Wirtschaftsprüferbericht Insolvenzverschleppung bei Air Berlin?

Ende Oktober landete der letzte Air-Berlin-Flieger am Flughafen Tegel - nun haben Wirtschaftsprüfer Anhaltspunkte für eine Insolvenzverschleppung bei der Airline gefunden.

Flugzeuge von Air Berlin
REUTERS

Flugzeuge von Air Berlin


Air Berlin ist Geschichte. Nach dem Flugbetrieb verkauft der Insolvenzverwalter die Marke, Schokoherzen, Sitze und weitere Memorabilien sind bereits unter den Hammer gekommen. Nun haben Wirtschaftsprüfer einem Bericht der "Bild am Sonntag" zufolge Anhaltspunkte für eine mögliche Insolvenzverschleppung bei der Airline gefunden.

Experten der Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers (PwC) untersuchten im Auftrag des Insolvenzverwalters Lucas Flöther derzeit vor allem die Tochterfirma Air Berlin Technik, meldete das Blatt. Auch in einem Insolvenzbericht von Ende Januar seien mögliche Haftungsansprüche gegen Geschäftsführer wegen eines verspäteten Insolvenzantrags explizit festgehalten.

Wie die Zeitung weiter berichtete, will der Gläubigerausschuss von Air Berlin am 5. März über eine Klage gegen Ex-Miteigentümer Etihad entscheiden. Dabei gehe es um die Haftung für ein Finanzversprechen des Unternehmens aus Abu Dhabi von April 2017, das Etihad jedoch später zurückzog. Im Erfolgsfall könnte die Klage laut "BamS" bis zu 800 Millionen Euro einbringen.

Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet, nachdem der bisherige Großaktionär Etihad die finanzielle Unterstützung aufgekündigt hatte. Ende Oktober landete der letzte Air-Berlin-Flieger am Flughafen Tegel.

dop/AFP



insgesamt 11 Beiträge
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isar56 18.02.2018
1. Wenn ich mich richtig erinnere
wurde das von unserer Regierung mit 150 Mio Euro der Steuergelder unterstützt?
eckawol 18.02.2018
2. Insolvenzverschleppung
mag ja sein, aber die Finanzierungszusage von Etihad konnte die Insolvenz-Anmeldung verzögern, solange die Finanzierungszusage Substanz und Bestand hatte . Eine Klage gegen Ex-Miteigentümer Etihad dürfte somit eine spannende Angelegenheit mit ungewissem Ausgang in den Dünen der arabischen Wüste werden, wenn man z.B. mit entsprechenden Titeln Flieger der Etihad in Deutschland nicht "an die Kette" legen kann.
redwed11 18.02.2018
3.
Sie irren. Der Kredit der Bundesrepublik wurde erst nach dem Insolvenzantrag vergeben. Damit sollten dann die notwendigen Verpflichtungen wie Auszahlung von Löhnen ermöglicht werden. Aber man sollte doch mal fragen in wie weit 4 Millionen Winkelmann, dessen Aufgabe es war, der Lufthansa möglichst viel zum möglichst kleinsten Preis zu zuschanzen. Dafür hat Winkelmann seine 4 Millionen Euro bekommen und es sollte ermittelt werden, ob für diese Aufgabe für Winkelmann, im Auftrag von Lufthansa Spohr, die Insolvenz verschleppt wurde. Denn das bei der Air Berlin Insolvenz nicht alles mit rechten Dingen vor sich ging, war doch sehr offensichtlich.
DerBlicker 18.02.2018
4. das ist aussichtslos
Etihad wird niemals für angebliche Versprechen zahlen. Solange es keine schriftliche Zusage von Etihad gibt, sind die an nichts gebunden. Mündliche Zusagen über 800 Mio sind nichts wert, die die kann gar niemand geben, dazu ist kein Mitarbeiter befugt, noch nicht einmal der Vorstand. Der Insolvenzverwalter ist peinlich. Zudem kann Etihad kein deutsches Geircht zu irgend detwas zwingen, wenn die nicht zahlen, zahlen sie nicht, man kann ihnen nur die Landerechte in Deutschland entziehen, das ist alles.
112211 18.02.2018
5. Verschleppung?
Anhaltspunkte für eine Insolvenzverschleppung? Es war doch schon seit Jahren klar, dass sich AB nie erholen wird, von einem Kredit zum nächsten hangelt. Braucht es da noch Anhaltspunkte?
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