Konkurrenz aus dem Internet: Versandhändler Otto streicht bis zu 700 Stellen

Die Konkurrenz aus dem Internet macht dem Versandhändler Otto schwer zu schaffen. Im Rahmen seines Sanierungsprogramms will das Unternehmen nun bis zu 700 Arbeitsplätze streichen - das wären mehr als zehn Prozent der Stellen. Der Großteil davon soll in Hamburg wegfallen.

Hamburg - Der Versandhändler Otto will beim Umbau seiner Vertriebsmarken bis zu 700 Arbeitsplätze streichen. Vom nächsten Jahr an entfielen bei der Kerngesellschaft Otto in Hamburg bis zu 450, bei Baur in Burgkunstadt bis zu 210 und bei Schwab in Hanau 40 Vollzeitstellen, kündigte das Unternehmen am Donnerstag an.

Die genaue Zahl der bis 2015 wegfallenden Stellen stehe noch nicht fest. Insgesamt arbeiten bei allen drei Marken rund 6400 Menschen. Weltweit beschäftigt die Gruppe, zu der auch Marken wie SportScheck und Crate & Barrel sowie das Logistikunternehmen Hermes gehören, mehr als 53.000 Mitarbeiter.

Betriebsbedingte Kündigungen schloss das Familienunternehmen nicht aus, sie sollen aber vermieden werden. Otto hatte wegen der wachsenden Konkurrenz aus dem Internet im Frühjahr angekündigt, seine Vertriebsmarken stärker aufeinander abzustimmen, um die Kosten zu senken. Bereits damals war ein Personalabbau nicht ausgeschlossen worden, die Größenordnung war aber noch nicht bekannt.

Hintergrund für das Sparprogramm ist der harte Wettbewerb durch den Schuhspezialisten Zalando und neue Konkurrenten im Online-Geschäft wie Media-Markt und Saturn. Der Umsatz im klassischen Versandhandel der Otto-Einzelgesellschaft war im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht auf etwas mehr als zwei Milliarden Euro geschrumpft. Insgesamt stagnierte der Umsatz der drei Marken.

stk/Reuters

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Entwicklung verschlafen
claireannelage 20.09.2012
Die Versandhäuser hätten selbst ideale Bedingungen gehabt selbst in den Onlinehandel einzusteigen, schliesslich sind alle Strukturen bereits vorhanden, der Schritt zum Onlineversand wäre das nicht sehr schwer gewesen, dass dies verschlafen wurde war ein gravierender Fehler, denn nun haben sich Firmen wie Zalando eben mithilfe penetranter Werbung wie sie schlimmer nicht sein könnte in dieser Nische breitgemacht. Der klassische Katalog-Versandhandel wird früher oder später völlig aussterben, wenn sie weiterhin hauptsächlich hierauf setzen ist der Untergang eigentlich schon vorprogrammiert, dann wird es nicht bei diesen Entlassungen bleiben.
2.
BaBaUTZ 20.09.2012
Zitat von sysopDie Konkurrenz aus dem Internet macht dem Versandhändler Otto schwer zu schaffen. Im Rahmen seines Sanierungsprogramms will das Unternehmen nun bis zu 700 Arbeitsplätze streichen - das wären mehr als zehn Prozent der Stellen. Der Großteil davon soll in Hamburg wegfallen. Versandhändler Otto streicht bis zu 700 Stellen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,857070,00.html)
Ich habe bisher nur einmal bei Otto bestellt. Es ging um eine Hose aus dem Onlineshop. Die Bestellung kam nie an (obwohl in dem äußert unübersichtlichem Onlineshop als verfügbar angezeigt). Stattdessen wurde mir nach einer Woche per Brief (Email kennt man anscheinend noch nicht) mitgeteilt, dass die Ware "derzeit" nicht lieferbar sei. Erst bei einem Telefonat mit dem freundlichem Kundenservice (immerhin) erfuhr ich, das "derzeit" für "gibts in nächster Zeit garnicht mehr" steht. Nach der Aktion war Otto für mich gestorben, trotzdem krieg ich weiterhin ungefragt Kataloge zugesendet. Der Laden wirkt auf mich wie aus dem letzten Jahrhundert. Die Menge der nicht im Internet kaufenden Menschen wird in den nächsten Jahren immer weiter abnehmen. Kataloge sind ein Auslaufmodell, insofern wundert es mich nicht, dass ein behäbiger Konzern, der sich immer noch vor allem auf dieses Geschäft konzentriert, Probleme bekommt.
3. Nicht verschlafen...
wildeskraut 20.09.2012
Zitat von claireannelageDie Versandhäuser hätten selbst ideale Bedingungen gehabt selbst in den Onlinehandel einzusteigen, ... Der klassische Katalog-Versandhandel wird früher oder später völlig aussterben, wenn sie weiterhin hauptsächlich hierauf setzen ist der Untergang eigentlich schon vorprogrammiert, dann wird es nicht bei diesen Entlassungen bleiben.
Die Otto Group ist mit weltweit 123 Gesellschaften in über 20 Ländern und auf drei Kontinenten als Handels- und Dienstleistungskonzern international tätig und beschäftigt ca. 53.000 Mitarbeiter.[1] Die Otto Group ist nach Amazon.com der zweitgrößte Online-Händler der Welt.
4. Otto hat fertig
Steve111 21.09.2012
Ich hatte von Otto mal einen 15€ Gutschein bekommen, und hatte daraufhin mal in deren Onlineshop gestöbert. Im Multimedia- bzw. Technikbereich.Es war mir nicht vergönnt , irgendetwas zu finden, was trotz des Gutscheins interessant gewesen wäre.Entweder nicht lieferbar (was man erst erfährt, wenn man den Artikel in den Einkaufswagen legen will, was einen wirklich verärgert), oder aber Mondpreise.Dabei müßte man nur Amazon kopieren, um in die Erfolgsspur zurück zu kehren.Aber das wird Otto erst begreifen, wenn es zu spät ist.Den Gutschein habe ich verfallen lassen.
5. seit einige Versandhändler
einsteinalbert 21.09.2012
Verhaltensweisen und Geschaftsgebaren an den Tag legen, wie sie auch heute noch in Asien üblich sind, haben anständigte Handelsketten mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Unzumutbare Arbeitsbedingungen und schlechte Bezahlung sind an der Tagesordnung. Das fängt bei Amazon an endet bei Zalondo. Die Machenschaften sind offensichtlich legal, denn niemand will dagegen einschreiten. Im Focus der zuständigen Organe - insbesondere des Staates - stehen politische und fiskalische Aspekte. Unverholenen Bedrohungen mit Verlagerung des " Firmensitzes " ins benachbarte Ausland verfehlten noch nie ihre Wirkung. Leider.
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