ARAG Deutscher Versicherer sorgt mit Maori-Tanz-Spot für Ärger

Empörung über den deutschen Versicherer ARAG: Das Düsseldorfer Unternehmen hat in einem Werbespot den Kriegstanz der neuseeländischen Ureinwohner verwendet - und erntet dafür nun heftige Kritik im Netz.

Szene aus ARAG-Werbevideo

Szene aus ARAG-Werbevideo


Der neueste Werbespot des deutschen Versicherers ARAG bekommt international mehr Aufmerksamkeit, als dem Düsseldorfer Familienunternehmen lieb sein dürfte. Grund sind Elemente des sogenannten Haka - eines Kriegstanzes des neuseeländischen Maori-Volks - den die ARAG in dem Video von vermeintlichen deutschen Durchschnittsbürgern auf der Straße aufführen lässt. Dabei rufen diese zum Beispiel "Ich will den Führerschein" oder "Ich will den Job".

Auf Facebook, YouTube und Twitter kommt der Ende April veröffentlichte Spot nicht gut an. In Hunderten Kommentaren empören sich etwa Facebook-Nutzer aus aller Welt über den "respektlosen Kulturraub" und die "kulturelle Aneignung" einer jahrhundertealten Tradition. "Wie ignorant seid ihr", fragt ein Nutzer. Ein anderer sieht in dem Spot sogar eine typisch deutsche Verhaltensweise, "alle anderen Kulturen zu missachten".

Auf YouTube reagiert die ARAG auf viele dieser Kommentare mit einem eigenen Statement. Die Choreografie im Video sei "tatsächlich inspiriert vom Haka: Menschen machen sich Mut für die Zukunft und nutzen dabei auch Elemente dieses Tanzes. Er drückt mit seinem eingehenden Rhythmus, der eindrucksvollen Gestik und Mimik, Kraft und Entschlossenheit aus - genau die Botschaften, die wir transportieren möchten." Um dabei der "Ernsthaftigkeit des Tanzes gerecht zu werden" habe man mit einem Haka-Experten zusammengearbeitet.

Der traditionelle Tanz der neuseeländischen Ureinwohner ist international unter anderem durch die Rugby-Nationalmannschaft des Landes berühmt geworden. Die Spieler der "All Blacks" führen den Haka vor jedem Länderspiel auf.

stk



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