Globales Privatvermögen Asien löst Westeuropa als zweitreichste Region ab

Das billige Geld der Notenbanken zeigt Wirkung: Laut einer Studie wuchs das globale private Geldvermögen 2013 um 14,6 Prozent auf 152 Billionen Dollar. In den kommenden Monaten überholt Asien Westeuropa und wird zweitreichste Region.

Besucherinnen einer Jacht-Show in China: Rasanter Anstieg von Millionären
DPA

Besucherinnen einer Jacht-Show in China: Rasanter Anstieg von Millionären


New York - Deutsche Sparer jammern über die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und niedrige Zinsen. Doch weltweit profitieren Anleger vom billigen Geld der Notenbanken. Laut einer Studie der Beratungsfirma Boston Consulting Group (BCG) wächst das globale Vermögen - zumindest auf dem Papier - rasant. Dabei wird der Reichtum auch neu verteilt.

Weltweit legten die Privatvermögen nach Angaben der Beratungsfirma im vergangenen Jahr um 14,6 Prozent auf 152 Billionen Dollar (112 Billionen Euro) zu und damit fast doppelt so stark wie 2012. Haupttreiber waren neben dem Aufstieg von Schwellenländern die gut laufenden Aktienmärkte, die vom billigen Geld der Notenbanken profitieren.

Der Studie Global Wealth 2014 zufolge wird der asiatisch-pazifische Raum ohne Japan noch in diesem Jahr Westeuropa als zweitreichste Region ablösen und sich 2018 auch vor die USA schieben. Grund ist vor allem der starke Zuwachs der privaten Vermögen in China. Sie legten den Berechnungen zufolge im vergangenen Jahr um 49,2 Prozent zu. Zum Vergleich: Die Privatvermögen in Westeuropa wuchsen um 5,2 Prozent. In Deutschland stieg das verwaltete Vermögen von Privatanlegern laut BCG um 4,8 Prozent auf 7,2 Billionen Dollar.

In Osteuropa verzeichnet die Studie ein Plus von 17,2 Prozent, in Nordamerika einen Zuwachs von 15,6 Prozent. Dahinter folgen der Mittlere Osten und Afrika, wo die Vermögen um 11,6 Prozent zunahmen. In Lateinamerika berechnete BCG ein Plus von 11,1 Prozent, ließ dabei aber Wechselkursschwankungen außer Acht.

Deutschland landet bei Zahl der Millionäre auf Platz sechs

Weltweit profitieren offenbar vor allem reiche Menschen vom starken Vermögenszuwachs. Denn dieser bringt immer mehr Dollarmillionäre hervor. Im vergangenen Jahr kletterte deren Zahl den Angaben zufolge von 13,7 Millionen auf 16,3 Millionen. 1,1 Prozent der weltweiten Haushalte sind demnach Millionärshaushalte. Fast die Hälfte der Millionäre sitzt in den USA, gefolgt von China und Japan.

Den rasanten wirtschaftlichen Aufstieg Chinas verdeutlicht auch die rasch steigende Zahl der Reichen dort. 2012 wurden in China 1,5 Millionen Haushalte mit einem Vermögen von mehr als einer Million Dollar gezählt. Im Jahr darauf waren es schon 2,4 Millionen Millionäre. Umgekehrt zeigt in Japan die Entwicklung bei den Reichen, dass das Land in einer Krise steckt. Vor allem wegen des schwachen Yen fiel die Zahl der Millionäre dort innerhalb eines Jahres um 300.000 auf 1,2 Millionen.

Deutschland landet mit 386.000 Millionären auf dem sechsten Rang. 881 Haushalte hierzulande zählen die Autoren der Studie sogar zu den Superreichen mit einem Vermögen von mehr als 100 Millionen Dollar. Die höchste Millionärsdichte hat Katar mit 175 je 1000 Haushalten, gefolgt von der Schweiz mit 127 und Singapur mit 100.

mmq/dpa



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 100 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
titzck 10.06.2014
1. Geld ist nicht alles!
Aber die Superreichen sollten ihren Reichtum teilen. Die Schere darf nicht zu groß werden.Und Afrika nicht vergessen. Von Obama habe ichir da viel mehr versprochen.
kritischer-spiegelleser 10.06.2014
2. Danke Brüssel
Europas Privatvermögen wird umverteilt und verbrannt. Dank dieser Freunde in Brüssel. Andere Länder haben da bessere Ideen.
muunoy 10.06.2014
3. Bitte keine weitere Neiddebatte
Bevor jetzt wieder die übliche Neiddebatte los getreten wird, möchte ich gerne mal was über den Vermögenszuwachs normaler Mittelständler lesen. Sorry, ich gehöre nicht zu den im Artikel genannten Super-Reichen und verdiene Geld in erster Linie durch Arbeit. Aber auch mein liquides Vermögen ist letztes Jahr um über 20% gestiegen. Bei so einer Börse muss man doch lediglich von seinem Arbeitseinkommen Aktien hinzu kaufen. Aber es geht sicher auch mal wieder bergab.
csabyke 10.06.2014
4. Immer die Profis
Ich mag solche Sätze: "Weltweit profitieren offenbar vor allem reiche Menschen vom starken Vermögenszuwachs." Warum??? :PPP Weil REICHE Menschen mit Geld umgehen können, sie wissen, wie das Spiel läuft... Arme Menschen sind oft nun deshalb arm, weil die das Spiel nicht spielen können und deshalb die Spielregeln neu schreiben lassen wollen. Überraschenderweise macht Bayern München immer mehr gewinne (Sportergebnisse...) als Profi Fußball Club als irgendeine Hobbyvereine aus dem Provinz... Man sollte in der Schule eher den Menschen beibringen, wie man PROFITABEL mit Geld umgeht, anstatt immer über erfolgreiche Menschen zu schimpfen.... Scheinbar sind wir Westeuropäer viel zu bequem geworden! :(
sangerman 10.06.2014
5. bei wievielen Einwohnern?
und ich bin lieber arm in Deutschland als reich in Peking.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.