Frostiger Winter US-Wirtschaft schwächelt im ersten Quartal

Schwache Zahlen zu Jahresbeginn: Mit dem harschen Winter an der Ostküste ist der private Konsum in den USA abgeflaut. Die Wachstumsrate ging um 0,6 Prozentpunkte zurück.

Straßenszene in New York
REUTERS

Straßenszene in New York


Die US-Konjunktur hat in den vielerorts von Eis und Schnee geprägten Wintermonaten an Schwung verloren. Nach einem Plus von 2,9 Prozent Ende 2017, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Januar und März nur noch mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,3 Prozent. Das teilte das Handelsministerium mit.

Wachstumszahlen aus den USA werden auf das Jahr hochgerechnet. Sie geben an, wie stark die Wirtschaft wachsen würde, wenn das Wachstumstempo ein Jahr lang anhielte. Die amerikanische Berechnungsmethode weicht von der europäischen Methode ab, die keine Annualisierung vorsieht. Wachstumszahlen aus den USA sind deshalb optisch höher und nicht unmittelbar mit europäischen Zahlen vergleichbar.

Ein Wachstumseinbruch im ersten Quartal, der in den vergangenen Jahren oft stattgefunden hatte, blieb diesmal jedoch aus. Volkswirte hatten lediglich eine Rate von 2,0 Prozent erwartet.

Vor allem ein verhaltener privater Konsum war der Grund für die Abschwächung des Wirtschaftswachstums in der größten Volkswirtschaft der Welt. Er legte in den ersten drei Monaten des Jahres um annualisierte 1,1 Prozent zu. Dies ist das niedrigste Wachstum seit Mitte 2013.

"Der Winter hat zugeschlagen"

Experten sehen den schwachen Konsum in den harschen Wetterbedingungen begründet. "Der Winter hat zugeschlagen", sagte Christiane von Berg von der BayernLB mit Blick auf die Folgen der Schneestürme, die über die dicht bevölkerte US-Ostküste hinweggefegt waren: "Ausgedehnte Einkaufstouren stehen dann nicht auf der Tagesordnung und auch Online-Shopping bleibt erfolglos, wenn die Lieferungen nicht zugestellt werden können." Auch die private Bautätigkeit habe unter den ausgiebigen Schneefällen gelitten.

Im vierten Quartal des Vorjahres war der Konsum noch um außergewöhnlich starke 4,0 Prozent gewachsen. Der private Konsum ist der größte Bestandteil des Bruttoinlandsprodukts in den USA. Eine nachhaltige Auswirkung auf die Finanzmärkte hatten die Daten nicht. Der Eurokurs gab zum Dollar kurzzeitig nach. Er erholte sich jedoch rasch wieder.

ans/dpa/Reuters



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