Arbeitsbedingungen beim Billigflieger Ver.di verhandelt ab Mittwoch mit Ryanair für Kabinenpersonal

Nach dem Streik der Ryanair-Piloten will Ver.di nun über die Arbeitsbedingungen für in Deutschland stationierte Flugbegleiter verhandeln. In mehr als 13 Ländern verlangen Gewerkschaften von Ryanair eine nachhaltige Reform.

Ryanair-Werbung am Flughafen Berlin-Schönefeld
Getty Images

Ryanair-Werbung am Flughafen Berlin-Schönefeld


Im Konflikt über die Arbeitsbedingungen beim irischen Billigflieger Ryanair nimmt die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di am Mittwoch Tarifverhandlungen für die etwa tausend Kabinenbeschäftigten der Fluggesellschaft in Deutschland auf. Sie finden in der irischen Hauptstadt Dublin statt, teilte Ver.di mit.

Die Gewerkschaft fordert für das Kabinenpersonal mehr Geld und eine bessere Absicherung. "Das Einkommen muss endlich existenzsichernd und planbar werden", sagte Ver.di-Vorstandsmitglied Christine Behle. Durch saisonale Schwankungen und fehlende Flugstundengarantie erhielten einige Vollzeitbeschäftigte "monatlich lediglich rund 1000 Euro brutto". Das sei "völlig inakzeptabel".

"Wir erwarten, dass Ryanair umgehend die hiesigen Sozialstandards anerkennt", sagte Behle. Die Tarifvereinbarungen müssten für alle in Deutschland stationierten Kabinenbeschäftigten bei Ryanair gelten. Das betreffe auch diejenigen, die für Leiharbeitsfirmen "zu noch schlechteren Bedingungen" arbeiten würden. Diese Beschäftigten machen nach Schätzungen von Ver.di etwa 50 Prozent des Kabinenpersonals aus.

Ähnliche Vorwürfe an Ryanair auch von Piloten

Bei Ryanair war es erst am Freitag wegen eines Pilotenstreiks zu zahlreichen Flugausfällen in einer Reihe europäischer Länder gekommen. Auch die Piloten fordern bessere Arbeitsbedingungen und mehr Gehalt. Ryanair sieht sich seit Längerem Vorwürfen ausgesetzt, seine Mitarbeiter deutlich schlechter zu bezahlen als andere Billigfluggesellschaften. Das Unternehmen bestreitet dies. Erst im vergangenen Jahr hatte sich Ryanair nach langem Druck grundsätzlich bereit erklärt, Gewerkschaften anzuerkennen.

Im Juli unterzeichneten Ver.di und Ryanair dann eine Anerkennungsvereinbarung. Auf einer ersten internationalen Konferenz von Ryanair-Flugbegleitern war Anfang Juli in Dublin ein gesamteuropäischer Forderungskatalog aufgestellt worden. Gewerkschaften in mehr als 13 Ländern verlangen von Ryanair eine nachhaltige Reform der Arbeitsbedingungen für alle Kabinenbeschäftigten.

cop/dpa-AFX

TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.