Bitterfeld-Wolfen - Es war ein Vorzeigeunternehmen der Solarbranche, jetzt geht auch die insolvente Q-Cellsin asiatische Hände. Die Gläubigerversammlung stimmte am Mittwoch dem Verkauf mit großer Mehrheit zu, wie ein Sprecher des Insolvenzverwalters mitteilte. 1250 der weltweit 1550 verbliebenen Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben, davon etwa 750 am Stammsitz in Bitterfeld-Wolfen, im so genannten Solar Valley im südlichen Sachsen-Anhalt. Weitere rund 500 Jobs bleiben in Malaysia.
Das bedeutet allerdings auch, dass rund ein Drittel der Belegschaft in Deutschland abgebaut wird - vor allem in der Verwaltung. Forschung und Produktion sollen dagegen verzahnt und erhalten bleiben. Hanwha will insgesamt 250 Millionen Euro in das Unternehmen stecken.
"Starker Partner für Q-Cells"
"In diesem für Q-Cells extrem schwierigen wirtschaftlichen und politischen Umfeld ist es ein großer Erfolg, dass es gelungen ist, nicht nur Forschung und Entwicklung, sondern auch die Produktion am Standort Bitterfeld-Wolfen zu erhalten", sagte Insolvenzverwalter Henning Schorisch. Er bedauere den Verlust von Arbeitsplätzen, aber mit Hanwha habe Q-Cells einen starken Partner gefunden. Nun gebe es wieder eine langfristige Perspektive. Für die zu entlassenden Mitarbeiter stellte er eine Transfergesellschaft in Aussicht.
Nach einer ganzen Reihe von Hiobsbotschaften mit Insolvenzen und Schließungen in der schwer gebeutelten deutschen Solarbranche gilt die Q-Cells-Rettung als Hoffnungsschimmer. Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) flog am Mittwoch nach Südkorea und will am Freitag mit der Hanwha-Führung über die künftige Entwicklung von Q-Cells sprechen.
Q-Cells hatte im April Insolvenz angemeldet. Wie auch eine Reihe von anderen Solarfirmen hatte vor allem der Preisdruck aus China dem Unternehmen schwer zugesetzt. Zuletzt hatte dann auch ein Streit unter den Anleihegläubigern eine Rettung ohne Insolvenz unmöglich gemacht.
Keine Lösung gab es dagegen für den Q-Cells-Ableger Sovello mit einst 1200 Arbeitsplätzen, das Unternehmen hatte eine besonders energieschonende Methode zur Herstellung von Solarzellen entwickelt.
nck/Reuters/dpa
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte | RSS |
| alles zum Thema Q-Cells | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH