Verkauf der Warenhäuser: Zahl der Kaufhof-Interessenten wächst

Da waren es schon drei: Neben der Immobilenfirma Signa und Investor Nicolas Berggruen interessiert sich auch Ex-Karstadt-Chef Wolfgang Urban für Kaufhof. Noch seien aber nicht alle Bieter bekannt, heißt es beim Mutterkonzern Metro - der keine Eile beim Verkauf sieht.

Kaufhof-Filiale in Trier: "Wir sitzen noch nicht am Verhandlungstisch" Zur Großansicht
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Kaufhof-Filiale in Trier: "Wir sitzen noch nicht am Verhandlungstisch"

Hamburg - Es geht um 134 Warenhäuser mit rund 20.000 Mitarbeitern: Der Metro-Konzern sucht einen Käufer für seine Tochter Kaufhof - und kann sich dabei über wachsendes Interesse freuen. Neben dem Karstadt-Investor Nicolas Berggruen und der österreichischen Immobilienfirma Signa äußerte am Wochenende auch ein Konsortium um Ex-Karstadt-Chef Wolfgang Urban Interesse.

Nach Informationen des "Handelsblatts" setzt der scheidende Metro Chart zeigen-Chef Eckhard Cordes bislang vor allem das Angebot von Signa. Wie die Zeitung am Montag unter Berufung auf Informationen aus Verhandlungskreisen berichtete, hat Cordes am vergangenen Mittwoch Details des Verkaufs mit Signa-Chef René Benko besprochen. Das Angebot von Berggruen, der im vergangenen Jahr die Karstadt-Warenhäuser erworben hatte, sei bislang auf wenig Resonanz gestoßen.

Nach Angaben von Cordes gibt es noch mehr als die bislang bekannten Interessenten. "Es sind noch nicht alle Namen in der Öffentlichkeit bekannt", sagte er der Deutschen Presse-Agentur, nannte in diesem Zusammmenhang aber nur Berggruen und Signa. Wer weitere Bieter sein könnten, ließ Cordes offen. Angesprochen auf die spanische Warenhauskette El Corte Inglés meinte der Metro-Chef lediglich, es gebe seit vielen Jahren Kontakte, die "mal intensiver, mal weniger intensiv" seien.

Eine Entscheidung über den Verkauf wird es laut Cordes voraussichtlich nicht mehr in diesem Jahr geben. "Wir sind dabei, die Angebote zu prüfen. Wir sitzen aber noch nicht am Verhandlungstisch", sagte er.

Der Kaufhof-Verkauf sei auch deshalb nicht einfach, weil mit Berggruen ein direkter Konkurrent auf den Plan getreten sei. In dem Verkaufsverfahren gehe es immerhin um sehr intime Unternehmensdaten bis hin zu Zahlen einzelner Standorte. "Ich sage nicht, dass wir mit Berggruen keinen Deal machen können, aber wir sollten erst dann volle Transparenz und Einsicht in unsere Bücher geben, wenn wir sicher sind, dass wir mit ihm auch ein Deal machen können", meinte der Metro-Chef.

Bei einem Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof wären laut Cordes Einschnitte in die Filialnetze zu erwarten. Beim Verkauf sei aber eine wichtige Bedingung, dass "wir den Eindruck haben, dass ein Käufer den Kaufhof verantwortlich führen und weiterentwickeln wird".

dab/dpa-AFX/dapd

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