Verseuchte Lebensmittel Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Lidl

Wegen eines möglichen Verstoßes gegen Lebensmittelgesetze hat die Staatsanwaltschaft Heilbronn ein Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche bei Lidl eingeleitet. Untersucht wird nach SPIEGEL-Informationen, ob der Discounter Käse verkauft hat, obwohl dieser mit Bakterien verseucht war.

Frau mit Lidl-Einkaufstüte: Verstoß gegen das Lebensmittelgesetzbuch?
AP

Frau mit Lidl-Einkaufstüte: Verstoß gegen das Lebensmittelgesetzbuch?


Die sogenannten Listerien können schwere Infektionskrankheiten auslösen, seit Herbst starben in Deutschland und Österreich mindestens sieben Menschen. Die Europäische Union hatte über ihr Frühwarnsystem am 22. Januar vor dem Produkt des österreichischen Herstellers Prolactal gewarnt.

Einen Tag später rief Lidl zwei Käsesorten zurück und warnte die Kunden "aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes", den Käse nicht zu essen. Drei Wochen später riet der Discounter in einer weiteren Mitteilung, "diese Produkte keinesfalls zu verzehren". Das zuständige Verbraucherschutzministerium in Baden-Württemberg reagierte erst daraufhin.

Ein Verbraucher aus Hessen aß den Käse noch nach dem ersten Rückruf und starb an den Folgen. "Hier zeigt sich, wie wenig das Verbraucherinformationsgesetz wirkt. Wirksame Verbraucherinformationsrechte hätten sichergestellt, dass die Behörden die Bevölkerung vor solchen ernsten Gesundheitsgefahren sofort und unmissverständlich gewarnt hätten", kritisiert Matthias Wolfschmidt von Foodwatch.

Bei Lidl hieß es, man unterstütze die Aufklärung des Sachverhalts in vollem Umfang.

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insgesamt 12 Beiträge
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sic tacuisses 15.05.2010
1. selbst schuld wer da kauft !!!
Zitat von sysopWegen eines möglichen Verstoßes gegen Lebensmittelgesetze hat die Staatsanwaltschaft Heilbronn ein Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche bei Lidl eingeleitet. Untersucht wird nach SPIEGEL-Informationen, ob der Discounter Käse verkauft hat, obwohl dieser mit Bakterien verseucht war. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,694914,00.html
number12, 15.05.2010
2. Tja ...
Ich bin auch kein Freund von Lidl, Aldi und CO. Aber etwas (!) Eigenverantwortung beim Verzehr von Nahrungsmitteln sollte schon vorausgesetzt werden. Wenn etwas stinkt oder „komisch aussieht“ könnte man schon drauf kommen, dass etwas nicht stimmt. Wir schmeißen sowas dann rigoros weg. Und diese Käsegeschichte war doch recht präsent in den Medien. Warum jemand das dann trotzdem zu sich nimmt, verwundert dann doch – außer dieser jemand konnte nicht lesen. Hier könnte ich jetzt einen Spruch im Zusammenhang mit Darwin einfließen klassen, aber den verkneif' ich mir ;-)
fucus-wakame 15.05.2010
3. Wer billig kauft - kauft zweimal
Man sollte eben schon Qualitätsprodukte kaufen und nicht beim Discounter. Nicht ohne Grund tut man sagen: "wer billig kauft, kauft zweimal". (oder gar nicht mehr, wenn man an der vergifteten Nahrung stirbt)
m-pesch, 15.05.2010
4. ...
Kommt beim kleinen Händler um die Ecke wesentlich häufiger vor das er grenzwertige Ware doch noch verkauft. Wenn ein Laden in dieser Größenordnung das macht ist das Geschrei natürlich ungleich größer. Eine Sauerei ist es aber in allen Fällen.
umpfenhurzer 15.05.2010
5. Was denn,
Zitat von number12Ich bin auch kein Freund von Lidl, Aldi und CO. Aber etwas (!) Eigenverantwortung beim Verzehr von Nahrungsmitteln sollte schon vorausgesetzt werden. Wenn etwas stinkt oder „komisch aussieht“ könnte man schon drauf kommen, dass etwas nicht stimmt. Wir schmeißen sowas dann rigoros weg. Und diese Käsegeschichte war doch recht präsent in den Medien. Warum jemand das dann trotzdem zu sich nimmt, verwundert dann doch – außer dieser jemand konnte nicht lesen. Hier könnte ich jetzt einen Spruch im Zusammenhang mit Darwin einfließen klassen, aber den verkneif' ich mir ;-)
... jetzt sollen auch noch die Konsumenten erkennen können, ob da giftiges Zeugs verkauft wird? Soll sich vielleicht jeder noch einen Lebensmittellabor einrichten? Fakt ist, dass ich gerne diesen Käse gegessen habe (in Österreich heißt er Quargl), und dass ich nach den Meldungen über die Todesfälle nur durch zeitaufwendige Internetrecherche herausbekommen habe, um welchen Käse es sich überhaupt handelt. Auf ORF.online war nur der Herstellername angegeben, der nur kleingedruckt auf der Packung steht und den kein Memsch kennt. Der Sender wollte offensichtlich den Hersteller schützen. Ob der Käse bei Lidl oder Tante Emma gekauft wurde ist völlig blunzen. Es ist hier wie dort das gleiche Produkt mit gültigem Ablaufdatum. Der Vorwurf gilt den Gesundheitsbehörden, die nicht sofort eine glasklare Warnung herausgegben haben, sodass in jeder Nachrichtensendung mit Nennung von Marke und Käseart darüber berichtet wird. Und es ist zu befürchten, das manche Medien in einer Art Selbstzensur oder aus Angst vor Klagen die Meldungen nachrangig oder (wie der ORF) unvollständig gebracht haben.
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