Energiekonzern Vattenfall macht rund drei Milliarden Euro Verlust

Die Energiewende macht Vattenfall zu schaffen: Im ersten Quartal dieses Jahres fuhr der schwedische Energiekonzern rund drei Milliarden Euro Verlust ein. Vattenfall kämpft mit der Umstellung von konventionellen Kraftwerken zu erneuerbaren Energien.

Vattenfall-Braunkohlekraftwerk in Jänschwalde (Brandenburg): Weg von konventionellen Kraftwerken, hin zu erneuerbaren Energien
DPA

Vattenfall-Braunkohlekraftwerk in Jänschwalde (Brandenburg): Weg von konventionellen Kraftwerken, hin zu erneuerbaren Energien


Sehr hohe Abschreibungen und niedrige Börsenpreise für Strom haben Vattenfall tief in die roten Zahlen gedrückt. Im zweiten Quartal 2015 machte der schwedische Energiekonzern rund 3,1 Milliarden Euro Verlust. Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahresquartal leicht auf rund 3,8 Milliarden Euro zurück.

"Natürlich ist dies eine sehr negative Entwicklung und spiegelt die Rahmenbedingungen wider, unter denen wir agieren", sagte Vattenfall-Chef Magnus Hall. Der Konzern werde seinen Wandel mit "Schwerpunkt auf erneuerbare Energien" weiter vorantreiben, kündigte er an.

Der Stellenabbau, den Vattenfall Chart zeigen im vergangenen Quartal angekündigt hatte, sei in Gang, sagte Hall. Derzeit werde zusätzlich geprüft, wo "weiter Kosten reduziert werden können". Vattenfall will weg von konventionellen Kraftwerken und hin zu erneuerbaren Energien.

Seine deutsche Braunkohleförderung in der Lausitz will Vattenfall bis zum Jahresende verkaufen. Der Konzern betreibt fünf Kohlegruben und drei Kraftwerke in Sachsen und Brandenburg. Inmitten der Krise will Vattenfall auch weiter Personal abbauen. "Die Arbeitsplätze im Tagebau werden früher oder später verschwinden", hatte Vattenfall-Chef Hall SPIEGEL ONLINE im Mai mit Blick auf die Zukunft der deutschen Kohleenergie gesagt.

kpa/AFP/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 66 Beiträge
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diplommaurer 21.07.2015
1. Neben den gigantischen EEG-Subventionsmilliarden,
die wir und bis auf energieintensive Betriebe auch die Arbeitgeber zahlen müssen, sind diese Arbeitsplatzverluste weitere Folgekosten unserer Energiewende. Super, wir geben viel Geld dafür aus, dass wir heimische Arbeitsplätze vernichten. Die früher viel beschworenen grünen Solararbeitsplätze haben mehr Arbeitslosengeld verschlungen als in den wenigen Jahren einbezahlt wurde.
docmillerlulu 21.07.2015
2. Na da werden sie wohl das meiste an Gewinnen an eine ...
... Holding auf den Caymans abführen müssen für die Lizenz auf den Firmennamen. Wie sehen die Zahlen der abgespaltenen Firmenteile aus? Das sind die welche nach der Vattenfall Insolvenz später - nach Abwicklung der Atomkraftwerke auf Steuerzahlerkosten - die Profite wieder reinfahren.
braman 21.07.2015
3. Gibt es gesicherte Zahlen
Zitat von diplommaurerdie wir und bis auf energieintensive Betriebe auch die Arbeitgeber zahlen müssen, sind diese Arbeitsplatzverluste weitere Folgekosten unserer Energiewende. Super, wir geben viel Geld dafür aus, dass wir heimische Arbeitsplätze vernichten. Die früher viel beschworenen grünen Solararbeitsplätze haben mehr Arbeitslosengeld verschlungen als in den wenigen Jahren einbezahlt wurde.
zu Ihren Ausführungen?
msdelphin 21.07.2015
4. Vielleicht sollte man auch mal nach vorne schauen?
Zitat von diplommaurerdie wir und bis auf energieintensive Betriebe auch die Arbeitgeber zahlen müssen, sind diese Arbeitsplatzverluste weitere Folgekosten unserer Energiewende. Super, wir geben viel Geld dafür aus, dass wir heimische Arbeitsplätze vernichten. Die früher viel beschworenen grünen Solararbeitsplätze haben mehr Arbeitslosengeld verschlungen als in den wenigen Jahren einbezahlt wurde.
Sie haben mit ihrer Aussage sicherlich recht, wenn sie davon ausgehen, dass Erdmännchen, Biber und Eulen die regenerativen Energieanlagen herstellen, installieren/errichten und warten. Aber ich behaupte, dass inzwischen viel mehr Arbeitnehmer im Bereich der regenerativen Energien arbeiten als im konventionellen Energiesektor. Windkraftanlagen, Solarzellen, Wasserkraftwerke, Stromtrassen, intelligente Regelsysteme, Pumpspeicherkraftwerke, sonstige Energiespeicher, ... entwicklen und bauen sich nicht von selbst sondern dahinter befindet sich eine riesige Herausforderung, die sehr viele moderne Arbeitsplätze schafft. Arbeitsplätze wo man nicht nur hingeht um Geld zu verdienen, sondern Arbeitsplätze wo man das Gefühl hat: Ich leiste einen sinnvollen Beitrag für meine Umwelt und meine Mitmenschen.
Neil_Dylan 21.07.2015
5. Kutschfahrer beklagen Autos
Schade, dass Management immer von gestern nach vorgestern denkt. Wie in Frankreich die Taxifaher Ueber verteufeln (ohne bessere Gegenmodelle zu liefern !), sind alle Kraftwersbetreiber im Minus (RWE, Eon, Vattenfall usw.) Was läuft schief? Ganz einfach: Ihr habt auf das falsche Pferd gesetzt. Ihr habt verschlafen. Ihr seid nicht mehr konkurrenzfähig! Der Markt ändert sich! Es wird andere anpassungsfähigere Firmen geben, die gerne eure Aufgabe machen werden. Sehr schade um die reellen verlorenen Jobs... leider nicht vorher abgesichert! Flexibilität ist alles heutzutage. Natürlich ist es schwer mit Milliarden Investitionen in Kraftwerken flexibel aufzutreten, aber das ist Investitionsrisiko, welches von den entsprechenden Investoren getragen werden muss! 100% Gewinn-Chance gibt es nicht - gab es nie!
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