Klagen in den USA Vorwürfe gegen Anheuser-Busch wegen Bierpanscherei

Der weltgrößte Brauereikonzern ist wegen des Verdachts auf Etikettenschwindel verklagt worden. Verbraucher in den USA beschuldigen Anheuser-Busch, seine Biere mit noch mehr Wasser gestreckt und so den Alkoholgehalt gesenkt zu haben. Das Unternehmen bestreitet die Vorwürfe.

Bud-Light-Bier in US-Getränkemarkt: Mit Wasser gestreckt?
AP/dpa

Bud-Light-Bier in US-Getränkemarkt: Mit Wasser gestreckt?


Los Angeles/Philadelphia - Amerikanischer Gerstensaft galt deutschen Biertrinkern ohnehin als eher dünnes Getränk - nun wird dem weltgrößten Brauereikonzern offiziell die Verwässerung seiner US-Produkte vorgeworfen: Wegen des angeblichen Verdünnens von Bier sind in den USA Verbraucherklagen gegen Anheuser-Busch Inbev Chart zeigen eingegangen. Die Kläger legen dem Brauer ihren Anwälten zufolge zur Last, Budweiser-Bier und andere alkoholische Getränke mit Wasser gestreckt zu haben, um höhere Profite zu erzielen. Auf den Etiketten sei ein falscher Alkoholgehalt ausgewiesen worden. Anheuser wies die Vorwürfe zurück.

Bereits am Freitag sei an einem Bundesgericht in San Francisco eine Klage eingereicht worden, sagten die Anwälte. Zudem reichten Verbraucher der Nachrichtenagentur AP zufolge auch Klagen in Pennsylvania, Kalifornien, New Jersey und anderen Bundesstaaten ein.

Der Tipp über die falschen Informationen auf den Etiketten kam laut den Anwälten von ehemaligen Angestellten des Konzerns in den USA. Einige hochrangige Anheuser-Mitarbeiter hätten zudem bestätigt, dass es zur Unternehmenspolitik gehöre, Premiummarken mit Wasser zu verlängern. "Das ist eine einfache und sehr wirksame Kostensenkungsmaßnahme", sagte der kalifornische Anwalt Josh Boxer, der die Klagevertretung anführt. Demnach sei das Wasser unmittelbar vor der Abfüllung in Flaschen zugesetzt und der Alkoholgehalt so um drei bis acht Prozent gesenkt worden.

Zehn Biermarken betroffen

Anheuser-Busch Inbev wies die Vorwürfe als haltlos zurück. Die Kennzeichnungsvorschriften würden voll und ganz eingehalten. "Wir sind stolz, die höchsten Standards des Brauens zu erfüllen, was unsere Biere zu den bestverkauften in den USA und dem Rest der Welt gemacht hat", teilte die Firma mit.

Die Klagen beziehen sich konkret auf zehn in den USA verkaufte Produkte des Konzerns: Budweiser, Bud Ice, Bud Light Platinum, Michelob, Michelob Ultra, Hurricane High Gravity Lager, King Cobra, Busch Ice, Natural Ice und Bud Light Lime.

Der Klage zufolge soll Anheuser-Busch nach der im Jahr 2008 erfolgten Übernahme durch den Konkurrenten Inbev mehr und mehr dazu übergegangen sein, seine beliebtesten Biersorten zu verwässern, um Kosten zu sparen.

Anheuser-Busch hatte seinen Hauptsitz ursprünglich in St. Louis im Bundesstaat Missouri. Nach der Übernahme durch seinen Konkurrenten 2008 hat der nun fusionierte Konzern Anheuser-Busch Inbev seine Zentrale in Belgien und produzierte im Jahr 2011 37,85 Milliarden Liter Bier. In Deutschland ist der Brauer mit den Marken Beck's, Hasseröder und Löwenbräu vertreten.

fdi/Reuters/AP

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Hank Hill 27.02.2013
1. Amerikanisches Bier
ist fuer einen deutschen Gaumen fast ungeniessbar. Besonders die grossen Marken wie Budweiser oder Millers. Die Light Biere schmecken wie Pisse, das normale Coors geht gerade noch. Es gibt regional viele Micro Breweries die teilweise ganz anstaendiges Bier brauen. Aber ueberregional kenne ich keine Marke (vielleicht Samuel Adams) die unserem Bier das Wasser reichen koennte.
hubertrudnick1 27.02.2013
2. Das kommt mir bekannt vor
Zitat von sysopAP/dpaDer weltgrößte Brauereikonzern ist wegen des Verdachts auf Etikettenschwindel verklagt worden. Verbraucher in den USA beschuldigen Anheuser-Busch, seine Biere mit Wasser gestreckt und so den Alkoholgehalt gesenkt zu haben. Das Unternehmen bestreitet die Vorwürfe. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/verbraucherklage-anheuser-busch-soll-bier-mit-wasser-verduennt-haben-a-885788.html
Das kommt mir irgentwie bekannt vor, ach ja, auch in der EU betreibt man Etikettenschwindel in der Lebensmittelindustrie in großem Umfang. Woran mag das wohl liegen? HR
tzdv9000 27.02.2013
3.
Zitat von Hank Hillist fuer einen deutschen Gaumen fast ungeniessbar. Besonders die grossen Marken wie Budweiser oder Millers. Die Light Biere schmecken wie Pisse, das normale Coors geht gerade noch. Es gibt regional viele Micro Breweries die teilweise ganz anstaendiges Bier brauen. Aber ueberregional kenne ich keine Marke (vielleicht Samuel Adams) die unserem Bier das Wasser reichen koennte.
Den Gedankengang hatte ich auch gerade...allerdings wundert es mich, wie die Amis das mit dem Wasser herausgefunden haben. Bestimmt nicht durch Geschmacksprüfung...
gibbonnobbig 27.02.2013
4.
Zitat von Hank Hillist fuer einen deutschen Gaumen fast ungeniessbar. Besonders die grossen Marken wie Budweiser oder Millers. Die Light Biere schmecken wie Pisse, das normale Coors geht gerade noch. Es gibt regional viele Micro Breweries die teilweise ganz anstaendiges Bier brauen. Aber ueberregional kenne ich keine Marke (vielleicht Samuel Adams) die unserem Bier das Wasser reichen koennte.
Ja die großen Marken die "light" im Namen tragen sind Mist. Dafür gibt es fantastische Biersorten von denen man hierzulande noch nie was gehört hat, die sich definitiv nicht verstecken müssen wie zB IPA
chbeeler 27.02.2013
5.
Kein wunder schmecken diese Brühen nach Wasser und das schlimme ist, alle diese Multis Invbrev, Heineken, Carlsberg und co. bald alle gleich nach Wasser schmecken. Traditionsmarken schlucken und gleich den Alkoholgehalt heruntersetzten, siehe John Smith. Darum kaufe ich nur Bier von unabhängigen Brauereien die acuh nach Bier schmecken.
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