Klage in den USA Utz Claassen fordert 265 Millionen Dollar von Solar Millennium

Erst musste Solar Millennium Insolvenz anmelden, nun bekommt die Firma auch noch zusätzlichen Ärger mit Ex-Chef Utz Claassen. Dieser reichte in den USA eine Schadensersatzklage ein. Er fordert 265 Millionen Dollar von dem Kraftwerksbauer.

Manager Utz Claassen: Im Dauerstreit mit Solar Millennium
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Manager Utz Claassen: Im Dauerstreit mit Solar Millennium


Frankfurt am Main - Der Dauerstreit zwischen Solar Millennium und Ex-Chef Utz Claassen eskaliert. Der Manager fordert 265 Millionen Dollar Schadensersatz von dem insolventen Kraftwerksentwickler. Eine entsprechende Klage sei in den USA eingereicht worden, teilte Solar Millennium mit.

Demnach wirft Claassen den Verantwortlichen des Unternehmens vor, sie hätten seine Reputation als Manager durch rufschädigende Äußerungen nach seinem Ausscheiden im März 2010 geschädigt. Claassen hatte das Erlanger Unternehmen nach nur 74 Tagen im Amt verlassen. Als Gründe für seinen abrupten Abschied nannte er Fehlinformationen im Rahmen seiner Einstellung.

Er kassierte damals trotz seiner kurzen Amtszeit neun Millionen Euro Antrittsprämie. Unter anderem wegen dieser Summe liegen Claassen und Solar Millennium bereits im Clinch.

Das Unternehmen hat inzwischen größere Sorgen. Die umstrittene Firma musste im Dezember Insolvenz anmelden. Am Montag meldete Solar Millennium auch für die US-Töchter und -Beteiligungen Insolvenz an. So solle ein geordneter Verkaufsprozess für die amerikanischen Projekte ermöglicht werden, hieß es.

Die Insolvenz der Firma schmälert auch Claassens Aussichten auf Schadensersatz. Selbst wenn er mit seiner US-Klage erfolgreich wäre, dürfte er am Ende nur einen Bruchteil der Summe erhalten. Er wäre gegenüber Solar Millennium nur Insolvenzgläubiger und müsste die erstrittene Summe zur Insolvenztabelle anmelden. Ob die Forderung vom Insolvenzverwalter auch anerkannt werden würde, wäre dann nach deutschem Recht zu prüfen.

Die Krise von Solar Millennium ist kein Einzelfall in der Solarbranche. Dort gibt es eine regelrechte Pleiteserie. Jüngster Fall ist der Solarzellenproduzent Q-Cells, der Insolvenz anmelden muss. Nach Solarhybrid, Solar Millennium und Solon ist die Insolvenz von Q-Cells die vierte größere Pleite in der deutschen Solarbranche.

mmq/Reuters



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insgesamt 23 Beiträge
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stefanbodensee 03.04.2012
1. Oh Gott, er schon wieder !
Utz Claassen - wenn ich diesen Namen höre, dann klingeln bei mir die Alarmglocken ! Dieser Mann ist der Prototyp des überheblich egoistischen und selbstverliebten Managers, besser gehts nicht. Eine Riesenklappe und langfristig 'nix dahinter' - aber Klagen wegen Schädigung seines 'Rufs als Manager' einreichen, da passt wirklich alles zusammen. Der Mann erinnert mich in Teilen an Herr Esser, den Exmanager bei Mannesmann, der für seine glorreichen Übernahme-Taten auch noch 2-stellige Millionenbeträge abkassierte und nie verstehen konnte, wieso Otto Normalverbraucher nur bedingt Verständnis dafür hatte. Herr Claassen, sie hatten schon lange nicht mehr den Ruf als guter Manager, also lassen Sie es lieber, sich weiterhin lächerlich zu machen. Am Geld kanns nicht liegen, oder ? Denn für Ihre 'Leistungen' haben Sie mittlerweile in diversen Posten Millionen abkassiert, das sollte für ein weiches Polster reichen.
micha-mille 03.04.2012
2. Vor Jahren...
Zitat von sysopDPAErst musste Solar Millennium Insolvenz anmelden, nun bekommt die Firma auch noch Ärger mit Ex-Chef Utz Claassen. Dieser reichte in den USA eine Schadensersatzklage ein. Er fordert 265 Millionen Dollar von dem Kraftwerksbauer. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,825367,00.html
Vor Jahren wirkte dieser "Manager" noch sympathischer. Hat der einen Stromschlag bekommen, so dass er raffgierig wurde? Da kann man echt nur noch mit dem Kopf schütteln ob solcher Impertinenz.
Spessartplato 03.04.2012
3. Manche Zweibeiner
Zitat von sysopDPAErst musste Solar Millennium Insolvenz anmelden, nun bekommt die Firma auch noch Ärger mit Ex-Chef Utz Claassen. Dieser reichte in den USA eine Schadensersatzklage ein. Er fordert 265 Millionen Dollar von dem Kraftwerksbauer. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,825367,00.html
...schätzen ihren "Wert" schon sehr hoch ein. Danken wir dem Schöpfer, daß er Gnade walten ließ und nach ca. 80 Jahren manch unwürdiges Schauspiel beendet.
schnitti23 03.04.2012
4. Die Gier hat einen Namen!
Nämlich Utz Claassen. Dieser Mensch hat wohl jedes Gefühl für die Anziehungskraft der Erde verloren und schwebt in höheren Sphären. Selbst ein Mensch mit bescheidener Hirnausstattung wird erkennen, daß zwischen seiner Forderung und der Normalität eine himmelhohe Lücke klafft. Utz Claassen erkennt das Offensichtliche wohl nicht...
Bourgeois2000 03.04.2012
5. Unikum
Zitat von stefanbodenseeUtz Claassen - wenn ich diesen Namen höre, dann klingeln bei mir die Alarmglocken ! Dieser Mann ist der Prototyp des überheblich egoistischen und selbstverliebten Managers, besser gehts nicht. Eine Riesenklappe und langfristig 'nix dahinter' - aber Klagen wegen Schädigung seines 'Rufs als Manager' einreichen, da passt wirklich alles zusammen. Der Mann erinnert mich in Teilen an Herr Esser, den Exmanager bei Mannesmann, der für seine glorreichen Übernahme-Taten auch noch 2-stellige Millionenbeträge abkassierte und nie verstehen konnte, wieso Otto Normalverbraucher nur bedingt Verständnis dafür hatte. Herr Claassen, sie hatten schon lange nicht mehr den Ruf als guter Manager, also lassen Sie es lieber, sich weiterhin lächerlich zu machen. Am Geld kanns nicht liegen, oder ? Denn für Ihre 'Leistungen' haben Sie mittlerweile in diversen Posten Millionen abkassiert, das sollte für ein weiches Polster reichen.
[QUOTE=stefanbodensee;9941932]Utz Claassen - wenn ich diesen Namen höre, dann klingeln bei mir die Alarmglocken ! Dieser Mann ist der Prototyp des überheblich egoistischen und selbstverliebten Managers, besser gehts nicht. Ein Prototyp ist er aber sicher nicht. Er ist glücklicherweise ein Unikum ja geradezu eine Parodie auf Manager.
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