Panne: Vattenfall soll Frist für Strompreiserhöhungen verpasst haben

Vattenfall hat Ärger mit seinen Strompreiserhöhungen. Der Stromversorger hat 2,3 Millionen Kunden erst spät über die steigenden Kosten informiert. Laut Verbraucherschützern hat das Unternehmen die Frist nicht eingehalten - die Erhöhung sei damit unwirksam. Vattenfall weist das zurück.

Vattenfall-Kundencenter in Berlin: "Erhöhung gemäß der geltenden Bestimmungen erfolgt" Zur Großansicht
dapd

Vattenfall-Kundencenter in Berlin: "Erhöhung gemäß der geltenden Bestimmungen erfolgt"

Berlin - Die massiven Strompreiserhöhungen des Energiekonzerns Vattenfall zum 1. Januar könnten teilweise unwirksam sein. Eigentlich hätte Vattenfall alle Stromkunden gemäß der gesetzlich vorgeschriebenen Frist von sechs Wochen bis zum 20. November über die Aufschläge um rund 13 Prozent informieren müssen. Nach Angaben der Verbraucherzentrale Hamburg meldeten sich aber etliche Verbraucher, die erst am Mittwoch (21. November) informiert worden seien. Damit sei die Erhöhung unwirksam.

Der größte Versorger in Berlin und Hamburg bestreitet dies und betont, die Briefe an die 2,3 Millionen Kunden hätten das Unternehmen am 19. November verlassen. "Die Erhöhung ist gemäß der geltenden Bestimmungen erfolgt und rechtzeitig kommuniziert worden", sagte ein Sprecher.

Vattenfall wirft den Verbraucherschützern vor, die Kunden in die Irre zu führen. So habe die briefliche Mitteilung keinen Einfluss auf die Wirksamkeit der Preiserhöhung. "Sie dient allein dem Zweck, eine zusätzliche Informationspflicht des Lieferanten zu erfüllen." Am 19. November sei die Erhöhung in Zeitungsanzeigen öffentlich bekanntgegeben worden - dies sei die gesetzliche Voraussetzung für die Gültigkeit.

Doch hier macht das Unternehmen verwirrende Angaben. Im Gesetz heißt es: "Der Grundversorger ist verpflichtet, zu den beabsichtigten Änderungen zeitgleich mit der öffentlichen Bekanntgabe eine briefliche Mitteilung an den Kunden zu versenden und die Änderungen auf seiner Internetseite zu veröffentlichen." Also bedarf es Anzeige und Brief. Die Verbraucherzentrale Hamburg rät Vattenfall-Kunden, den Vorgang genau zu prüfen und entweder auf den alten Preisen zu bestehen oder den Energieversorger zu wechseln.

cte/dpa

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insgesamt 69 Beiträge
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1. Aha, ist das dann schon alles?
donnerfalke 22.11.2012
Einfach rechtzeitig informieren, und dann darf man kassieren? Was soll eigentlich dieser Schwachsinn?
2. Wird sich ja wohl feststellen lassen,
knieselstein 22.11.2012
ob da 2,3 Mio an einem Tag bei 2 Verteilerzentren aufgeschlagen sind. Bei 2,3 Mio Briefen und davon 1 % mit längerer Laufzeit von 2 Tagen können schon 23000 Kunden maulen
3. Warum sollte ich wechseln?
kahabe 22.11.2012
Mein Stromversorger (kommunal) erhöht die Preise nicht. Und wenn ich unter den beschriebenen Bedingungen Kunde von Vattenfall wäre (war ich mal, bis zur herbeigeführten Insolvenz einer Tochterfirma in unserem Bundeshauptland), bekämen die von mir nicht mehr Geld. Denn in Deutschland gelten deutsche Gesetze, ggf. auf Grundlage des Bürgerlichen Gesetzbuches.
4. am 20.11. ?? Haha
filmmix 22.11.2012
Ich hatte den Brief erst HEUTE in der Post (also am 22.11.). Aber klar wusste ich das schon vorher, war ja in allen Medien. Werde den Anbieter wechseln und gut ist's.
5. Ins Knie Geschossen,
canoscan 22.11.2012
ich habe den Brief heute bekommen.2 Tage zu spät liebe Vattenfall. Vor einer Stunde neuen Vertrag mit neuem Stromanbieter- Kostenersparnis im Jahr 340.-€ bei 3600 kw Die 013,00 Cent pro Kilowatt sind schon drin. Leute wechselt den Anbieter.!!
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