Lausitz Schweden will Vattenfalls Braunkohle-Expansion stoppen

Die neue schwedische Regierung bricht mit dem Energie-Kurs von Ex-Premier Reinfeldt: Als Eigentümer des Vattenfall-Mutterkonzerns will man die Ausweitung des Braunkohle-Abbaus des staatseigenen Konzerns Vattenfall in der Lausitz nun verhindern.

Vattenfalls Braunkohletagebau Welzow-Süd: In Zukunft erneuerbare Energien
DPA

Vattenfalls Braunkohletagebau Welzow-Süd: In Zukunft erneuerbare Energien


Stockholm/Cottbus - Der Anfang vom Ende der alten Energiepolitik wurde eingeläutet, als Fredrik Reinfeldt Mitte September die Parlamentswahl in Schweden verlor. Der konservative Regierungschef erklärte einen Tag nach der Wahl seinen Rücktritt, die Sozialdemokraten gingen als Sieger der Wahl hervor. Der Regierungswechsel führt nun vermutlich zu einem großen Wandel in der Lausitz.

Denn die künftige Regierung, eine Minderheitskoalition aus Sozialdemokraten und Grünen, will die Braunkohle-Pläne des Energiekonzerns Vattenfall in der Lausitz stoppen. Darauf hätten sich Sozialdemokraten und Grüne verständigt, teilten die künftigen Koalitionspartner am Donnerstag in Stockholm mit. "Die Zukunft des Unternehmens muss in der Entwicklung erneuerbarer Energien liegen, und nicht in Kohle und Gas", hieß es in einer Mitteilung der Sozialdemokraten.

Bei dieser Entwicklung solle Vattenfall vorausgehen. Die neue Regierung werde den staatlichen Konzern so führen, "dass das Unternehmen die Expansion von Braunkohle abbricht, die Fredrik Reinfeldt zugelassen hat".

Was das konkret für die von Vattenfall geplanten Tagebauerweiterungen in Brandenburg und Sachsen heißt, blieb zunächst offen. Eine Vattenfall-Sprecherin sagte in Cottbus, dass der Konzern sich zunächst nicht äußern wolle, weil ihm die Aussagen der schwedischen Parteien vom Donnerstag noch nicht vorlägen.

Der Parteichef der Sozialdemokraten, Stefan Löfven, war am Donnerstag zum neuen schwedischen Ministerpräsidenten gewählt worden. Am Freitag wollte er in Stockholm seine Regierungserklärung abgeben und sein Kabinett vorstellen.

kha/dpa



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 62 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Hinrich7 03.10.2014
1. wenn es denn
so kommt??? Wann geschieht das auch in der BRD, oder sind die Politiker in der BRD schon so abhängig, daß nur noch die eigenen Pfründe gesichert werden?
silberstern 03.10.2014
2.
Wieder einmal braucht es Fremdbestimmung einer anderen Nation um Fehler der deutschen Regierung zu korrigieren. Wir sollten uns schämen...
bumminrum 03.10.2014
3. Das ist positiv
und negativ für die Lausitz. Wer dort arbeitet findet das sich nicht gut. Für die Natur ist es ein Segen.
tyskie 03.10.2014
4. Gott sei Dank können wir noch Strom importieren...
Erst die bösen, bösen Kernkraftwerke abschalten, dann auf grundlastunfähigen (also nutzlosen) Wind- und Sonnenstrom setzen und jetzt auch noch die letzte Energiequelle, die Kohle, beerdigen. Viel Spaß wünsche ich euch beim Bezahlen der Stromrechnung der nächsten Jahre.
genezyp kappen 03.10.2014
5. Katastrophe vorprogrammiert
Wenn Politiker, deren geistiger Horizont meistens bis zur nächsten Umfrage und selten bis zur nächsten Wahl reicht, über Unternehmen, die in Jahrzehnten denken müssen, entscheiden wollen, ist eine Katastrophe vorprogrammiert. Aber dann sind die entscheidenden Politiker schon weg und die Kosten trägt Allgemeinheit.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.