Länderbericht IWF sieht US-Wirtschaft im Aufwind

Der Internationale Währungsfonds korrigiert seine längerfristige Prognose für die US-Wirtschaft nach oben. Die größte Volkswirtschaft der Welt soll ab 2015 so stark wachsen wie seit zehn Jahren nicht mehr.

IWF-Hauptsitz in Washington: Fonds kappt Prognose für 2014 auf 1,7 Prozent
DPA

IWF-Hauptsitz in Washington: Fonds kappt Prognose für 2014 auf 1,7 Prozent


Washington - Der Internationale Währungsfonds (IWF) beurteilt die Steigerung der Wirtschaftsleistung in den Vereinigten Staaten wieder optimistischer. Zwar wird für das laufende Jahr wegen des wetterbedingten Einbruchs zum Jahresbeginn nur noch mit einem Plus von "enttäuschenden" 1,7 Prozent gerechnet. Inzwischen gehe es aber wieder kräftig aufwärts mit der US-Wirtschaft, so dass für das kommende Jahr mit drei Prozent der größte Zuwachs seit 2005 erwartet wird, schreibt der IWF in seinem am Mittwoch veröffentlichten Länderbericht.

"Die erwartete Wachstumsbeschleunigung der US-Wirtschaft in den nächsten Quartalen wird sicherlich auch das weltweite Wachstum antreiben", heißt es im IWF-Bericht weiter. Auch in den Folgejahren bis 2019 erwartet der IWF ein gesteigertes Expansionstempo, es solle sich jährlich auf gut zweieinhalb bis drei Prozent belaufen.

Mit dem aktuellen Bericht korrigiert der IWF seine längerfristige US-Wachstumsprognose nach oben. Noch im vergangenen Monat hatte der Fonds angekündigt, dass sich die Vereinigten Staaten auf eine Zeit der Wachstumsschwäche einrichten müssten.

Im ersten Quartal war die Konjunktur wegen des ungewöhnlich harten Winters um 2,9 Prozent eingebrochen. Der Aufholprozess sei nun aber in vollem Gange und werde von der Kauffreude der Konsumenten sowie den günstigen Kreditbedingungen getrieben.

Rund 50 Millionen Amerikaner leben in Armut

Gestützt wird der Aufwärtstrend durch die anhaltende Niedrigzinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve. Der Leitzins von nahe null Prozent könne noch länger beibehalten werden. Dafür spricht aus IWF-Sicht vor allem die vergleichsweise niedrige Inflation. Die Niedrigzinsphase beinhalte allerdings auch Risiken, etwa im Bereich der wenig regulierten Finanzunternehmen, sogenannter Schattenbanken.

Trotz der positiven Wachstumsaussichten sieht der IWF Reformbedarf. So müssten auch die USA angesichts einer alternden Bevölkerung mehr tun, um die Produktivität zu steigern und ihr Arbeitskräftepotenzial besser zu nutzen. Mit einer Vollbeschäftigung sei erst gegen Ende 2017 zu rechnen. Bedenklich sei auch, dass rund 50 Millionen Amerikaner in Armut lebten.

Außerdem forderte der Fonds ein mittelfristig angelegtes Konzept für bessere Staatsfinanzen. Denn laut IWF-Prognose wird das Land beim Abbau seines Haushaltsdefizits und der Staatsverschuldung in den kommenden Jahren kaum vorankommen.

bos/dpa/Reuters



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insgesamt 32 Beiträge
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leidenfeuer 23.07.2014
1. Die Wirtschaft von Euroland aber wächst kaum.
Sowohl in den USA als auch in Großbritannien gibt es wieder ein nennenswertes Wirtschaftswachstum, während Euroland als Ganzes ökonomisch noch immer vor sich hin stagniert.
WernerT 23.07.2014
2. Und in einem Jahr erinnert sich keiner mehr an die Prognose
Ende Q1 vermeldeten die USA ein Wirtschaftswachstum von 1,7% inzwischen korrigiert auf -2,9% sprich man kann diese Prognose vergessen.
founder 23.07.2014
3. Halte ich für ausgeschlossen
Die USA ist doppelt so stark von fossiler Energie Abhängig im pro Kopf Verbrauch wie die EU. Mit dem EU pro Kopf Verbrauch an Öl wäre die USA Selbstversorger, so aber ist das Handelsbilanzdefizit größer als der Wert der Ölimporte. Eine so katastrophale Handesbilanz haben in der EU Portugal und Griechenland und der Beirittskandidat Türkei. Die EIA, US Energiebehörde gibt das neuerliche Fördermaximum für Öl mit 2016 an. Die Investitionen für Fracking sind 2013 deutlich zurück gegangen. Vorkommen mußten beträchtlich nach unten korregiert werden, etwa in Kaliforninen von 13,8 Milliarden auf 0,6 Milliarden Barrel. Wachstum kann es für die USA nur noch mit einem massiven Umstieg auf erneuerbare Energie geben, aber dafür sind keine Anzeichen sichtbar.
muellerthomas 23.07.2014
4.
Zitat von WernerTEnde Q1 vermeldeten die USA ein Wirtschaftswachstum von 1,7% inzwischen korrigiert auf -2,9% sprich man kann diese Prognose vergessen.
An +1,7% kann ich mich echt nicht erinnern, m.W. war die erste Schätzung -1%. Die Prognosen werden zudem regelmäßig überprüft, von Vergessen kann da keine Rede sein.
the_secret62 23.07.2014
5. Kompletter realitätsverlust!!
Man muss doch nicht gebildet sein um die Zahlen zu interpretieren sondern nur eins und eins zusammen zählen! Die Amis haben hohe Staatsschulden und sind de facto PLEITE! Die Wirtschaft "wächst" nur weil Mrd doller Monat für Monat in den Markt gepumpt werden. Der einzige Grund, warum es in den USA noch keine Revolution gibt ist, weil die Menschen Essensmarken bekommen. Wie siehst noch gleich in Detroit aus? Dort wird den Menschen der Wasserhahn abgestellt weil sie ihre Rechnungen nicht bezahlen können! Tolles Wachstum!
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