Verlierer-Vorwurf Hedgefonds will Microsoft-Chef Ballmer stürzen

Frontalangriff auf Steve Ballmer: Der bekannte Hedgefonds-Manager Einhorn fordert die Ablösung des Microsoft-Chefs. Sein Vorwurf: Ballmer betreibe "Charlie-Brown-Management".

Microsoft-Chef Ballmer: "Enorme Ressourcen verschwendet"
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Microsoft-Chef Ballmer: "Enorme Ressourcen verschwendet"


New York - Für seine harten Vorwürfe hatte sich David Einhorn einen eher niedlichen Vergleich ausgesucht: Mit Steve Ballmer als Chef leide Microsoft unter einem "Charlie-Brown-Management", sagte der einflussreiche US-Hedgefonds-Manager am Mittwoch auf einer Investoren-Konferenz in New York. Charlie Brown ist eine Figur in dem bekannten Comic "Peanuts" und spielt dort die Rolle des ewigen Verlierers.

Einhorn forderte die Ablösung von Ballmer. Dieser belaste als Chef den Aktienkurs des Software-Konzerns. Es sei Zeit für den Verwaltungsrat von Microsoft Chart zeigen, Ballmer zu ersetzen.

Der 55-jährige Ballmer hatte die Unternehmensleitung im Januar 2000 von Unternehmensgründer Bill Gates übernommen. Microsoft steht derzeit unter Druck, weil Firmen wie Google und Apple das Geschäft mit Smartphones dominieren und Tablet-Computer wie das iPad von Apple den Absatz von preiswerten Windows-Laptops schrumpfen lassen.

Einhorn räumte in seinem Vortrag ein, dass die jüngsten Geschäftszahlen von Microsoft gut ausgefallen sind. In den vergangenen fünf Quartalen habe sich der Kurs des Unternehmens jedoch viermal schlechter entwickelt als der S&P-Index.

Riesenverluste im Online-Geschäft

Microsoft verdient sein Geld mit den Stammprodukten Windows und Office und zuletzt auch mit der Spielekonsole Xbox. In Sparten wie dem Online-Geschäft fährt der Konzern jedoch Riesenverluste ein. Bei den Aktivitäten unter der Dachmarke "Bing" war allein im jüngsten Quartal ein Minus von mehr als 700 Millionen Dollar angefallen.

Einhorn warf Ballmer vor, in der Vergangenheit festzustecken. "Er hat Wettbewerbern ermöglicht, Microsoft in wichtigen Bereichen wie Suche, mobiler Kommunikationssoftware, Tablet Computer und Soziale Netzwerke zu schlagen. Und noch schlimmer ist: Die Reaktionen auf diese Fehlentwicklungen haben nur dazu geführt, dass enorme Ressourcen verschwendet wurden, um vergeblich einen Ausweg aus dieser Ecke zu finden."

Einhorn, Präsident der Investmentgesellschaft Greenlight Capital, genießt in der US-Finanzwelt ein gewisses Ansehen. Vor drei Jahren hatte er auf der gleichen Konferenz, auf der er jetzt Ballmer angriff, die Geschäftspraktiken der Investmentbank Lehman Brothers kritisiert. Im September 2008 meldete Lehman Brothers dann Insolvenz an.

dab/dpa



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