Dumping-Vorwürfe USA verhängen Schutzzölle gegen chinesische Alufolie

Der Handelsstreit zwischen Trump-Regierung und China geht weiter. Das US-Handelsministerium kündigte jetzt Schutzzölle auf Hersteller bestimmter Aluminiumfolien an.

US-Handelsminister Wilbur Ross
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US-Handelsminister Wilbur Ross


Das US-Handelsministerium hat Dumpingpreise auf Aluminiumfolie aus China kritisiert und deshalb Sofortmaßnahmen gegen einige Unternehmen aus der Volksrepublik angekündigt. "Amerikanische Arbeiter und Unternehmen dürfen nicht durch unfaire Importe beeinträchtigt werden", sagte US-Handelsminister Wilbur Ross laut einer Mitteilung.

Die Anti-Dumping-Zölle könnten zwischen 17 und knapp 81 Prozent betragen und wären fünf Jahre gültig. Über ihre endgültige Einführung soll Mitte März die Handelsbehörde International Trade Commission entscheiden.

Das chinesische Handelsministerium teilte mit, sehr unzufrieden mit den US-Beschlüssen zu sein. Es gebe keine Belege, welche die Maßnahmen rechtfertigten. China werde sich und seine Rechte angemessen verteidigen.

Schon seit Längerem droht US-Präsident Donald Trump mit weitreichenden Abgaben auf Stahl- oder Aluminium-Importe, was weltweit Besorgnis ausgelöst hat. Eine Abschottung der USA würde vor allem Export-Länder wie Deutschland, Japan und China treffen.

Die Europäer kündigten für den Fall neuer Einfuhrzölle auf Stahl- und Aluminium Gegenmaßnahmen und eine Klage vor der Welthandelsorganisation (WTO) an. Nach einer informellen Konferenz der EU-Handelsminister in Sofia sprach der deutsche Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig am Dienstag von der einhelligen Meinung in der EU, dass man sich gegebenenfalls gemeinsam wehren wolle. Ob Trump aber wirklich Vorschlägen seines Handelsminister Ross folge, wisse man nicht.

Ross hatte Trump in einem Bericht mehrere Optionen aufgezeigt, wie er Lieferungen von Stahl- und auch Aluminiumprodukten aus dem Ausland beschränken könnte. Sie reichen von allgemeinen Zöllen über gezielte Abgaben für eine Reihe von Lieferländern bis hin zu Importquoten. Entscheiden soll der Präsident bis Mitte April. Trump könnte auch keine Maßnahmen ergreifen.

Besondere Beachtung fand, dass Ross als Begründung für Importbeschränkungen Gefahren für die nationale Sicherheit anführte. Nach Auffassung der Europäer sei dieser Grund "abwegig", sagte Machnig. Man betrachte die angedrohten Beschränkungen als Verstoß gegen WTO-Regeln.

dab/Reuters



insgesamt 26 Beiträge
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joG 28.02.2018
1. Ob nun Alufolie...
...unfähr subventiiniert wird, ist für mich nicht möglich zu wissen. Dass China Dumping betreibt sagen allerdings auch Europäer unter anderen. Vermutlich sind diese Subventionen ähnlich schwer nachzuweisen wir unsere nicht tariffären Handelsbarrieren. Vermutlich auch werden die Chinesen ähnlich uns so tun, als wären die Hilfen gar nicht auf den Export oder Import gerichtet. So wird es nicht einfach werden.
Bahnix 28.02.2018
2. Gleiches Recht für alle!
Hoffentlich reisst das ein: Denn China herrschen ganz andere Sitten: Warum sollen wir einem Staat den uneingeschränkten Zugang erlauben, der unsere Firmen ankauft und unser Wissen ins Land transportiert, ohne Gegenrecht? Solange diese Verzerrungen bestehen, soll China keinen vollen Zugang zum westlichen Wirtschaftssystem haben.
frenchie3 28.02.2018
3. Eines ist sicher
In manchen Bereichen gibt es Dumpingpreise, da beißt die Maus keinen Faden ab. Und natürlich ist China bei was auch immer immer unschuldig. Somit trifft selbst Donnie ausnahmsweise mal nicht den Verkehrten. Was echt treffen könnte wäre einkommende Ware auf Konformität zu Gesetzen, Normen und Schutzrechte zu prüfen. Zumindest in Europa (in den USA vermutlich nicht sehr anders) dürfte dann genug Ware auf Kosten des Absenders aus dem Verkehr gezogen werden damit sich die Sache zu Gunsten der Wirtschaft und der Verbraucher autofinanziert. Aber wehklagen und rumtrampeln, heulen daß man kein Personal hat geht schneller
Leser161 28.02.2018
4. Recht einfach
Schutzzölle widersprechen der reinen kapitalistischen Lehre. Ja. Aber in der reinen kapitalistischen Lehre gewinnt auch halt einfach der Stärkste. Wenn man sich also nicht für den Stärksten hält, macht es Sinn sich nicht an die reine Lehre zu halten.
andreass61 28.02.2018
5. China
Deutsche Firmen waren vor vielen Jahren ganz heiß darauf den chinesischen Markt zu erobern, über 1 Milliarde Menschen, das verspricht traumhafte Gewinne. Es gab viele, die davor gewarnt haben, dass es die Chinesen mit dem Patentrecht nicht so genau nehmen. Globalisierung ist nun mal keine Einbahnstraße. Es kann nicht nur Vorteile für Deutschland bzw. Europa geben.
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