Rückstellungen für Atomausstieg Vattenfall macht Milliardenverlust

Dem schwedischen Energiekonzern Vattenfall haben Rückstellungen für das Atomgeschäft in Deutschland die Bilanz verhagelt. Die Kosten belaufen sich auf mehr als eine halbe Milliarde Euro.

Kohlekraftwerk von Vattenfall
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Kohlekraftwerk von Vattenfall


Hohe Wertminderungen haben die Bilanz des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall 2016 tief ins Minus gedrückt. Unter dem Strich schrieb das Staatsunternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust von 26 Milliarden schwedischen Kronen, umgerechnet rund 2,75 Milliarden Euro. Der Umsatz sank von 164,5 auf 152,7 Milliarden Kronen, wie der Konzern am Dienstag in Stockholm mitteilte.

Insgesamt hätten Sondereffekte von mehr als einer Milliarde Euro zu Buche geschlagen, teilte das Management mit. Der Großteil davon waren demnach Rückstellungen für das Atomgeschäft in Deutschland und Schweden. Auch die Lage am Strommarkt bereitet der Firma Sorgen.

"Trotz der Fortschritte in einigen Bereichen bleibt die Situation im Stromgeschäft aufgrund der niedrigen Großhandelspreise für Strom sowie andauernder Überkapazitäten weiter angespannt", sagte Vattenfall-Chef Magnus Hall einer Mitteilung zufolge. Ende September hatte Vattenfall seine Braunkohlesparte in der Lausitz an die tschechische EPH-Gruppe verkauft.

Vattenfall ist insbesondere im Strom- und Gasvertrieb in Berlin und Hamburg stark aufgestellt. Das Unternehmen betreibt in Deutschland diverse Kraftwerke und Fernwärme-Anlagen.

ssu/dpa/Reuters



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