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Verluste für Kleinanleger: Ferienparadies "Fleesensee" unter Druck

Der Ferienpark galt als Vorzeigeprojekt des erfolgreichen "Aufbau Ost", doch jetzt hat das Resort "Land Fleesensee" arge Finanzprobleme, weil Kredite in Schweizer Franken aufgenommen worden waren - und der ist heftig gestiegen. Kleinanleger leiden unter dem herben Wertverlust ihrer Anteile.

Wellness im Ferienpark "Land Fleesensee": Auslastung gut, Anteile verlieren dennoch Wert Zur Großansicht
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Wellness im Ferienpark "Land Fleesensee": Auslastung gut, Anteile verlieren dennoch Wert

Hamburg - Die wirtschaftliche Situation von Deutschlands bekanntestem Ferien-Resort "Land Fleesensee" ist prekärer, als bislang bekannt. Der Grund: Ein Teil der Kredite für das Projekt wurden wegen der damals günstigen Zinsen nach SPIEGEL-Informationen in Schweizer Franken aufgenommen, der in den Jahren seit der Eröffnung im Jahr 2000 massiv zulegte. Deswegen würde eine Umwandlung in Euro heute nach Schätzungen des Fleesensee-Managements einen Verlust von 15 Millionen Euro bedeuten.

Das "Land Fleesensee" in Mecklenburg-Vorpommern – zu dem neben mehreren Golfplätzen und Hotels auch Deutschlands einziger Robinson-Club gehört – wurde unter anderem über einen geschlossenen Immobilienfonds finanziert. Die Hotels werden von Firmen wie der TUI betrieben.

Mutterkonzern zufrieden, Kleinanleger zahlen drauf

Das Skurrile: Während etwa der Robinson-Mutterkonzern TUI "sehr zufrieden" mit dem Geschäft und den Übernachtungszahlen ist, sind die Anteile der Anleger an der Fleesensee-Gesellschaft auf sieben Prozent ihres ursprünglichen Wertes gesunken. Für neue Investitionen braucht die Fleesensee-Gesellschaft zudem neues Geld. Die Banken haben die Gespräche über bestimmte Zinsvereinbarungen an ein Restrukturierungsprogramm gebunden. Ohne neue Investitionen in die Infrastruktur des Geländes drohe mittelfristig die Insolvenz, erklärte ein Gutachter bereits.

Von einer bevorstehenden Pleite könne aber nicht die Rede sein, erklärt Fleesensee- Geschäftsführer Detlev U. Fricke laut SPIEGEL. Ein Zukunftsplan werde "in Kürze" vorliegen. Man sei im Gespräch mit den Banken, "um auch langfristige Planungssicherheit zu erhalten". Die Zukunft soll unter anderem im Ausbau des Golfgeschäfts liegen.

kuz

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1. Dreisatz?
anyware 21.08.2011
Habe ich etwas am Auge, oder erzählt hier jemand Unfug? Den Artikel verstehe ich so, daß durch den Kurs der SFR gegenüber EUR der Wert der Anteile auf 7% des ursprünglichen Wertes gefallen wären. Selbst wenn sie ohne dieses Problem nicht gestiegen wären (was ich von einer guten Investition erwarten würde) und ALLES über Franken finanziert worden wäre, müsste der Franken dazu auf das über 14-fache gestiegen sein. Abgesehen davon, daß man ja keine Anteile ausgeben müsste, wenn man alles über Kredit finanziert. Bei einer Teilfinanzierung müsste der Anstieg des Franken also entsprechend höher sein, um den Wert der Anteile auf 7% zu bringen. Oder es gibt ganz andere Probleme, und schiebt jetzt den Franken vor. Als Ingenieur sollte man keinem Finanzberater trauen, die rechnen irgendwie anders...
2. Landrat Offenbach
goethestrasse 21.08.2011
...hier hat der inzw. nicht mehr tätige Landrat, Gelder des Kreises "gewinnbringend angelegt" ! Steuergelder. Da wird einem übel.
3. Selber schuld!
vlscout 21.08.2011
Wie bescheuert muss man denn sein, Kredite in einer Fremdwährung aufzunehmen, nur weil da die Zinsen niedriger sind? Weiß doch jedes Kind, daß Währungskurse viel volatiler sind als die dadurch eingesparten Zinskosten. Niedrigere CHF-Zinsen implizieren ja eine Erwartung auf zukünftige Franken-Aufwertung. Wenn meine Einnahmen in EUR sind dann finanziere ich selbstverständlich auch in EUR - alles andere ist Währungsspekulation!
4.
inci 21.08.2011
Zitat von anywareHabe ich etwas am Auge, oder erzählt hier jemand Unfug? Den Artikel verstehe ich so, daß durch den Kurs der SFR gegenüber EUR der Wert der Anteile auf 7% des ursprünglichen Wertes gefallen wären. Selbst wenn sie ohne dieses Problem nicht gestiegen wären (was ich von einer guten Investition erwarten würde) und ALLES über Franken finanziert worden wäre, müsste der Franken dazu auf das über 14-fache gestiegen sein. Abgesehen davon, daß man ja keine Anteile ausgeben müsste, wenn man alles über Kredit finanziert. Bei einer Teilfinanzierung müsste der Anstieg des Franken also entsprechend höher sein, um den Wert der Anteile auf 7% zu bringen. Oder es gibt ganz andere Probleme, und schiebt jetzt den Franken vor. Als Ingenieur sollte man keinem Finanzberater trauen, die rechnen irgendwie anders...
so ganz habe ich das auch nicht verstanden, vor allem das hier: Die wirtschaftliche Situation von Deutschlands bekanntestem Ferien-Resort "Land Fleesensee" ist prekärer, als bislang bekannt. Der Grund: Ein Teil der Kredite für das Projekt wurden wegen der damals günstigen Zinsen nach SPIEGEL-Informationen in Schweizer Franken aufgenommen, der in den Jahren seit der Eröffnung im Jahr 2000 massiv zulegte. Deswegen würde eine Umwandlung in Euro heute nach Schätzungen des Fleesensee-Managements einen Verlust von 15 Millionen Euro bedeuten. wieso eine umwandlung in euro, wenn man dann einen herben verlust erleidet würde. selbst, wenn der CHF gestiegen ist, und mit ihm die zinsen, müsste man diesen verlust doch erstmal gegen die 15 mios gegenrechnen, und wirtschaftlich vernünftig wäre es dann, den geringeren verlust zu wählen. die umwandlung in euro riecht förmlich nach neuem geschlossen immobilienfond um noch einmal gelder einsammeln zu können. wieso das ganze allerdings verluste schiebt, obwohl die betreiber ja anscheinend gewinne machen ist mir auch nicht ganz klar. es sei denn, man hat der tui und den anderen betreibern das zu einer art festpreis vermietet, der währungs/zinsschwankungen nicht berücksichtigt.
5. Gezockt wird bis zur Pleite
Jurx 21.08.2011
Zitat von sysopDer Ferienpark galt als Vorzeigeprojekt des erfolgreichen "Aufbau Ost", doch*jetzt*hat das Resort "Land Fleesensee" arge Finanzprobleme, weil Kredite in Schweizer Franken aufgenommen worden waren - und der ist heftig gestiegen. Kleinanleger leiden unter dem herben Wertverlust ihrer Anteile. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,781480,00.html
Für diesen in Schieflage geratenen geschlossenen Immobilienfonds ist mal wieder bezeichnend, dass er vorwiegend an Kleinanleger vertrieben worden ist, mit schön vorgerechneten Steuervorteilen, auf Kredit finanziert und zu grossen Teilen vom AWD mit Informationen vertrieben, in denen (im Gegensatz zum offiziellen Verkaufsprospekt des Fonds) den Kleinanlegern die ggf. eintretende Nachschusspflicht verschwiegen worden ist. Siehe auch http://www.arbeitsgemeinschaft-finanzen.de/fileadmin/agf/download/pdf_Ratgeber/anlagebetrug.pdf unter "Ferienland Fleesensee". Gerade diese Nachschußpflicht, die nun im Rahmen der Umstrukturierung eintreten wird, dürfte etlichen Kleinanlegern das Genick brechen. Denn wenn diese schon die erworbenen Anteile mit Ach und Krach auf Kredit finanziert haben, ohne was auf der Naht zu haben, wer wird ihnen dann noch den Nachschuß ebenfalls auf Kredit bewilligen? Offenbar sind etliche Kleinanleger bereits dran, ihre erworbenen Anteile wegen der damaligen Falschberatung beim Vertrieb mit rechtsanwaltlicher Hilfe zurück abzuwickeln, wegen Täuschung. Und die Zeit drängt wohl, denn Ende 2011 verjähren die Ansprüche, und danach ist keine Rückabwicklung mehr möglich, weil die Beratungsfehler beim Vertrieb endgültig verjährt sind. Also da dürfte bei diesem Fonds noch einiges nachkommen: - Es fehlt Geld wegen der Rückabwicklung von vertriebenen Fondsanteilen durch die vielen cleveren unter den Kleinanlegern, die sich um eine Rückabwicklung kümmern, weil sie über den AWD gekauft haben - Es fehlt noch mehr Geld weil viele der nicht so cleveren Kleinanleger der zukünftigen Nachschußverpflichtung überhaupt nicht nachkommen können und diese insolvent werden, sobald die Nachschußverpflichtung greift - Es fehlt an einem Großinvestor, dem wirklich an der Rettung des Fonds gelegen ist Im Gegensatz zum zuversichtlichen Geschäftsführer der Anlage, der in Kürze einen "Zukunftsplan" in Aussicht stellt, sehe ich da leider ziemlich schwarz für die vielen, vielen Kleinanleger. Meine Zukunftsprognose ist eher, dass das Ding zukünftig erst in die Insolvenz und dabei von "schwachen Händen" in "starke Hände" übergeht. Sprich: Insolvenz und Enteignung der Kleinanleger, Zuschlagerteilung an einen Großinvestor, der die Immobilien sehr günstig abstauben wird und genügend Geld wuppen kann für die Neufinanzierung seines Gebots und der notwendigen Investitionen. Die Kleininvestoren werden dann leider noch lange an ihren Bankkrediten abbezahlen, wenn sie die damit erworbenen Fondsanteile schon gar nicht mehr besitzen. Ich wünsche es jedem von ganzem Herzen, dass es anders kommt, aber eigentlich habe ich da wenig Hoffnung.
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