Verluste in der Krise: Skandalbank IKB muss Anleger entschädigen

Hoffnung für IKB-Aktionäre: Laut einem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs steht einem Aktienbesitzer Schadenersatz zu, weil die Bank in der Finanzkrise ihre Probleme verharmloste. Der Kläger muss aber noch beweisen, dass er die Aktien nur wegen einer irreführenden Mitteilung kaufte. 

IKB-Zentrale in Düsseldorf: Noch laufen Klagen über zehn Millionen Euro Zur Großansicht
dpa

IKB-Zentrale in Düsseldorf: Noch laufen Klagen über zehn Millionen Euro

Karlsruhe - Sie war das erste Krisenopfer unter Deutschlands Banken: Die IKB musste 2007 mit Milliarden vor dem Zusammenbruch gerettet werden. Damals brach der Aktienkurs ein, Aktionäre der Mittelstandsbank erlitten schwere Verluste. Erstmals sprach der Bundesgerichtshof (BGH) am Dienstag nun einem dieser Anleger das Recht auf Schadenersatz zu.

Die Begründung der Richter: Der frühere IKB-Chef Stefan Ortseifen habe die Anteilseigner mit einer verharmlosenden Mitteilung im Juli 2007 getäuscht. Darin hieß es, die IKB sei nur in geringem Maße durch die Krise am amerikanischen Hypothekenmarkt betroffen. Tatsächlich hielt sie aber große Bestände an allenfalls zweitklassigen US-Hypothekenpapieren. Eine gute Woche nach der Mitteilung musste die Bank gerettet werden.

Der Anleger hatte noch kurz vor der Rettungsaktion für knapp 24.000 Euro IKB-Aktien gekauft. Das Geld ging fast komplett verloren. Der Kläger fordert die Erstattung des Kaufpreises und will dafür die Papiere zurückgeben. Er muss nun aber vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf noch nachweisen, dass er die Aktien nicht gekauft hätte, wenn er die wahre Lage der Bank gekannt hätte. Der BGH verwies den Fall zur erneuten Verhandlung zurück an die Düsseldorfer Richter.

Die IKB wollte sich zu dem Urteil am Dienstag nicht äußern. Noch laufen 30 Klagen mit einem Streitwert von insgesamt 10,3 Millionen Euro. Ortseifen war wegen der irreführenden Angaben in der Mitteilung wegen Börsenkurs-Manipulation bereits rechtskräftig zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt worden.

dab/dpa-AFX/Reuters

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