Verdacht auf Bilanzmanipulation Razzia bei Windparkentwickler Windreich

Der Windparkentwickler Windreich ist wegen des Verdachts der Bilanzmanipulation ins Visier der Behörden geraten. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart durchsuchte die Hauptverwaltung sowie mehrere Privatwohnungen und ermittelt gegen fünf amtierende und frühere Vorstandsmitglieder.

Windreich-Vorstandschef Willi Balz: Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittelt
DPA

Windreich-Vorstandschef Willi Balz: Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittelt


Wolfschlugen - Noch im Januar hatte Windreich für Schlagzeilen gesorgt: Der Windparkentwickler berief die Fernsehmoderatorin Sabine Christiansen öffentlichkeitswirksam in den Aufsichtsrat. Jetzt ermittelt die Stuttgarter Staatsanwaltschaft gegen das Unternehmen. Wie die Behörde mitteilte, sollen fünf amtierende und ehemalige Vorstandsmitglieder die Konzernabschlüsse durch Überbewertung von Vermögenspositionen geschönt haben.

Sie sollen 2010 und 2011 unter anderem Forderungen und Umsätze in Millionenhöhe ausgewiesen haben, denen aber entweder keine Geschäfte oder aber Geschäfte mit einem deutlich niedrigeren Wert zugrunde lagen. Bei Windreich war für eine Stellungnahme zunächst niemand zu erreichen.

Bereits am Dienstag hatte die Staatsanwaltschaft eine Razzia veranlasst: Zusammen mit 35 Einsatzkräften des Landeskriminalamtes durchsuchten die Ermittler die Hauptverwaltung des Unternehmens sowie vier Privatwohnungen und beschlagnahmten zahlreiche Unterlagen. Sowohl Windreich-Vorstandschef Willi Balz als auch der frühere baden-württembergische Wirtschaftsminister Walter Döring bestätigten der Nachrichtenagentur dpa, dass gegen sie ermittelt wird. Döring saß bis vergangenen Sommer im Vorstand der Firma.

Der Windparkentwickler wurde 1999 von Willi Balz, dem auch aktuell noch amtierenden Firmenchef gegründet. Das Unternehmen plant, baut, finanziert, besitzt und vertreibt Windkraftanlagen an Land und auf hoher See. Bei Anlegern sammelte die Firma mit zwei Anleihen 125 Millionen Euro ein. Die Bonds stürzten allerdings ab und wurden in dieser Woche nur noch mit 40 Prozent ihres Nennwertes gehandelt.

nck/dpa/Reuters

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insgesamt 5 Beiträge
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Pandora0611 06.03.2013
1. Die grünen Lobbyisten ...
... haben das EEG wohl wörtlich genommen. * "Das EEG ist unsere Lizenz zum Gelddrucken"!* Die Stromkunden (müssen) alles zahlen! Und in Baden-Würtemberg sind jetzt unsere "Freunde" an der Macht". Besser gehts nimmer!
denker24 07.03.2013
2. Rufmord
Die Bilanzen können erst gut werden, wenn die Windräder fertig sind. Das ist 1. Lehrjahr. Jegliche Bewertung vorher ist Dummheit. - Wenn ich ein Hotel baue, kommen die Gäste ja auch erst nach der Fertigstellung. Was sollen die Beamten dort - haben doch null Ahnung. Und die Staatsanwälte, ja ja Strom kommt aus der Steckdose..... Wäre es besser W. Balz baut Atomkraftwerke????? Nein, freuen wir uns doch auf den Windstrom.
denker24 07.03.2013
3.
Die Bilanzen können erst gut werden, wenn die Windräder fertig sind. Das ist 1. Lehrjahr. Jegliche Bewertung vorher ist Dummheit. - Wenn ich ein Hotel baue, kommen die Gäste ja auch erst nach der Fertigstellung. Was sollen die Beamten dort - haben doch null Ahnung. Und die Staatsanwälte, ja ja Strom kommt aus der Steckdose..... Wäre es besser W. Balz baut Atomkraftwerke????? Nein, freuen wir uns doch auf den Windstrom.
Bruschetta 07.03.2013
4. bruschetta
Ach Pandora, sowohl Herr Döring als auch Herr Walz sind keine "Grüne" sondern alimentierte FDP-Mitglieder. Was Ihnen durchaus bekannt war ;-)
hjka 07.03.2013
5. die sind wohl den Eon´s und Vattefalls dieser Welt
Zitat von sysopDPADer Windparkentwickler Windreich ist wegen des Verdachts der Bilanzmanipulation ins Visier der Behörden geraten. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart durchsuchte die Hauptverwaltung, mehrere Privatwohnungen und ermittelt gegen fünf amtierende und frühere Vorstandsmitglieder. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/verdacht-auf-bilanzmanipulation-razzia-bei-windreich-a-887278.html
zu mächtig geworden. Welcher etablierte und von der Regierung unter Bestandsschutz gestellt Energiebtreiber möchte sich schon in die Suppe spucken lassen? Da liegt es doch nahe dass man einer befreundeten Staatsanwaltschaft wohl einen "kleinen Tip" gibt
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