Verdacht auf Umweltverschmutzung ThyssenKrupp droht teurer Rechtsstreit

Mehr als fünf Milliarden Euro hat ThyssenKrupp in sein neues Stahlwerk in Brasilien investiert - nun droht Ärger: Die oberste Strafverfolgungsbehörde im Bundesstaat Rio de Janeiro wirft Managern einer Konzerntochter Verstöße gegen Umweltgesetze vor, das Unternehmen weist dies zurück.

ThyssenKrupp-Stahlwerk in Duisburg (Archiv): Drohender Rechtsstreit in Brasilien
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ThyssenKrupp-Stahlwerk in Duisburg (Archiv): Drohender Rechtsstreit in Brasilien


Hamburg - Dem Stahl- und Industriegüterkonzern ThyssenKrupp Chart zeigen drohen Probleme mit seinem Stahlwerk in Brasilien. Die oberste Strafverfolgungsbehörde des Bundesstaates Rio de Janeiro habe gegen führende Manager der Konzerntochter CSA Anklage erhoben, schreibt die "Financial Times Deutschland" ("FTD") unter Berufung auf eine Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Die Manager sollen gegen Umweltgesetze verstoßen haben.

Das im Juni eröffnete Stahlwerk habe die Luft in einem Ausmaß verschmutzt, "das die menschliche Gesundheit bedroht", heißt es laut "FTD" in der Mitteilung. ThyssenKrupp weist die Vorwürfe zurück: "Zu keinem Zeitpunkt war die Gesundheit von Mitarbeitern und Anwohnern gefährdet", zitiert die Zeitung den Konzern.

ThyssenKrupp droht dem Bericht zufolge ein teurer Rechtsstreit. Im Falle einer Verurteilung könnten Bußgelder, die zeitweise oder völlige Stilllegung des Werkes oder die Streichung von Steuersubventionen verhängt werden. Den beiden beschuldigten Geschäftsführern drohten lange Haftstrafen.

Der Anklage gingen monatelange Ermittlungen regionaler Behörden voraus. Das zuständige Gericht in Santa Cruz muss nun darüber entscheiden, ob es die Anklage zulässt und es zu einem Gerichtsprozess kommt.

Das Stahlwerk in Brasilien ist mit einem Investitionsvolumen von 5,2 Milliarden Euro das bisher größte Projekt von ThyssenKrupp. Die Kosten waren in der Bauphase deutlich angestiegen. Das Werk soll fünf Millionen Tonnen Stahl jährlich produzieren, der größtenteils in einem weiteren neuen Werk im US-Bundesstaat Alabama weiterverarbeitet werden soll. Diese Anlage soll am Freitag offiziell eröffnet werden.

hut/dpa-AFX



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