Hamburg - Wohin mit dem Geld? Diese Frage ist auch für Stiftungen angesichts der Schuldenkrise und der Turbulenzen auf den Finanzmärkten immer schwieriger zu beantworten. Mit den alten, auf Sicherheit ausgerichteten Strategien schaffen es viele Stiftungen nicht mehr, ihr Vermögen zu sichern, sagte Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Stiftungen, SPIEGEL ONLINE.
"Wegen des niedrigen Zinsniveaus hat die Hälfte aller knapp 19.000 Stiftungen Probleme", sagt Fleisch. Real, also inflationsbereinigt, verliere jede zweite Stiftung Vermögenswert. Einzelne Stiftungen mussten bereits ihre Zahlungen für gemeinnützige Zwecke einschränken. Fleisch empfiehlt, das Vermögen bevorzugt in ökologische und soziale Anlagen zu investieren. Denn dann könnten die Stifter nicht nur mit den eigenen Projekten Gutes tun, sondern auch mit der Geldanlage.
Die Finanzkrise könnte also zu einer Aufwertung nachhaltiger Anlagen führen. Auf die Zahl der Stiftungen hatte sie offenbar keinen negativen Einfluss: Laut Verband kamen im vergangenen Jahr 817 neue Stiftungen dazu. Bleibe es bei diesem Wachstum, werde sich die Zahl noch vor 2050 verdreifachen.
Fleisch sieht vor allem drei Gründe dafür, dass die Zahl der Stiftungen weiter wächst:
Der Verband schätzt, dass deutsche Stiftungen auf ein Vermögen von insgesamt mehr als 100 Milliarden kommen. Die Hälfte der Stiftungen sei allerdings sehr klein und habe weniger als eine Million Euro Kapital. Fleisch plädiert deshalb dafür, sich bei kleineren Beträgen an einer bereits existierenden Stiftung zu beteiligen. Ministiftungen seien "auf lange Sicht meist kaum lebensfähig", warnt er.
cte
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