Folgen der Schlecker-Pleite: Verkauf von IhrPlatz gescheitert

Nach der Pleite von Schlecker droht nun auch den Firmentöchtern IhrPlatz und Schlecker XL das Aus. Die Verhandlungen über einen Verkauf an einen Finanzinvestor sind gescheitert. Rund 5000 Beschäftigte müssen um ihre Jobs bangen.

Ihr-Platz-Filiale: Bei der Tochterfirma von Schlecker arbeiten mehr als 4000 Mitarbeiter Zur Großansicht
dapd

Ihr-Platz-Filiale: Bei der Tochterfirma von Schlecker arbeiten mehr als 4000 Mitarbeiter

Frankfurt am Main - Der geplante Verkauf der Schlecker-Töchter IhrPlatz und Schlecker XL an den Münchner Finanzinvestor Dubag ist geplatzt. In den Verhandlungen zwischen Dubag und dem Kreditversicherer Euler Hermes sei keine Einigung für die Drogeriemarktkette IhrPlatz erzielt worden, teilte Schlecker am Freitag mit. Zuvor habe Dubag bereits seine Offerte für die Übernahme der Schlecker-XL-Märkte zurückgezogen.

Für IhrPlatz suche Insolvenzverwalter Werner Schneider nun eine neue Lösung. Die rund 5000 Beschäftigten in den zusammen 800 Filialen der beiden Töchter müssen weiter um ihre Arbeitsplätze bangen. Mit Forderungen von rund 300 Millionen Euro gilt Euler Hermes als größter Gläubiger des bankrotten Schlecker-Konzerns.

Während für die beiden Tochterfirmen noch Hoffnung auf eine Weiterführung besteht, hat in rund 2800 Schlecker-Filialen am Freitag der Ausverkauf der letzten Waren begonnen. In den Märkten gab es Preisnachlässe zwischen 30 und 50 Prozent. Nach Auskunft eines Sprechers der insolventen Drogeriekette lief die Rabattaktion gut an. In den nächsten Tagen sollen dem Plan zufolge die Preise weiter reduziert werden - je nach Fortschritt des Abverkaufs.

In vielen Läden war der Kundenansturm groß. Schon vor Ladenöffnung um 9 Uhr hätten sich Menschen vor der Tür aufgereiht, berichtete eine Verkäuferin aus einer Berliner Filiale. Vor allem Rentner und junge Leute stapelten Putzmittel, Toilettenpapier, Duschgel, Deo und Windeln in ihren Körben. In einigen Filialen in der Hauptstadt waren bereits am Mittag Regale leer, die Schlangen reichten durch den gesamten Verkaufsraum.

Die noch verbliebenen gut 13.000 Mitarbeiter der Kette sollen ihre Kündigung zum Monatsende erhalten. Im Frühjahr waren bereits in einer ersten Welle knapp 12.000 Schlecker-Beschäftigte entlassen worden, nachdem Ende März eine Rettungsaktion in letzter Minute am Widerstand der FDP gescheitert war.

stk/Reuters/dpa

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insgesamt 31 Beiträge
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1. Da sind sie wieder,
friedenspfeife 08.06.2012
frueher garantiert, wir schwoerens, niemals bei Schlecker eingekauft, weil der seine Mitarbeiter missbrauchte. Jetzt zum grossen Billigabraeumen angetreten, nach dem Motto "Geiz ist nicht geil, Geiz ist Orgasmus". Naja, jeder ist sich scheinbar selbst der Naechste, auch wenn viele in D auf "Solidaritaet" heucheln.
2. Der Markt ist doch längst aufgeteilt
Roßtäuscher 08.06.2012
Zitat von sysopNach der Pleite von Schlecker droht nun auch den Firmentöchtern Ihr Platz und Schlecker XL das Aus. Die Verhandlungen über einen Verkauf an einen Finanzinvestor sind gescheitert. Rund 5000 Beschäftigte müssen um ihre Jobs bangen. Verkauf von Ihr Platz und Schlecker XL gescheitert - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,837857,00.html)
Der Marktführer - und das mit Recht - ist dm von Götz Werner. Dann noch vielleicht Rossmann, alles andere ist ferner liefen. Schlecker hat keinen Platz mehr, selber schuld wenn die es vergeigt haben. Die ausstehenden Erwartungen zahlen doch Investoren nie um in eine Unsicherheit der Marktaufteilung einzusteigen. Die wären doch bekloppt. Erwartungen des Herrn Berggruen hatten wahrscheinlich rechnerisch keine Aussicht, weil die Gläubiger ihre Verluste zu gering ansetzten. So kann man doch keinen Fisch an Land locken. Der umstrittene Markt überholt sich selbst, zumal auch Aldi etwas im Drogerie-Segment mitmischt und nicht einmal so erfolglos. Die Produkte sind gut, kommen an. Das sage ich, obwohl wirklich neutral, direkt betroffen und erlebe Wohlbefinden.
3. Ich glaube, ...
frigor 08.06.2012
Zitat von friedenspfeifefrueher garantiert, wir schwoerens, niemals bei Schlecker eingekauft, weil der seine Mitarbeiter missbrauchte. Jetzt zum grossen Billigabraeumen angetreten, nach dem Motto "Geiz ist nicht geil, Geiz ist Orgasmus". Naja, jeder ist sich scheinbar selbst der Naechste, auch wenn viele in D auf "Solidaritaet" heucheln.
... die sind heute nur angetreten, damit Sie hier etwas motzen können.
4. .
Jom_2011 08.06.2012
---Zitat--- Im Frühjahr waren bereits in einer ersten Welle knapp 12.000 Schlecker-Beschäftigte entlassen worden, nachdem Ende März eine Rettungsaktion in letzter Minute am Widerstand der FDP gescheitert war. ---Zitatende--- Gestern hats geregnet. Spaniens Banken brauchen Geld, Griechenland hat gar keins mehr. Polen spielt 1:1. Schlecker ist pleite: Die FDP ist Schuld. So möchte ich ab sofort jeden SpOn-Artikel abgeschlossen lesen: Die FDP ist Schuld. Ach, heute ist Freitag, besser ich rege mich nicht mehr auf. :-)
5.
_derhenne 08.06.2012
Zitat von sysopNach der Pleite von Schlecker droht nun auch den Firmentöchtern Ihr Platz und Schlecker XL das Aus. Die Verhandlungen über einen Verkauf an einen Finanzinvestor sind gescheitert. Rund 5000 Beschäftigte müssen um ihre Jobs bangen. Verkauf von Ihr Platz und Schlecker XL gescheitert - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,837857,00.html)
5000 Mitarbeiter?! Um Himmels Willen! Da muss man doch was tun! Es wäre eine Schande wenn diese 5000 Stellen, das sind im Mittel immerhin 312,5 gutbezahlte Jobs pro Bundesland, wegfallen würden. Bitte gehen Sie weiter, der Sack Reis wird gleich wieder aufgestellt. Während man Schlecker Tränen nachweint, werden irgendwo wieder zehntausende Festangestellte ausgelagert, in Scheinselbstständigkeit getrieben oder als Aufstocker zum Amt geschickt.
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