Unterschied kennen: Die mit und die ohne Shopping-Account bei moralisch-überlegene-friedenswaffen.com
4. Warum wird solchen Ländern
nodream 15.07.2014
die sich vor allem auch an Waffen und Geldhilfen für Sunnitische Extremisten auszeichnen solch ein Deal ermöglicht? Wir lassen es zu das unsere Werte mit Füßen getreten werden. Alles Heuchler unsere Regierungen! Und Menschen die nichts von niemandem wollen werden massakriert weil sie nicht den richtigen Glauben haben von solchen Spinnern Gott bewahre selbst Kanalratten sind besser!
5. Geschäft ist Geschäft
sirgentlemen 15.07.2014
Irgendwo profitiert immer einer/ mehrere am Leid der anderen.
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