Schlichtungsstelle der Weltbank Venezuela muss Ölkonzern Milliardenstrafe zahlen

Hugo Chávez hat in seiner Zeit als Präsident von Venezuela die Ölindustrie verstaatlicht. Dafür muss das Land den Ölriesen ConocoPhillips nun hoch entschädigen.

Ölraffinerie in Venezuela (Archivbild)
REUTERS

Ölraffinerie in Venezuela (Archivbild)


Venezuela muss dem Ölkonzern ConocoPhillips mehr als acht Milliarden US-Dollar zahlen. Die Schlichtungsstelle der Weltbank ICSID sprach dem Unternehmen etwa 8,14 Milliarden Dollar zu. Venezuela kann die Entscheidung noch anfechten.

Venezuela zählt zu den größten Erdölexporteuren Südamerikas. Im Jahr 2007 hatte der damalige Präsident Venezuelas Hugo Chávez die Ölindustrie verstaatlicht, darunter auch drei Ölprojekte von ConocoPhillips. ConocoPhillips ist die drittgrößte US-Ölfirma, agiert aber vor allem als Dienstleister bei der Förderung.

Wegen der Enteignung musste der staatliche Ölkonzern Petroleos de Venezuela SA (PDVSA) nach einem Schlichtungsverfahren im vergangenen Jahr zwei Milliarden Dollar an ConocoPhillips zahlen. Im neuen Verfahren hatte Conoco ursprünglich bis zu 30 Milliarden Dollar gefordert.

Venezuelas Ölproduktion hat durch Missmanagement, fehlende Investitionen und Sanktionen durch die USA den tiefsten Stand seit fast 70 Jahren erreicht. Die sinkenden Ölexporte haben eine schwere Wirtschaftskrise ausgelöst, Millionen Menschen hungern, viele flohen aus dem Land.

In dem südamerikanischen Land tobt seit Wochen ein erbitterter Machtkampf zwischen Staatschef Nicolás Maduro und seinem Widersacher Juan Guaidó. Der Oppositionsführer hatte sich am 23. Januar zum Interimspräsidenten erklärt und den Staatschef damit offen herausgefordert. Zahlreiche Staaten, darunter die USA und Deutschland, haben Guaidó bereits als rechtmäßigen Übergangspräsidenten anerkannt.

kko/Reuters

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