Einigung im Arbeitskampf Lufthansa und Ver.di beschließen Tarif für Bodenpersonal

Ein Arbeitskampf weniger: Lufthansa hat sich mit Ver.di auf einen neuen Tarifvertrag für die 33.000 Beschäftigen des Bodenpersonals geeinigt. Mit den Piloten und Flugbegleitern laufen die Verhandlungen noch.

Lufthansa-Schalter in Frankfurt (Archiv): Tarifkonflikt mit dem Bodenpersonal beendet
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Lufthansa-Schalter in Frankfurt (Archiv): Tarifkonflikt mit dem Bodenpersonal beendet


Die Lufthansa Chart zeigen und Ver.di haben sich auf einen Tarifabschluss für die rund 33.000 Beschäftigten am Boden geeinigt. Wie die Gewerkschaft und das Unternehmen mitteilten, gab es zudem eine Verständigung beim schwierigen Thema der betrieblichen Altersversorgung - ein Streitpunkt auch beim fliegenden Personal, also bei Piloten und Kabinenpersonal. Hier ist eine Einigung aber bisher noch nicht in Sicht.

Mit der Einigung hat Lufthansa einen seiner zahlreichen Tarifkonflikte beigelegt. Am 2. Dezember wollen der Konzern und die Gewerkschaften UFO, Ver.di und Cockpit auf einem sogenannten Job-Gipfel über die verfahrene Tarifsituation im Konzern sprechen. Dabei bleibt es auch, sagte Ver.di-Verhandlungsführerin Christine Behle. Bei dem Treffen gehe es darum, zu erörtern, wie die Beschäftigten angesichts des Umbaus der Lufthansa "mitgenommen werden" könnten. Bisher habe der Konzern zu wenig getan. Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck soll nun zwischen der Fluggesellschaft und ihrem Kabinenpersonal vermitteln.

Der Streit über den Umbau der Airline, bei dem Arbeitsplätze zur Billigtochter Eurowings und ins Ausland verlagert werden, schwingt derzeit bei allen Verhandlungen zwischen Gewerkschaften, Beschäftigten und dem Konzern mit. Die Flugbegleiter hatten erst vergangene Woche einen weiteren Streik des Kabinenpersonals abgesagt. Der Tarifkonflikt beim fliegenden Personal dürfte sich aber kaum so geräuschlos lösen lassen, wie das nun beim Bodenpersonal gelang.

Für die Beschäftigten dort gibt es nun eine Regelung und mehr Geld. Alle Beschäftigten der sogenannten Bodendienste bei Lufthansa und den Töchtern Lufthansa-Systems, der Lufthansa-Service GmbH (LSG), der Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo bekommen für die Monate April bis Dezember 2015 eine Einmalzahlung in Höhe von 2250 Euro. Daneben wird nach Angaben von Ver.di die Bezahlung zum 1. Januar 2016 und zum 1. Januar 2017 um je 2,2 Prozent angehoben.

"Kein Beschäftigter bei Lufthansa muss daher irgendwelche Abstriche bei der Rente machen", sagte Ver.di-Verhandlungsführerin Behle laut der Mitteilung. Auch Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. Der Konzern könne so "Risiken und Kosten für die Altersversorgung senken".

Bei den Betriebsrenten sei das bisherige Niveau für alle derzeit Beschäftigten gesichert worden, teilte Ver.di mit. Das gelte auch für die ab 1. Januar 2014 neu eingestellten Beschäftigten, die bisher ohne betriebliche Altersversorgung gewesen seien.

Nach Angaben der Lufthansa gibt es für Mitarbeiter, die ab Jahresbeginn 2016 eingestellt werden, eine neue Regelung. Dabei leiste das Unternehmen einen Beitrag in Höhe von 5,2 Prozent des Gehalts. Zusätzlich bringen die Mitarbeiter einen Eigenbeitrag von einem Prozent ein. "Damit ist das Ziel, eine sichere Rente auf dem bisherigen Leistungsniveau abzuschließen, erreicht", sagte Behle von Ver.di.

apr/dpa

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