EU-Ermittlungen Deutscher Bank droht Geldbuße wegen Börsenabsprachen

Die EU-Kommission droht zahlreichen internationalen Großbanken mit empfindlichen Geldstrafen. Sie wirft unter anderem der Deutschen Bank verbotene Absprachen bei Geschäften für Kreditausfallversicherungen vor.

Deutsch-Banker Fitschen und   Jain: Der Bank droht neues Ungemach aus Brüssel
DPA

Deutsch-Banker Fitschen und Jain: Der Bank droht neues Ungemach aus Brüssel


Brüssel - Das Kartellverfahren der EU-Kommission wegen verbotener Absprachen bei Börsenwetten könnte für die Deutsche Bank und weiteren internationalen Investmentbanken hohe Geldbußen nach sich ziehen. Die Brüsseler Behörde hat nach eigenen Angaben nun Briefe mit den Vorwürfen an die Banken geschickt. Am Ende des Verfahrens könnten Strafen bis zu zehn Prozent eines Jahresumsatzes stehen. Den Banken droht bereits wegen verbotener Absprachen beim Referenzzinssatz Libor ähnliche Strafen.

Im Hinblick auf das Börsenwettenverfahren teilte die EU-Kommission nun mit, es gebe Hinweise auf verbotene Absprachen und den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung im billionenschweren Handel mit sogenannten CDS (Credit Default Swaps), also Kreditausfallversicherungen. Von den betroffenen Marktteilnehmern würden nun weitere Informationen angefordert. Die Ermittlungen dauern seit rund zwei Jahren an.

Steigende CDS-Preise verschärften die Euro-Krise

Zu den 13 Kreditinstituten, die jetzt im Fokus stehen, zählen so gut wie alle internationalen Großbanken, etwa JP Morgan, Barclays und Goldman Sachs. Die Deutsche Bank wollte sich zur Sache zunächst nicht äußern. Bereits im April war bekanntgeworden, dass die EU-Kommission vorerst nicht mehr gegen die Commerzbank ermittelt.

Mit CDS sichern sich Investoren und Spekulanten gegen Pleiten von Staaten und Firmen ab. Zudem kann mit ihnen auf die Bonität eines Schuldners gewettet und dieser damit in Bedrängnis gebracht werden, was die Papiere in der Euro-Schuldenkrise in Verruf gebracht hat. Falls die Vorwürfe stimmen, dass die Banken mit den Absprachen die Preise auf dem CDS-Markt nach oben getrieben haben, könnten sie so sogar zu einer Verschärfung der Krise beigetragen haben.

ade/Reuters/dpa/AP



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insgesamt 11 Beiträge
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sitiwati 01.07.2013
1. nach einer
Zeitungsmeldung hat die DB 2.400.000.000€ zurückgestellt, um zu erwartenden Klagen zu begleichen
ein-berliner 01.07.2013
2. Warum EU-Ermittlungen?
Zitat von sysopDPADie EU-Kommission droht zahlreichen internationalen Großbanken mit empfindlichen Geldstrafen. Sie wirft unter anderem der Deutschen Bank verbotene Absprachen bei Geschäften für Kreditausfallversicherungen vor. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/verdacht-von-cds-absprachen-eu-verschaerft-ermittlungen-gegen-banken-a-908770.html
# Wo ist die Bankenaufsicht? Tiefschlaf und/oder reine Unfähigkeit?
pepe_sargnagel 01.07.2013
3.
Zitat von sysopDPADie EU-Kommission droht zahlreichen internationalen Großbanken mit empfindlichen Geldstrafen. Sie wirft unter anderem der Deutschen Bank verbotene Absprachen bei Geschäften für Kreditausfallversicherungen vor. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/verdacht-von-cds-absprachen-eu-verschaerft-ermittlungen-gegen-banken-a-908770.html
Wie soll es nur zu Absprachen kommen und wieso sollten Wirtschaftsbosse und Banker solche tätigen. Der Markt ist doch trnasparent und nur dann effizient, wenn solche Dinge nicht geschehen. Legt man sich das "Marktgeschehen" dort ebenso zu recht wie sich die Bürger die "Wahrheiten" zu recht legen. Eine Welt in der eben kaum noch Anstand herrscht. Und das größte Verbrechen ist erwischt zu werden. Wird man nicht erwischt war alles in Ordnung. Schöne neue Welt!
TeslaTraX 01.07.2013
4. Vebrecherorganisation....
machen die auch mal legale Sachen ???
wanderer18 01.07.2013
5. Das ist Fantastisch!
wer Deutschland im Namen trägt sollte sich anständiger benehmen, färbt ja sonst auf das Land ab. Das ist Fantastisch!
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