Versicherungsmakler: MEG-Chef Göker unter Untreue-Verdacht

Untreue und Insolvenzverschleppung: Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt gegen den Gründer des Versicherungsmakler-Unternehmens MEG AG, Mehmet Göker, und zwei MEG-Vorstände. Laut SPIEGEL-Informationen soll sich Göker ein Privatdarlehen ausgezahlt haben.

Binnen vier Jahren wurde die 2003 gegründete MEG einer der größten deutschen Vertriebe für private Krankenversicherungen, rund 400 Vertreter und 350 Innendienstler arbeiteten zuletzt für die in Kassel ansässige Firma des Unternehmer Mehmet Göker, 31, und erwirtschafteten bis zu 65 Millionen Euro Jahresumsatz. Die MEG kooperierte mit Branchengrößen wie der Allianz, Axa, Consal, Inter, Central und der Halleschen. Von ihnen erhielt Göker bis zu 8000 Euro Provision für jeden vermittelten Neukunden für eine private Krankenversicherung. Doch dann wurde die MEG Opfer der Finanzkrise und musste vor gut einem Jahr Insolvenz anmelden.

Jetzt wird Göker verdächtigt, drei Millionen Euro als Privatdarlehen aus der Firma entnommen zu haben. Nach SPIEGEL-Informationen ermittelt die Staatsanwaltschaft Kassel wegen Untreue und Insolvenzverschleppung. Gökers Anwalt Michael Nagel räumt ein, dass es ein solches Privatdarlehen gab, das "bis Ende 2012 zurückgezahlt werden sollte".

Am Freitag vorvergangener Woche ließen die Kasseler Staatsanwälte zudem 18 Büros von Versicherungsmaklern in ganz Deutschland durchsuchen. Der Verdacht: Göker vermittelt seit Dezember 2009 mit Hilfe alter Datensätze wieder Krankenversicherungen, reicht die Verträge aber nicht selbst bei den Konzernen ein, sondern bedient sich Helfern, die die Prämien kassieren und an ihn weiterleiten. Gökers Anwalt will dazu laut SPIEGEL im Detail nichts sagen, gibt aber zu bedenken, dass sein Mandant nicht der Einzige war, der Zugang zu diesen Datensätzen hatte.

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