Kriselnde Restaurantkette Vapiano prüft offenbar Standortschließungen

Vapiano musste Gewinnprognosen mehrmals absenken. Der neue Chef Cornelius Everke will das Unternehmen einem Bericht zufolge nun langsamer wachsen lassen - und setzt auf Franchisenehmer.

Vapiano in Fürth
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Vapiano in Fürth


Der neue Vorstandsvorsitzende der Restaurantkette Vapiano, Cornelius Everke, hat erhebliche Managementfehler aus der Vergangenheit eingeräumt. "Wir haben uns verzettelt in unserer schnellen Expansion", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ").

Mit Blick auf bestehende Restaurants schließt er demnach auch Standortschließungen nicht aus: "Es wird auch Schließungen geben, wenn wir sehen, dass die gewünschte Profitabilität nicht erreicht ist."

Mit einer Neuausrichtung will der seit Anfang Dezember amtierende Vorstandschef das Unternehmen wieder stabilisieren. Ende November hatte sein Vorgänger Jochen Halfmann seinen Posten abgegeben. Nachdem das Unternehmen mehrfach die Gewinnprognosen nach unten korrigieren musste, musste Halfmann gehen. Die Entscheidung sei in beidseitigem Einvernehmen getroffen worden, hieß es.

Mit Franchise aus der Krise?

Das Unternehmen war im Juni 2017 an der Börse mit 23 Euro je Aktie gestartet. Inzwischen sind die Papiere kaum mehr als fünf Euro wert. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn blieb das Kölner Unternehmen 2018 laut den vorläufigen Kennziffern unter den eigenen Zielen.

Damit es künftig besser läuft, hat Everke eine Strategie. "Wir fokussieren uns auf unseren Kernmarkt Europa", sagt er der "FAZ". "Das Tempo war zu hoch. Wenn wir es verlangsamen, hilft das der Profitabilität", wird der Manager zitiert. Allein 2018 wuchs das Filialnetz um 32 neue Restaurants und betreibt damit 231 Standorte in 33 Ländern.

Die Investitionen sollen demnach von den bisher geplanten 70 Millionen Euro unter die Marke von 40 Millionen Euro sinken. Zwar soll es den Angaben zufolge auch in diesem Jahr eine zweistellige Zahl von Neueröffnungen - schwerpunktmäßig in Deutschland, Frankreich und Österreich - geben, aber keinesfalls in dem ursprünglich avisierten Umfang von 40 Standorten.

Um Kapital zu schonen, will Everke dem Bericht zufolge zudem vermehrt mit Franchisenehmern zusammenarbeiten. "Ich glaube, dass wir durch Franchising in Deutschland stärker wachsen können. Wir sind gerade dabei, eigene Filialen abzugeben." Konkret soll es um Restaurants in Bremen, Erfurt und Ulm gehen. Darüber hinaus stünden aber auch einzelne Standorte in Europa zur Disposition.

apr/dpa



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