Frankfurt am Main - Der Weg für die Gründung der weltgrößten Börse ist frei: Die große Mehrheit der Deutsche-Börse-Aktionäre will den Zusammenschluss mit der NYSE Euronext. Mehr als 80 Prozent des Grundkapitals der Deutsche Börse wurden in die Alpha Beta Netherlands Holding getauscht - die extra für den Fusionszweck gegründet wurde. Das teilte die Deutsche Börse in Frankfurt mit. Um den Fusionsprozess fortzusetzen, war eine Quote von mindestens 75 Prozent nötig.
Die Aktionäre der NYSE Euronext hatten bereits am vergangenen Donnerstag während einer außerordentlichen Hauptversammlung mit großer Mehrheit für die Fusion gestimmt. Insgesamt hatten sich 96 Prozent des anwesenden Aktienkapitals für den Zusammenschluss ausgesprochen und damit knapp 66 Prozent aller NYSE-Euronext-Anteilseigner. Nötig gewesen wäre eine Zustimmung von mindestens 50 Prozent.
Sobald das endgültige Ergebnis der Umtauschquote bekannt gegeben wird, haben die restlichen Aktionäre noch zwei Wochen die Möglichkeit, ihre Papiere anzudienen. Damit können auch sie bei Vollzug die Sonderdividende von zwei Euro je Aktie bekommen. Der Abschluss der Fusion wird allerdings nicht vor Ende des Jahres erwartet, da insgesamt rund 40 verschiedene Wettbewerbs- und Aufsichtsbehörden die Fusionspläne prüfen müssen.
Wettbewerbshüter entscheiden bis August über Prüfung
Die obersten Wettbewerbshüter Europas haben die Fusionsunterlagen bereits Ende Juni erhalten und wollen nun bis zum 4. August entscheiden, ob sie eine vertiefte Prüfung vornehmen werden. Da der Fall komplex ist, wird allgemein davon ausgegangen.
Schwerwiegende Bedenken gegen den Zusammenschluss der beiden Platzhirsche der Branche zur weltgrößten Börse scheint es jedoch nicht zu geben. Ein Verkauf von Unternehmensteilen werde voraussichtlich nicht verlangt werden, heißt es in Brüssel.
cte/dpa-AFX
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