München - 820 Schadensereignisse verzeichnete der weltgrößte Rückversicherer Munich Re in nüchterner Sprache im vergangenen Jahr. Stürme, Tsunami und vor allem die schweren Erdbeben in Japan und Neuseeland machten 2011 zum Rekordjahr der Schäden durch Naturkatastrophen.
Die gesamtwirtschaftlichen Schäden erreichten weltweit eine Höhe von 292 Milliarden Euro, wie Munich Re mitteilte - zwei Drittel mehr als im bisherigen Rekordjahr 2005. Damals lagen die durch Naturkatastrophen verursachten Schäden bei 170 Milliarden Euro.
Allein die Erdbeben in Neuseeland im Februar und in Japan im März verursachten der Versicherung zufolge fast zwei Drittel der Schäden. Auch bei den versicherten Schäden übertrifft 2011 mit rund 80 Milliarden Euro den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2005 mit knapp 78 Milliarden Euro.
27.000 Menschen kamen ums Leben
"So eine Serie schwerster Naturkatastrophen wie im abgelaufenen Jahr ereignet sich zum Glück nur sehr selten", sagte Munich Re-Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek. Es gehe hier um Ereignisse, die teilweise nur alle tausend Jahre einträten. Einen vergleichbar verheerenden Tsunami wie im März habe es im Nordosten Japans vermutlich zuletzt im Jahr 869 gegeben. Die Munich Re sei aber auch auf solche Extremsituationen vorbereitet, sagte Jeworrek.
Klar ist zudem auch, dass Rückversicherer von Jahren mit vielen Katastrophen mittelfristig durchaus profitieren. So zynisch das klingen mag: Der sogenannte "Risikoappetit" der Erstversicherer lässt in solchen Zeiten nach. Das heißt: Sie sichern sich für die Zukunft stärker über die Rückversicherer ab. Deren Einnahmen steigen dadurch.
Nicht nur die Sachschäden hat Munich Re in seiner Schadensbilanz aufgelistet, sondern auch die Zahl der Todesopfer. 2011 kamen demnach bei Naturkatastrophen insgesamt rund 27.000 Menschen ums Leben - ein deutlicher Rückgang.
Im Vorjahr waren der Versicherung zufolge 296.000 Menschen getötet worden, im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre waren es 69.000. Allerdings berücksichtigte das Unternehmen dabei nicht die 2011 durch die Dürre am Horn von Afrika ums Leben gekommenen Menschen.
nck/dpa/dapd
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