Verlustwarnung: Blackberry-Hersteller kämpft gegen den Abstieg

Der angeschlagene Blackberry-Hersteller RIM kommt nicht auf die Beine: Nach der Warnung vor einem erneuten Quartalsverlust stürzte die Aktie ab. Mit neuen Beratern sucht das Unternehmen jetzt nach einer Strategie, um gegen Apples iPhone und Android-Smartphones zu bestehen.

Hoffnungsträger Thorsten Heins: Der deutsche Konzernchef soll RIM retten Zur Großansicht
AP

Hoffnungsträger Thorsten Heins: Der deutsche Konzernchef soll RIM retten

Waterloo - Ein Satz des es Deutschland stammenden Konzernchefs Thorsten Heins reichte aus, die Aktie von Research in Motion (RIM) Chart zeigen abstürzen zu lassen: "Unsere finanzielle Lage wird auch in den kommenden Quartalen herausfordernd bleiben", sagte Heins am Dienstag. Die Warnung vor einem weiteren Quartalsverlust ließ die Aktie um acht Prozent einbrechen - nachdem sie in den vergangenen zwölf Monaten schon rund 80 Prozent an Wert verloren hatte.

Der Blackberry-Hersteller leidet immer stärker unter dem Siegeszug von Apples iPhone und den Android-Smartphones. Früher waren die multifunktionalen Blackberry-Handys geradezu eine Goldgrube - jetzt kämpft RIM mit Verlusten. Die Gründe sind rückläufige Verkäufe und der Preisdruck, der auf den Blackberrys lastet. Selbst viele frühere Stammkunden aus der Unternehmenswelt, die einst große Stücke auf Blackberrys E-Mail-Dienst hielten, greifen mittlerweile lieber zu einem Smartphone der Konkurrenz.

Berater sollen die Wende bringen

RIM versucht die Probleme mit einem Sparprogramm einzudämmen, auch Stellen würden wegfallen, sagte Konzernchef Heins, ohne allerdings eine Zahl zu nennen. In einem Medienbericht war jüngst von 2000 gefährdeten Jobs die Rede. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen daran, sein neues Betriebssystem Blackberry 10 auf den Markt zu bringen. Eine Vorabversion wurde auf der RIM-Entwicklermesse Anfang des Monats gezeigt. Von dem neuen Betriebssystem verspricht sich das Unternehmen, verlorenen Boden gutzumachen, allerdings soll Blackberry 10 erst Ende des Jahres erscheinen.

Angesichts der schwierigen Lage hat sich RIM die Hilfe von JPMorgan Chase Chart zeigenund der Royal Bank of Canada Chart zeigen geholt, auch das gab das Unternehmen am Dienstag bekannt. Die Banker sollen dabei helfen, RIM wieder in die Spur zu bringen - möglicherweise auch durch Kooperationen. Selbst über einen Verkauf war zuletzt immer wieder spekuliert worden. Dabei fiel an der Börse auch der Name von Facebook als möglicher Käufer. Medienberichten zufolge arbeitet das Soziale Netzwerk gerade an einem eigenen Smartphone.

Die frühere RIM-Spitze hatte den Trend zu berührungsempfindlichen Bildschirmen verschlafen und lange auf eine Tastatur gesetzt. Zudem hinken die Blackberrys in Sachen Multimedia dem iPhone und den Android-Smartphones hinterher. Konzernchef Heins soll den Trend umkehren, am 28. Juni will er Einzelheiten über den Umbau des Unternehmens bekanntgeben. Der Deutsche hatte den Chefposten im Frühjahr übernommen, nachdem die beiden Firmengründer auf Druck der Aktionäre zurückgetreten waren.

nck/dpa/Reuters

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Verkennung der Situation
bvdlinde 30.05.2012
...vor allem hat Herr Heins gleich zu Beginn seiner Amtszeit durch Aeusserungen zur Konkurrenz gezeigt, dass er den Ernst der Lage nicht erkennt. So wie damals der Nokia-Chef oder auch Steve Balmer. Wie soll mit einem solchen Dinosaurier ein Turnoround geschafft werden? Rim ist in drei Jahren weg vom Fenster.
2. Bb
SirLurchi 30.05.2012
Zitat von sysopDer angeschlagene Blackberry-Hersteller RIM kommt nicht auf die Beine: Nach der Warnung vor einem erneuten Quartalsverlust stürzte die Aktie ab. Mit neuen Beratern sucht das Unternehmen jetzt nach einer Strategie, um gegen Apples iPhone und Android-Smartphones zu bestehen. Verlustwarnung: Blackberry-Hersteller kämpft gegen den Abstieg - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,835849,00.html)
Für mich ist BB nach wie vor das beste Smartphone auf dem Markt. Sollten die allerdings an Fressenkladde verkauft werden, bin ich so schnell weg, so schnell können die gar nicht bis 3 zählen!
3. schuster,
sichernicht 30.05.2012
bleib bei deinen leisten. jeder versuch, mit den traditionellen und erprobten blackberry-ingredienzen (tastatur, lebensdauer, fokus auf email und telefonieren) dem massen- und privatkundentauglichen touchscreen von iphone & konsorten die stirn zu bieten, musste scheitern. in der folge haben iphone und co. sogar bei selbständigen und außendienstlern ihren siegeszug fortgesetzt. mails tippen dauert dank touchscreen gefühlte 30 minuten? typos, dass es nur so kracht? akku mal wieder am frühen nachmittag leer? empfangsqualität miserabel? egal! sieht doch gut aus, und hat schließlich apps! dass dabei das für den ursprünglichen zielmarkt business wesentlich geeignetere produkt untergeht, darf wohl mit erstauntem kopfschütteln als weitere perversion der konsumgesellschaft gehandelt werden. bitte nicht falsch verstehen: auch bei mir zuhause haben zwei apple-rechner einzug gehalten, werden gerne genutzt und sind eindeutig die besseren computer/laptops. wozu ich allerdings als geschäftstelefon ein touchscreen-spielzeug brauchen soll, konnte mir noch niemand plausibel erklären.
4.
tobiash 30.05.2012
Zitat von sichernichtbleib bei deinen leisten. jeder versuch, mit den traditionellen und erprobten blackberry-ingredienzen (tastatur, lebensdauer, fokus auf email und telefonieren) dem massen- und privatkundentauglichen touchscreen von iphone & konsorten die stirn zu bieten, musste scheitern. in der folge haben iphone und co. sogar bei selbständigen und außendienstlern ihren siegeszug fortgesetzt. mails tippen dauert dank touchscreen gefühlte 30 minuten? typos, dass es nur so kracht? akku mal wieder am frühen nachmittag leer? empfangsqualität miserabel? egal! sieht doch gut aus, und hat schließlich apps! dass dabei das für den ursprünglichen zielmarkt business wesentlich geeignetere produkt untergeht, darf wohl mit erstauntem kopfschütteln als weitere perversion der konsumgesellschaft gehandelt werden. bitte nicht falsch verstehen: auch bei mir zuhause haben zwei apple-rechner einzug gehalten, werden gerne genutzt und sind eindeutig die besseren computer/laptops. wozu ich allerdings als geschäftstelefon ein touchscreen-spielzeug brauchen soll, konnte mir noch niemand plausibel erklären.
Das muss auch niemand, das erklärt sich von ganz alleine! Wer jedoch heute noch von einem "Geschäftstelefon" redet, der sollte dann wirklich bei seinem Blackberry bleiben! Sowohl Android-Smart- als auch Iphones sind eben deutlich mehr als "Geschäftstelefone", eher Computer, mit denen man ganz nebenbei auch telefonieren kann. Ich als ehemaliger BB-Fan bin zwangsweise auf ein HTC Desire HD umgestiegen und gucke mein altes BB seitdem mit dem Allerwertesten nicht mehr an. Mit der richtigen Tastatur (Riesen APP-Auswahl) geht das Schreiben ganz locker von der Hand und durch den großen Bildschirm ist es nicht nur möglich, sondern auch sinnvoll, sich Office-, PDF- oder sonstige Dateien anzeigen zu lassen. Das größte Probloem für RIM ist der Spagat, der vollbracht werden muss: Eine Aufholjagd zu starten ohne die technisch rückständige Stammkundschaft zu verschrecken! Das wird nur schwer gelingen!
5.
BabelHuber 30.05.2012
Zitat von sichernichtdass dabei das für den ursprünglichen zielmarkt business wesentlich geeignetere produkt untergeht, darf wohl mit erstauntem kopfschütteln als weitere perversion der konsumgesellschaft gehandelt werden. ... wozu ich allerdings als geschäftstelefon ein touchscreen-spielzeug brauchen soll, konnte mir noch niemand plausibel erklären.
Nun, Sie haben es ja selbst geschrieben: BB hat den Fokus auf E-Mail. Tatsächlich ist ein BB vielleicht wesentlich besser geeignet, E-Mails zu schreiben, aber das wars dann. iOS und Android bieten da viel mehr: Man kann besser im Internet surfen, es gibt viel mehr Apps - auch zur Zerstreuung! - und durch das größere Display kann man E-Mails und ihre Anhänge besser lesen. Zudem ist im typischen Privatgebrauch das BB unterlegen. Nicht jeder will 2 Handies mit sich herumtragen. Fazit: Wer andauernd E-Mails auf dem Handy schreibt, ist mit BB vielleicht besser bedient. Alle anderen nicht. RIM hat - wie Nokia - den Anschluss an die moderne Zeit (noch) nicht geschafft. Es fehlt ein Handy, das die Vorteile des BB behält, aber dessen Nachteile wettmacht. Und wenn dieses Produkt nicht schnell genug auf den Markt kommt, ist Ende Gelände.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema Research In Motion (RIM)
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 10 Kommentare
Fotostrecke
Software für Smartphones: Blackberry 10

Fotostrecke
Research in Motion: Hoffnungsträger made in Germany