Verkauf des Solarpioniers: Südkoreaner erhalten Jobs bei Q-Cells

Die Gläubiger haben der Übernahme zugestimmt: Die insolvente Solarfirma Q-Cells geht an den südkoreanischen Mischkonzern Hanwha und ist damit vorerst gerettet. Insgesamt 1250 der weltweit 1550 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben, davon 750 in Deutschland.

Q-Cells Zentrale in Bitterfeld-Wolfen: 750 Jobs bleiben erhalten Zur Großansicht
dapd

Q-Cells Zentrale in Bitterfeld-Wolfen: 750 Jobs bleiben erhalten

Bitterfeld-Wolfen - Es war ein Vorzeigeunternehmen der Solarbranche, jetzt geht auch die insolvente Q-Cellsin asiatische Hände. Die Gläubigerversammlung stimmte am Mittwoch dem Verkauf mit großer Mehrheit zu, wie ein Sprecher des Insolvenzverwalters mitteilte. 1250 der weltweit 1550 verbliebenen Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben, davon etwa 750 am Stammsitz in Bitterfeld-Wolfen, im so genannten Solar Valley im südlichen Sachsen-Anhalt. Weitere rund 500 Jobs bleiben in Malaysia.

Das bedeutet allerdings auch, dass rund ein Drittel der Belegschaft in Deutschland abgebaut wird - vor allem in der Verwaltung. Forschung und Produktion sollen dagegen verzahnt und erhalten bleiben. Hanwha will insgesamt 250 Millionen Euro in das Unternehmen stecken.

"Starker Partner für Q-Cells"

"In diesem für Q-Cells extrem schwierigen wirtschaftlichen und politischen Umfeld ist es ein großer Erfolg, dass es gelungen ist, nicht nur Forschung und Entwicklung, sondern auch die Produktion am Standort Bitterfeld-Wolfen zu erhalten", sagte Insolvenzverwalter Henning Schorisch. Er bedauere den Verlust von Arbeitsplätzen, aber mit Hanwha habe Q-Cells einen starken Partner gefunden. Nun gebe es wieder eine langfristige Perspektive. Für die zu entlassenden Mitarbeiter stellte er eine Transfergesellschaft in Aussicht.

Nach einer ganzen Reihe von Hiobsbotschaften mit Insolvenzen und Schließungen in der schwer gebeutelten deutschen Solarbranche gilt die Q-Cells-Rettung als Hoffnungsschimmer. Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) flog am Mittwoch nach Südkorea und will am Freitag mit der Hanwha-Führung über die künftige Entwicklung von Q-Cells sprechen.

Q-Cells hatte im April Insolvenz angemeldet. Wie auch eine Reihe von anderen Solarfirmen hatte vor allem der Preisdruck aus China dem Unternehmen schwer zugesetzt. Zuletzt hatte dann auch ein Streit unter den Anleihegläubigern eine Rettung ohne Insolvenz unmöglich gemacht.

Keine Lösung gab es dagegen für den Q-Cells-Ableger Sovello mit einst 1200 Arbeitsplätzen, das Unternehmen hatte eine besonders energieschonende Methode zur Herstellung von Solarzellen entwickelt.

nck/Reuters/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Danke..
vincent1958 29.08.2012
Zitat von sysopDie Gläubiger haben der Übernahme zugestimmt: Die insolvente Solarfirma Q-Cells geht an den südkoreanischen Mischkonzern Hanwha und ist damit vorerst gerettet. Insgesamt 1250 der weltweit 1550 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben, davon 750 in Deutschland. Verkauf von Q-Cells an Südkoreaner: 750 Jobs bleiben in Deutschland - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,852820,00.html)
...Herr Rösler ,danke Herr Röttgen!Das nenne ich mal Know How Transfer gen Süd Ost Asien.Weil die Grossindustrie und der,von der ach so hohen EEG Umlage geschröpfte Pöbel laut schreit,wird mal schnell eine deutsche Zukunftsbranche verhökert....da können wir uns das Entwicklungsministerium nun wirklich sparen!
2. Südkoreaner erhalten Jobs bei Q-Cells
germanos-elinas 29.08.2012
warum schreibt der Spiegel so einen Blödsinn?? Wie lange werden die Arbeitsplätze gehalten?? Bis das Wissen nach Südkorea gewandert ist, und dann werden die Rolleden runtergemacht, und alle sind raus. Man kann wo anders auf der Welt, wo auch immer, billiger produzieren als in Germany. Und die Produkte erhalten auch noch das Kennzeichen Made in Germany.
3. Das ist vor allem den Energierevolutionären....
tempus fugit 29.08.2012
Zitat von germanos-elinaswarum schreibt der Spiegel so einen Blödsinn?? Wie lange werden die Arbeitsplätze gehalten?? Bis das Wissen nach Südkorea gewandert ist, und dann werden die Rolleden runtergemacht, und alle sind raus. Man kann wo anders auf der Welt, wo auch immer, billiger produzieren als in Germany. Und die Produkte erhalten auch noch das Kennzeichen Made in Germany.
....(so haben sich doch 2010 nach dem Ausstieg aus dem Ausstieg definiert?...) der Schwarz-Geld-Truppe in Berlin zu verdanken! Was soll's! PV-Platten kommen dann halt alle aus Asien, hochsubventioniert und die heutige PV-KWh kostet dann nächstes Jahr statt 15 Cts., nur noch 13 Cts.! Das wird einen weiteren Boom zu PV auslösen - denn PV-Strom kann nur billiger werden, EVU-Strom (siehe die div. Stromthreats...) immer teurer! Wenn dann bis zu den BT-Wahlen nächstes Jahr den Arschkartenzeihern, sprich nicht Privilegierten - der Hut oder noch mehr hochgeht, dann gehört das zu dem, was man Denokratieeinforderung von unten nennen könnte!
4. verhökern
germanos-elinas 29.08.2012
Wir verhökern unser Wissen, und das ist eigentlich, was Deutschland hat, in die ganze Welt, um mehr Umsatz, für eine gewisse Zeit, zu produzieren. Alle deutsche nahmhafte Autohersteller produzieren in China, transrapit hat alle Pläne geliefert, Airbus produziert ebenso dort. Kopien sind bereits auf den Markt, und mit der Zeit werden sie besser, und was macht Deutschland dann. Die Unternehmen aus D sind dann ausgebootet, und können nach Hause fahren. Aber so ist nun mal der freie Kapitalismus, immer kurtzfristig auf maximalen Gewinn orientiert, hat kein Gewissen, nach dem Motto, nach mir die Sinnflut. Wir verhökern das einzige, was wir haben, unser Wissen um sonst.
5. Da ist was dran....
tempus fugit 29.08.2012
Zitat von germanos-elinasWir verhökern unser Wissen, und das ist eigentlich, was Deutschland hat, in die ganze Welt, um mehr Umsatz, für eine gewisse Zeit, zu produzieren. Alle deutsche nahmhafte Autohersteller produzieren in China, transrapit hat alle Pläne geliefert, Airbus produziert ebenso dort. Kopien sind bereits auf den Markt, und mit der Zeit werden sie besser, und was macht Deutschland dann. Die Unternehmen aus D sind dann ausgebootet, und können nach Hause fahren. Aber so ist nun mal der freie Kapitalismus, immer kurtzfristig auf maximalen Gewinn orientiert, hat kein Gewissen, nach dem Motto, nach mir die Sinnflut. Wir verhökern das einzige, was wir haben, unser Wissen um sonst.
....derMarkt in DE und in der EU ist eigentlich satt und total überweidet! Die Macht der (Konsum)Gewohntheit bringt die Menschen dazu, doch immer noch was 'nett' oder 'häppisch' zu finden, auch wenn's dann nur die Wohnung zu vermüllt! Daher wendet sich das Kapital dorthin, wo noch 'Konsumpotenzial' besteht und sich Menschen dafür ausnutzen lassen. Das alte Spiel! Es wird dann wohl in den nächsten Jahrzehnten einen deutlichen Niedergang in der EU eintreten, bis sich die 'Konsumlevels' grossenteils ausgeglichen haben! Vielleicht gibt's auch mal wieder den grossen Rums, der dem Kapital immer wieder dienlich war.... Leider!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema Q-Cells
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 7 Kommentare